OPER - SCHAUSPIEL - TANZ


Hannovers Oper kann worldwide: internationale Beteiligung am Chat

Händels "Trionfo" ist Hannovers erstes Projekt bei "operavision" im Internt 

Das war richtig Klasse - Internationale Beteiligung am Chat: Die Aufnahme aus der Staatsoper (Abb. lks.) mussten professionellen Standard haben und untertitelt sein. Das schaffte die Oper, und begeisterte Reaktionen aus zahlreichen Ländern sprechen für sich.

Hannovers Oper hat was, wird aber leider vielfach unterschätzt! Das wird sich ab jetzt ändern. Hannovers Oper bewirbt sich um eine Mitgliedschaft im weltweiten Netz "operavision" (https://operavision.eu/de).

Die gemeinnützige Organisation "operavision" mit Sitz in Brüssel hat großes Renommee. Sie stellt Opernliebhabern weltweit auf professionellem Niveau Opernaufführungen über das Internet kostenlos zur Verfügung. Und das ist für Opernintendantin Laura Berman eine fantastische Sache. "Wir können global ein Publikum  erreichen."

Zum Kreis der Erlauchten von bisher 200 Opernhäusern in 43 Ländern, die "operavision" zur Zeit bilden, zu gehören, ist nicht ganz billig. Es müssen keine hohen Summen an Euro überwiesen werden, sondern jedes Mitglied muss pro Spielzeit zwei Produktionen des Hauses auf technisch höchstem Niveau aufnehmen und bereitstellen.

"Dafür brauchen wir ein Spezialistenteam", so die Opernintendantin  denn mit Hausmitteln sei das nicht zu stemmen. Tonanlage, Kameratechnik, Mischpult, das alles muss geliehen werden - und das kostet. Frage: Wie viel? Über Geld möchte Laura Berman im Augenblick nicht sprechen, sie sieht es als Investition  in die Zukunft...

Mit dieser erfolgreichen Aufführung ist ein erster Schritt in die richtige Richtung beschritten worden. Die Oper hat den taufrischen "Trionfo" von Händel gefilmt und in einer "operavision"-Premiere präsentiert. Der Erfolg war "einfach großartig", sagte die Intendantin. Denn Opernliebhaber aus Japan, Taiwan, Kanada, Russland, südamerikanischen Ländern und sogar Island waren dabei und kommentierten Aufführung und Sängerleistungen meist begeistert - mit differenzierten Betrachtungen von Dirigent, Orchesterleistung und Inszenierung.

Und der Chat gehört ebenso zur Produktion wie die Aufbereitung von Programmmaterial und die Herstellung von zusätzlichem Filmmaterial, das während der Produktion gesammelt werden muss - auch das kostet natürlich Geld. Wie zum Beispiel die Rechte an den Noten, Chor und Orchester der Staatsoper etc. Diese haben sich in dieser Hinsicht  sehr „budgetfreundlich“ verhalten.

Über die nächste Produktion für "operavision" muss noch endgültig entschieden werden- das wird keine leichte Aufgabe in Corona-Zeiten werden.

Ute Micha, PreDiNord/Sigrid Lappe, HaWo

Eine besondere Carmen

Carmen erzählt von der hochmodernen Frage, ob wir in der Lage sind, unser eigenes Begehren zu beherrschen. Was wird aus unseren Sehnsüchten, wenn wir nicht aus unserer Haut können? Carmens absolute Freiheitsvorstellung bedeutet die Befreiung von vorgegebenen Rollenbildern – aber um welchen Preis?

Hausregisseurin Barbora Horáková geht den brisanten Fragen mit Sinnlichkeit und Genauigkeit auf den Grund.

Oper in vier Akten nach Georges Bizet
in einer musikalischen Bearbeitung von Marius Felix Lange
für die Fassung von Barbora Horáková und Martin Mutschler


In französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Premiere 24. Oktober 2020 im Opernhaus


Triumpf statt Passion in der Staatsoper ist ein Triumpf!

 Ein Erfolg: Die erste Premiere der Spielzeit „Trionfo. Vier letzte Nächte“ 

Eigentlich sollte Bohuslav Martinůs „The Greek Passion“ in der Spielzeit 2020/21 auf die Bühne kommen, konnte aber wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Da auch weiterhin umfassende Hygiene-Maßnahmen nötig sind, ist ein Werk dieser Dimensionen wie Martinůs Oper mit annähernd 100 Künstler*innen und großem Orchester weiterhin nicht umsetzbar. Darum startete die Staatsoper Hannover mit „Trionfo. Vier letzte Nächte“ nach einem Oratorium von Georg Friedrich Händel in die neue Spielzeit - ein Glücksgriff!

Diese Oper beruht auf „Il Trionfo del Tempo e del Disinganno“, einem frühen Geniestreich Händels. 

Nicholas Tamana, Nina van Essen, Sunnyboy Dladla, Sarah Brady, Foto Samdra Then 

In diesem ersten weltlichen Oratorium, 1707 in Rom geschrieben, liegen vier allgegorische Figuren im Streit miteinander, es konkurrieren die Lust, am Leben zu sein, und die Erkenntnis der eigenen Sterblichkeit. Am Ende triumphieren Zeit (Tempo) und Erkenntnis (Disinganno) über Schönheit (Bellezza) und Vergnügen (Piacere).

Doch Händels Stück – voll inspirierter und inspirierender Musik, mit virtuosen Arien und anrührenden Momenten – erzählt viel mehr: In seiner Musik beginnen die Fragen nach Schönheit, Vergänglichkeit, Vergnügen und Ewigkeit zu schweben. Die Vier bevölkern eine gemeinsame Bühne, sie beleben gemeinsam die kristallklare Musik Händels, und darum geht es: ums Lebenwollen und -können“, so Dramaturg Martin Mutschler.
Doch Händels Stück – voll inspirierter und inspirierender Musik, mit virtuosen Arien und anrührenden Momenten – erzählt viel mehr: In seiner Musik beginnen die Fragen nach Schönheit, Vergänglichkeit, Vergnügen und Ewigkeit zu schweben.

Musikalische Leitung: David Bates, Inszenierung: Elisabeth Stöppler, Bühne u.Kostüme: Valentin Köhler, Dramaturgie: Martin Mutschler. Auf der Bühne Solist*innen der Staatsoper Hannover und im Orchestergraben das  Niedersächsisches Staatsorchester Hannover.
Die Aufführungen in italienischer Sprache kommen mit deutschen Übertiteln auf die Bühne.

Vorstellungen bis 30. Oktober 2020

Der Vorverkauf läuft unter staatsoper-hannover oder telefonisch unter 0511 9999 1111. Und auch die Tageskasse der Staatstheater sind wieder regulär geöffnet.

Staatsoper/Sigrid Lappe/Ute Micha


Mit dem Sinfoniekonzert "Aufbruch" startet die Staasoper in die Konzertsaison.

Beim offiziellen Eröffnungskonzert „Aufbruch“ am 27. und 28. September führten Intendantin Laura Berman und der neue Generalmusikdirektor Stephan Zilias (Foto lks.) gemeinsam moderierend durch das Programm. Präsentiert wurde – trotz Abstand und kleinerer Besetzung – ein musikalisch hochkarätiges Programm.

In „Aufbruch“ stellte Generalmusikdirektor Stephan Zilias die klassische Konzertreihenfolge auf den Kopf. Eine Sinfonie zu Beginn, eine Ouvertüre als Schlussstück? Ein optimistischer Aufbruch aus dem musikalischen Lockdown der Corona-Pandemie! In dem 1. Sinfoniekonzert „Aufbruch“ stellte Generalmusikdirektor Stephan Zilias die klassische Konzertreihenfolge auf den Kopf. Eine Sinfonie zu Beginn, eine Ouvertüre als Schlussstück? Ein optimistischer Aufbruch aus dem musikalischen Lockdown der Corona-Pandemie!  

Ein Meister der gebrochenen Zwischentöne ist Franz Schubert. Dur klingt nicht eindeutig heiter, Moll nicht eindeutig traurig in seiner Musik. In der Unvollendeten ist sogar die Form der Sinfonie gebrochen: Aus ungeklärten Gründen schrieb Schubert für das Werk 1822, sechs Jahre vor seinem Tod, nur zwei statt der üblichen vier Sätze. (Franz Schubert, *1797 - gest. 1828, Sinfonie h-Moll D 759 „Unvollendete“)

In Györgi Ligetis Doppelkonzert von 1972 verwachsen die Soloinstrumente mit dem Orchester zu einem vibrierenden Klangkörper. Wenn Solist*innen die Heroen des Konzertbetriebs sind, sind Solo-Flöte und Solo-Oboe hier echte Anti-Heldinnen. Mit Vukan Milin, Solo Flötist und Juri, Solo-Oboist hat das Staatsorchester eine hervorragende Besetzung für das Ligeti-Konzert. (György Ligeti *1923, gest.2006), Konzert für Flöte, Oboe und Orchester)

Für Ludwig van Beethoven war die Heldenfrage bei der Komposition seiner einzigen Oper klar: Leonore, als Mann verkleidet, befreit ihren Ehemann aus politischer Kerkerhaft und bietet der Tyrannei die Stirn. Sie ist eine Heldin. Die Leonoren-Ouvertüre Nr. 3, entstanden 1806 für die Zweitfassung der Oper, durchmisst alle Stimmungen und Wendungen des Dramas von Verzweiflung über Hoffnung bis zum Befreiungsjubel.. (Ludwig van Beethoven *1770, gest.1827) „Leonoren-Ouvertüre“ Nr. 3 op. 72b).

Das Publikum war begeistert, so kam es in den Genuß einer Zugabe! 

S.Lappe, HaWo


Eine Nachricht vom hannoverschen Schauspiel:

 Schauspiel Hannover spielt in allen seinen Häusern

Nach dem Sommer startet das Schauspiel in die zweite Spielzeit. Im Zentrum steht das Nachdenken über unsere Demokratie und ihre Grundsätze, Gefährdungen und Möglichkeiten. Inmitten einer Zeit der Unsicherheit und Zweifel, der berechtigten Sorge vor Krankheit und daraus entstehenden sozialen Schieflagen, das Schauspiel will Fragen stellen und Antworten finden: Solche nach den Grundsätzen unseres Gesellschaftsvertrages, danach, wie wir miteinander leben und welche Utopien wir in uns tragen. Ob nun im Rahmen des Symposiums "Corona – mein ehrliches Gegenüber", in dem Gäste aus Hannover zu ihren ganz individuellen Erfahrungen mit der Pandemie befragt werden und „Verwundbarkeit als Stärke“ wird diskutiert - ob vor oder nach den Theaterbesuchen in der Kantine und im Hof des Schauspielhauses.

"Wir wollen voller Energie und Freude endlich wieder für Sie spielen, Sie mitnehmen, verführen, provozieren – mit Stücken wie "Don Karlos" (Foto lks.), geschrieben als Aufruf zu politischem Handeln, "Dance Nation", das im Mikrokosmos einer Tanzkompagnie lustvoll unser neoliberales Denken spiegelt, mit internationalen Koproduktionen wie "Bitch – I’m a goddess vom Groninger NNT" oder mit Erstaufführungen wie "Öl der Erde" von Ella Hickson. Last but not least freuen wir uns dann, wenn wir Shakespeares Komödie "Was Ihr wollt" im nächsten Juli endlich im Hof zeigen können". Ihre Sonja Anders


Bernhard Conrad erhält den Deutschen Schauspielpreis 2020

Eine hohe Auszeichnung für das Ensemblemitglied des Schauspiel Hannover

Bei der Preisverleihung am 11. September in Berlin wurden die Preisträger des Deutschen Schauspielpreises 2020 bekanntgegeben. In der Kategorie "Schauspieler in einer Hauptrolle" erhielt Conrad die Auszeichnung für seine Darstellung der Zwillingsbrüder Eric und Basti in dem Spielfilm „Kahlschlag“, der auch schon mit dem Förderpreis Neues Deutsches Kino prämiert wurde. Der Deutsche Schauspielpreis wird seit 2012 jährlich in 14 Kategorien vom Bundesverband Schauspiel (BFFS) vergeben.

Bernhard Conrad ist seit 2019 Mitglied des Ensembles am Schauspiel Hannover. Hier war er letzte Spielzeit u.a. als Kreon in "Antigone.Ein Requiem" sowie in "Zeit aus den Fugen" zu sehen.

Bernhard Conrad für "Die Politiker". Foto: Kerstin Schomburg

Ab 27. September wird Conrad in dem Solo-Stück "Die Politiker", Regie Marie Bues, auf der Bühne des Schauspielhauses stehen.

Schauspiel Hannover


La Traviata zum mit nach Hause nehmen

Die gefeierte Opernaufführung jetzt auf DVD

Nach sieben Jahren mit 50 ausverkauften Vorstellungen an der hannoverschen Staatsoper musste das Publikum im Januar 2019 Abschied von Benedikt von Peters „La Traviata“-Inszenierung nehmen.

Doch jetzt gibt es die beliebte und gefeierte Inszenierung mit Nicole Chevalier als Violetta Valerie auf DVD für zu Hause. Ab sofort können Zuschauer*innen und die herzzerreißende Soloshow hautnah und so oft wie sie wollen miterleben. Der Mitschnitt mit fünf Kameras entstand anlässlich der Generalprobe der Wiederaufnahme im Dezember 2018.
 
Die DVD ist für 19,90 Euro an der Kasse im Opernhaus und im Opernshop erhältlich.

Staatsoper/Ute Micha/Sigrid Lappe

Nicole Chevalier als begeisternde Violetta. Foto Thomas Jauck