OPER - SCHAUSPIEL - TANZ


Das brachte so richtig Schwung in die Bude: "Märchen im Grand Hotel" im Opernhaus

Gute Beinarbeit, viel Swing und Schwung - da wippten die Beine des Publikums mit

Paul Abrahams Operette "Märchen im Grand Hotel" hatte in der Staatsoper Hannover Premiere - und wenn Märchen und Oper zusammentreffen, wird es einfach nur märchenhaft! Das zeigte sich auch beim minutenlangen Applaus, Getrampel und Gejohle.

Gelungen: mit dem steppenden Zimmerkellner, den wunderbar wirbelnden Zimmermädchen und den ordensgeschmückten Operettenchören wurde ein überaus spielfreudiger Cast sowie Dance-Breaks, die es in sich hatten - ein bisschen gegen die Operetten-Tradition - in die Singstück eingebunden wurden. Alles war fröhlich und bunt (Regie: Stefan Huber) und mit einer mitreißenden Spielfreude auf die Bretter gebracht.

 Obwohl die Geschichte kompliziert ist, stimmt alles. Und das geht so: Kellner, eigentlich Millionär, liebt verarmte Prinzessin. Und was macht der liebende Papa? Er kauft einen Fürstentitel - und wie es kommen muss - Happy End.

Witz und Spielfreude zeigen hier Heiter bis Wolkig und lassen Verwicklungen zu.

Noch-Zimmerkellner Albert schmachtet seine geliebte Prinzessin an.

Da taucht die Tochter  (Valentina Inzko Fink) eines Filmmoguls (Ansgar Schäfer) auf, die Adels-Romanze als Blockbuster verfilmen will, um Daddy zu zeigen, was sie so drauf hat.

Die Technik darf beim Bühnenbild (Timo Dentier, Okarina Peter) so richtig klotzen. Das hat was und übertrifft bei Weitem an Aufwand das Gewohnte. Die dreiteilige Drehbühne mit „Spielfeldern“ dominiert die Szene.

Mal sind wir in der Hotellobby, oder im Badezimmer der Prinzessin, mal im Schlafgemach, mal im Salon oder in der Bar und in Hollywood.  Und jeder Suite hat  dann mittig auch noch eine Drehtür für immer wieder überraschende Auftritte.

Der Schluss der Veranstaltung hat einen leicht melancholischen Twist - auch musikalisch. Sie kommen eigentlich nicht zusammen, weil sie ja adlig ist und er nicht. Und es muss jetzt endlich ein Happy End her. Das wird von Glitzer-Cowboys und Glimmer-Ukulelen dann begleitet.

Und noch ein Happy-End: Der fesche Wiener Großfürst Paul, ein begnadeter Tänzer, bekommt die kesse, energische Produzententochter Marylou.

Den Zimmerkellner Albert, der sich am Ende in den Herzog von Muränien verwandelt und wie im Märchen üblich, doch die Prinzessin heiraten darf,  spielt Alexander von Hugo, der ist musicalerfahren und verfügt über ungemein elastische Beine. Mit seinen Stepp-Einlagen fährt er sich reichlich Szenenapplaus ein. Für die Titelpartie der Infantin braucht man so richtig Opernstimme und die hat Mercedes Arcuri.

Spritzig und gekonnt wieder das Staatsopernorchester, das unter der Leitung von Carlos Vazques kurzum zur Bigband wird und dem samtigen Paul-Abraham-Sound einen kräftigen Schuss Jazz verleiht.

Ein wunderbarer und unterhaltsamer Operettenabend im Opernhaus.

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Fotos Ralf Mohr

18.11.2019  


Für Tanzprojekt: Vorstellung für Jugendliche / 17. Dezember

 Crash Bang YOUTH kommt auf die Bühne

Das Tanzprojekt der Compagnie Fredeweß „Crash Bang YOUTH - Ein zeitgenössisches Tanzstück mit Jugendlichen“ kommt im Kulturzentrum Pavillon am 17. Dezember auf die Bühne. Um 11 Uhr für Schulklassen, Eintritt: kostenfrei, und um 19 Uhr für alle, Eintritt: pay what you can.

Wort, Bewegung oder Musik – womit beginnt alles? Inspiriert von klassischen Comicmotiven suchen Jugendliche und Tanzprofis in Crash Bang YOUTH gemeinsam nach einer bewegten Antwort auf diese Frage.

Sakurako Awano, Camilla Fiumara, Hans Fredeweß© Yoav Kedem 

Zwischen beatgetränkten Stücken und sphärischen Klängen taumeln, schmelzen und wirbeln die Tänzer*innen über die Bühne, bis sie die sprichwörtlichen Sternchen sehen. Sprechblasen und Klischees geraten in Bewegung. Unterstützt werden sie von Teilnehmer*innen des Projektes Crash Bang COOL. Es entsteht eine bunt gemischte Collage. Informationen und Karten unter 0511/4500 1082 oder www.compagnie-fredewess.de.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

03.12.2019 


Karten für das zusätzliche 7. NDR Klassik Open Air

Vorverkauf für zweite Aufführung läuft

Es gibt wieder Karten für das 7. NDR Klassik Open Air im Maschpark hinter dem Neuen Rathaus. Karten für die zweite Aufführung von „Carmen“, die am Donnerstag, 16. Juli 2020 stattfindet, sind jetzt im Vorverkauf erhältlich.
Im Juli waren die Tickets für die Aufführung am 18. Juli 2020 bereits in kürzester Zeit vergriffen, die Vorverkaufsstellen wurden von einer riesigen Nachfrage nach Karten für das NDR Klassik Open Air „Carmen“ überrannt. Aufgrund dieser enormen Nachfrage haben sich NDR und Hannover Concerts zu einer weiteren Aufführung entschlossen.

Zum 7. NDR Klassik Open Air kommt mit „Carmen“ die beliebteste Oper der Welt nach Hannover - aufgeführt von der NDR Radiophilharmonie unter der Leitung von Dirigent Eivind Gulberg Jensen, der 2014 mit Tosca die „Oper für alle“ mit aus der Taufe hob.

NDR Klassik Open Air am Neuen Rathaus in Hannover (c) NDR, Michael Uphoff 

Und mit international gefeierten Solisten: Bryan Hymel in der Rolle des Don José, Gaëlle Arquez als Carmen, Guanqun Yu als Micaëla und Luca Pisaroni als Escamillo. Ania Vegry (Fraquita), Oleg Tsibulko (Zuniga) und Astrid Nordstad (Mercédès) komplettieren die hochkarätige Besetzung.

Wie auch in den vergangenen Jahren werden die Aufführungen am 16. und 18. Juli 2020 ab 20.30 Uhr live in den Maschpark übertragen.
Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen und im NDR Ticketshop erhältlich. Veranstalter ist Hannover Concerts.

Eivind Gullberg Jensen (c) Mat Hennek, Bryan Hymel (c) Dario Acosta, Guanqun Yu (c) Jiyang Chen, Luca Pisaroni (c) Jiyang Chen, Gaelle Arquez (c) Julien Benhamou.

NDR/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Große griechische Sage im Schauspiel Hannover

„Iphigenie“ von Euripides und Goethe

Kein Wind, keine Welle. Das Meer liegt bewegungslos im Hafen von Aulis und hält die griechische Flotte am Ufer zurück. Diese wünscht sich nichts sehnlicher als endlich gen Troja zu segeln, die Stadt niederzubrennen und die entführte Helena heimzubringen. Doch Göttin Artemis verweigert ihren Segen für die Reise und damit dem Heer den Wind. Sie will ein Menschenopfer: das Kind des Heerführers Agamemnon, Iphigenie.
Absurd? Ein Mädchen soll sterben, damit ein anderes heimgeholt werden kann. Demütigung und Schande wollen die Griechen überwinden im Sieg über die Barbaren, doch dieser wird auf dem Tod eines Kindes fußen. Wo endet die Zivilisation und übergibt sich selbst der Barbarei? Der unbedingte Siegeswille regiert, also muss Iphigenie sterben. Sie gehört nicht sich, sondern dem Volk. Doch sie stirbt nicht. Von der Göttin Artemis vom Opferaltar gerettet, lebt sie bei den Taurern weit entfernt ihrer Heimat und krempelt die dortige Gesellschaft um. Wärme, Vernunft, Humanität scheinen möglich, bis es einmal mehr darum geht, wem Iphigenie gehört. Das Spiel beginnt erneut.

Iphigenie © Kerstin Schomburg

Anne Lenk wird die Geschichte Iphigenies von der Opferung in Aulis bis hin zur Selbstermächtigung in Tauris inszenieren und eine Verbindung von Euripides’ und Goethes Texten suchen. Premiere am 8. Dezember im Schauspielhaus auf der großen Bühne. 

Regie Anne Lenk, Dramaturgie Nora Khuon, Musik Kostia Rapoport, es spielen Sebastian Jakob Doppelbauer, Philippe Goos, Torben Kessler, Miriam Martens, Sabine Orléans und Seyneb Saleh.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

29.11.2019 


Dauerbrenner "Tosca" in Hannovers Oper findet Zustimmung und Ablehnung

Russischer Regisseur Vasily Barkhatov sorgt für einen umstrittenen Premieren-Abend.

Bravo-Rufe überwiegen - Buhs waren nicht zu überhören.

Endlich ist der Bösewicht Scarpia mal Hauptperson in das entsprechende Licht wurde seine Rolle gerückt. Seth Carico singt und spielt den geilen und zügellosen Kirchenmann mit einer ausdrucksstarken Bühnenpräsenz.

Die Oper "Tosca" kassierte in der Staatsoper Hannover teils heftige Buhs - für eine Puccini Oper absolut ungewöhnlich. Denn dieser Abend sollte etwas anders verlaufen, als erwartet: Es gab so richtig grelle Chorszenen, eine super tolle Musik und fantastische Partien für die Sänger.

Eine große, niemals erfüllbare Sehnsucht nach der vollkommenen Liebe: Szene aus der neuen „Tosca“ an der Staatsoper Hannover. Quelle: Monika Forster

Das liegt an der Inszenierung – der junge russische Regisseur Vasily Barkhatov stellt ungewöhnlich grell den Schurken Scarpia knallhart in den Mittelpunkt des Geschehens. Das ist eine interessante Interpretation!                                                                             

Hier wird die Geschichte eines Kindes (Scarpia) erzählt, dass über Jahre von einem Priester missbraucht wurde. Die erfahrene frühkindliche Gewalt macht aus einem Kind hier letztendlich einen sexbessenen und bösen Menschen. Bei Scarpia zählt nicht der Mensch, hier zählt nur der Trieb - er vergewaltigt und erniedrigt.

Und er will aus dem Leben scheiden, mit einem für ihn typischen bösartigen Suizid. Er bringt Tosca durch eine raffinierte Intrige dazu, ihn zu erdolchen. Das erzählt er ihr später über eine DVD.  Passt gut: Missbrauch in der Kirche, #Me Too und ganz viel Psychokram.

Das alles zu erklären, geht nur mit einigen ungewöhnlichen Wegen. Es werden vom Regisseur stumme Texte neben die Musik projiziert, in denen Scarpia dann auch seine Untaten erklärt.

Vasily Barkhatov ist auch einiges gelungen - im ersten Akt zum Beispiel – in dem Cavaradossi kein Maler sondern ein Herrgottsschnitzer darstellt. In keiner Inszenierung hat man die Rolle des Cacaradossi  so gesehen.

Leider dreht es dann einfach ab, weil die Schere zwischen  der Erzählung des Regisseurs und der eigentlichen  Opernhandlung weit auseinander klaffen. Und wenn statt des eigentlich erschossenen  Cavaradossi Scarpia auf dem Opernboden liegt, Tosca ihn aber als Mario Caravadossi ansingt - und einfach nicht stirbt, und wie Caravadossi auch nicht stirbt, denn der sitzt im letzten Bild traurig auf der Bühne und betrachtet seine Gottesschnitzereien.

Der Opernabend lohnt, und das ist genau das, was ihn letztendlich auch so fragwürdig macht.

Scarpia steht im Zentrum - den der Bariton Seth Carico mit einer wunderbaren und wilden Hingebung singt. Das ist Verführung pur! Hier und da kann der Betrachter nachvollziehen, warum das weibliche Geschlecht Scarpia verfallen, vielleicht sogar auch ohne Gewaltanwendung.

Die Stimmen sind in der Oper Tosca richtig große Klasse und stammen aus dem Geist der Musik. Caravadossi (gesungen von Rodrigo Porras Garulo) hat es von der Anlage seiner Rolle schon schwerer. Es ist kaum vorstellbar, (auch stimmlich), warum Tosca ausgerechnet ihn liebt. Und die "Vittoria"-Rufe sowie die "glitzernden Sterne" erscheinen eher zuverlässig.

Liene Kinca als Tosca spielt ihre Rolle leicht überschritten. Unangestrengt,  berührend aber nicht so wirklich und das soll es auch nicht, das passt einfach in die Inszenierung. An diesem Abend hat sich das Opern-Orchester unter der Leitung von Kevin John Edusei richtig übertroffen und war ein großer Aktivposten an diesem wundervollen Opernabend. Und die Begleitung der Sänger ist durchweg positiv überlegen.

Wenn man sich dennoch gut auf den Abend vorbereitet hat, kann dieser äußerst spannend sein. Das war einfach Puccini-Power: Musikalisch einfach toll. Der Opernabend lohnt sich.

Weitere Aufführungen: am 3. und 18. Dezember sowie am 27. März und 10. Mai 2020.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 21.10.2019


Punk-Lady Nina Hagen im Theatermuseum zu bewundern

Sie ist und bleibt die Punk-Lady der ersten Stunde: Nina Hagen, eine Kämpferin und überzeugte Christin. Deutschlands schrillste Künstlerin hat es in das Theatermuseum in Hannover geschafft.

Dr. Carsten Niemann (57) vom Theatermuseum Hannover hat nach Pop-Punker Falco die nächste coole Künstlerpersöhnlichkeit ins Museum geholt.

Und bis 12. Januar 2020 gibt es jede Menge Nina Hagen – zu verdanken ist es dem Sammler Optikermeister Arne Buhrdorf aus Berlin. Es gibt Shirts, Sticker, Käppis und sogar ein Nina-Hagen-Kissen zu bewundern. Dazu Museums-Chef Niemann: „Wir wollen anhand der Exponate ihre Geschichte erzählen. Die Zeit in der DDR, das erste Album, ihr Glaube, ihr politisches Engagement."

Rund 300 Exponate, Schallplatten und Fotos zeigen den Kosmos Nina Hagen. Die Punk-Lady hat für den TV-Spot zur Expo 2000 Lehárs „Die Welt ist schön“ gesungen. Erinnern Sie sich noch daran? Und dass sie schon lange vor Madonna irre Gaultier-Outfits trug? Den Titel der „Vogue“ zierte und Werbung für Ahoi Brause machte? Und 1980 war Nina Hagen auch auf dem Satiremagazin Mad. Gewusst?

Die Leidenschaft von Arne Buhrdof (52) begann 1980. Denn zur Konfirmation bekam er die Platte „Unbehagen“ geschenkt. Seitdem sammelt er, was er über Nina Hagen in die Finger bekommt, inzwischen sind es über 1000 Exponate. Der Sammler aus Leidenschaft: „Sie ist emotional, laut, aber immer authentisch. Ihre Musik macht Spaß und inspiriert. Ich weiß nicht, ob ich Brecht gehört hätte ohne sie.“

Mit Brecht-Liedern war Nina Hagen am 3. Oktober auch im ausverkauften Schauspielhaus zu Gast. Neben Brecht gab es auch Selbstvertontes mit Texten von Else Lasker-Schüler und Goethe, Originale von Dylan, Cohen, Cash, Biermann und Jim Morrison, aber auch von Nina Hagen ins Deutsche übertragene Gospel, Blues und Friedensfetzer. Kurz: ein knallbunter Friedensliebeslieder-Abend mit Nina Hagen und Band.

Die Schau im Theatermuseum ist bis zum 12. Januar 2020 zu sehen. Geöffnet: Dienstag bis Freitag und Sonntag von 14  bis 19.30 Uhr. Der Eintritt kostet fünf, ermäßigt 3 Euro.

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Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 18.10.2019


Vom Feinsten

Ein fantastischer Auftakt der Ballettsaison im Opernhaus Hannover

Dreiteiliger Ballettabend „Beginning“ reißt die Besucher der Staatsoper aus ihren Sitzen.

Das war schon ein furioser Auftakt des  Ballettabends "Beginning" mit "Prélude", das Phänomene der Zeit erklärt.

Der französische Choreograph Mehdi Walerski präsentiert ein großes Ensemble auf seiner subtilen Reise durch verschiedene Aggregatzustände. Zur leichten und auch fulminanten Interpretation der Musik von Lera Auerbach bestachen die Wechselbeziehungen zwischen Individuum und Gruppe. Die wechselnden raffinierten Lichtstimmungen definierten die gesamte Bühnensituation immer wieder neu. Der Tanz blieb im Rahmen dessen, was als ästhetisch empfunden wird. Und das facettenreiche Pas de deux von Verónica Segovia Torres und Adam Russel-Jones bildete den Höhepunkt.

Ein Element des dreiteiligen Ballettabends ist die Choreographie "Prélude" des Franzosen Medhi Walerski. © Andreas J. Etter

Dann ging es so richtig zur Sache: Die Power-Fraktion war jetzt am Zug. Der Grieche Andonis Foniadakis hat sich in seinem Stück „Kosmos“ Gedanken zu Forderungen im modernen Leben gemacht. Die hier mittanzen, dürfen nicht zart besaitet sein. So schnell konnte man gar nicht folgen, wie die Gliedmaßen, die Haare, flogen und die Mittänzer wurden schon mal über die wunderbar ausgeleuchtete Bühne geschleift.

Bestechend war die Präzision in den Gruppenszenen. Wunderschön auch der poetische Schluss, der dann auch einen dringend benötigten Bruch in das Geschehen brachte. Das Ensemble entrückte zu einem Glitzerwesen.

Natürlich durfte eine Choreografie des neuen Ballett-Chefs nicht fehlen. Marco Goeckes „Thin Skin“ wurde mit all diesen merkwürdigen Eigenarten beendet. Die Figuren bei Goecke wirken wie getrieben, als würden sie getanzt. „Thin Skin“  war sehr solistisch betont. Es gab wenig Berührungen. Goecke setzte elegante und verspielte Momente  und auf interessante Kontraste.

Das Publikum war von dem Dreiteiligen-Ballettabend begeistert. Zehnminütige Ovationen waren der Lohn. Und die Erwartung und Vorfreude auf den nächsten Goecke-Ballettabend „Nijinski“ mit der Musik u.a. von Frédéric Chopin, Claude Debussy. Mit diesem abendfüllenden Ballett fand Goecke national und international viel Beachtung (Premiere 13.12.2019).

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Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 23.09.2019


Hafen 1 ist ein sicherer Hafen

Movimentos hat mit tollen Ballettinszenierungen überzeugt

Die ersten Movimentos Festwochen in der neuen Eventlocation „Hafen 1“ sind am 24. und 25. August mit zwei Aufführungen der Movimentos Akademie erfolgreich zu Ende gegangen. Vom 19. Juli bis 25. August begeisterten insgesamt fünf internationale Tanzcompanys die Besucher mit einer Uraufführung, einer Europapremiere und sechs Deutschlandpremieren. Trotz des ungewohnten Festivalzeitraums im Sommer liegt die Auslastung der 17. Ausgabe von Movimentos mit 93 Prozent auf dem hohen Niveau des Vorjahres.

 

Die Konzentration auf die Ballettsparte kam beim Festvial-Publikum offensichtlich gut an, hatte doch die Autostadt auf das doch recht umfangreiche Beiprogramm der Movimentos der letzten Jahre verzichtet.

Furioser Auftakt: Die Sao Paulo Company. Foto: Matthias Leitzke 

Roland Clement, Vorsitzender der Geschäftsführung der Autostadt: „‚Hafen 1‘ hat die Feuertaufe mit Bravour bestanden. Unsere neue Eventlocation ist mit der Terrasse direkt am Mittellandkanal ein idealer Veranstaltungsort mit annähernd mediterranem Flair. Nach den Movimentos Premieren in den vergangenen Wochen freuen wir uns jetzt auf die Weltpremiere des Golf VIII im Oktober.“

Bernd Kauffmann, Künstlerischer Leiter der Movimentos Festwochen: „Es ist schon ein fast ‚unheiliges Wunder‘, wie problemlos, zielgenau und zeitgerecht die Movimentos in ihrem neuen Zuhause Wurzeln schlagen konnten.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene aus der Region haben in den beiden Movimentos Akademie Tanzprojekten insgesamt vier verschiedene Choreografien erarbeitet.

Ich bin glücklich, dass das Publikum den Festwochen ungebrochen die Treue gehalten hat und durch seinen Beifall sicht- und hörbar zum Erfolg dieser Movimentos beigetragen hat. Der Autostadt gilt mein großer Dank, dass sie all dies so störungsfrei ermöglicht hat. Ihr gilt ebenso mein großer Respekt, dass sie in ‚unruhigen Zeiten‘ dem zeitgenössischen Tanz weiterhin Raum und Gewicht einräumt und damit dem ‚wortlosen Dialog‘ der Kulturen ein markantes Ausrufezeichen setzt.“

Dem können wir uns nur anschließen – das Publikum war wie wir begeistert von der hohen Qualität aller Darbietungen – weiter so!

Movimentos/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 25.08.2019


La Traviata zum mit nach Hause nehmen

Die gefeierte Opernaufführung jetzt auf DVD

Nach sieben Jahren mit 50 ausverkauften Vorstellungen an der hannoverschen Staatsoper musste das Publikum im Januar 2019 Abschied von Benedikt von Peters „La Traviata“-Inszenierung nehmen.

Doch jetzt gibt es die beliebte und gefeierte Inszenierung mit Nicole Chevalier als Violetta Valerie auf DVD für zu Hause. Ab sofort können Zuschauer*innen und die herzzerreißende Soloshow hautnah und so oft wie sie wollen miterleben. Der Mitschnitt mit fünf Kameras entstand anlässlich der Generalprobe der Wiederaufnahme im Dezember 2018.
 
Die DVD ist für 19,90 Euro an der Kasse im Opernhaus und im Opernshop erhältlich.

Staatsoper/Ute Micha/Sigrid Lappe

Nicole Chevalier als begeisternde Violetta. Foto Thomas Jauck

Veröffentlicht 24.06.2019


Die Näh- und Singegruppe

Das Kultduo Die Bösen Schwestern singen ihre liederlichen Chansons

Die Näh- und Singegruppe ist in der Marlene (Prinzen-/Ecke Alexanderstraße) immer wieder die zu Gast.

Magda „Matitschku" Anderson ist ihrem Pastor Engel katholisch ergeben, Anita Palmerova kippt lieber ein paar Likörchen und singt liederliche Chansons. Wenn nur Bruder Benedickt endlich käme, dessen frommen Vortrag die beiden Weiber von der Näh- und Singegruppe „Nähen für den Hunger" künstlerisch begleiten sollen. Aber der wartet am Flughafen auf sein Gepäck. 

Mit frommen Liedern, viel Eierlikör und Sahnekuchen, erbaulichen Gesprächen und fliegenden Teekannen warten Magda und Anita auf Pastor Engel, den falschen Bruder und das jüngste Gerücht....

Buch, Regie und die musikalischen Arrangements stammen aus der Feder des Hannoveraners Adrian Anders, der sich auf der Bühne in Magda verwandelt. Ihm zur Seite steht wie immer Chris Palmer, der in die Rolle der „Exil-Chansonette" Anita Palmerova schlüpft. Als Kult-Duo Die Bösen Schwestern ziehen Anders und Palmer einen Lacher nach dem anderen für das Publikum aus dem Hut.

Infos und weitere Termine: boeseschwestern.

Veröffentlicht 26.05.2019