CONTINENTAL AG


Vitesco beliefert PSA und Hyundai mit vollintegriertem Elektroantrieb

Elektromobilität  gelangt jetzt auf breiter Basis in den Verkehrsalltag.

Die frühere Division Powertrain von Continental, Vitesco Technologies, hat den Abschluss einer Vereinbarung über die Lieferung des ersten vollintegrierten Antriebssystems für Hyundai und mehrere Großserienmodelle der Groupe PSA (Citroën, DS, Opel, Peugeot und Vauxhall) bekannt gegeben. Nach Angaben des Unternehmens bestätigt diese Vereinbarung mit den beiden großen Automobilherstellern die Vorreiterrolle von Vitesco Technologies bei der Entwicklung intelligenter maßgeschneiderter Lösungen für alle Aspekte der Antriebselektrifizierung. Die Produktion des neuen elektrischen Antriebssystems sei im Werk in Tianjin in China auch bereits angelaufen.

Andreas Wolf und Werner Volz enthüllen das Vitesco Technologies-Logo. Foto Continental  

Der CEO von Vitesco Technologies, Andreas Wolf, sagte, er sehr stolz, dass zwei der führenden Automobilhersteller sich für den innovativen elektrischen Achsantrieb von Vitesco Technologies entschieden hätten. Das neue Antriebssystem und die umfassenden Erfahrungen in der Elektrifizierung des Antriebs mache Vitesco Technologies zum bevorzugten Partner der Automobilhersteller, die die Zukunft der E-Mobilität aktiv gestalten wollten.

Nach Vitesco Technologies setzt der PSA-Konzern das Antriebssystem auf seiner modularen Elektroplattform e-CMP ein, auf der unter anderem die Elektro-Kleinwagen Peugeot e-208 und Opel Corsa-e basieren. Hyundai Motor Corporation macht Vitesco Technologies über das Joint Venture Beijing Hyundai zum bevorzugten Partner im chinesischen Markt und bestückt das kompakte SUV-Modell Encino und die Limousine Lafesta mit der Elektroantriebstechnologie von Vitesco. Nach Angaben des Unternehmens sollen in den nächsten zwölf Monaten mit Vitesco Technologies ausgerüstete Elektrofahrzeuge weiterer Hersteller folgen. Außerdem bringe der innovative Achsantrieb von Vitesco auch das Elektrofahrzeug Sion des deutschen Start-up-Unternehmens Sono Motors in Fahrt. Wolf: „Die Elektromobilität  - und mit ihr innovative Technologie von Vitesco – gelangt jetzt auf breiter Basis in den Verkehrsalltag.“                                                                      

Volker Benke

Veröffentlicht 18.10.2019


Auch Continental schaltet auf elektrische Zukunft um

Continental konzentriert sich schneller und konsequenter auf seine Stärken

Weil die Kunden immer energischer auf die Elektrifizierung der Antriebe setzen, wird Continental mehr Energien in die elektrische Zukunft der Mobilität stecken. Grund dafür sind auch die sich verschärfenden politischen Vorgaben. Diese führten zu einem „zunehmend disruptiven Markt“, für den die künftigen Technologien „durch Regulierungen zwangsweisevorgezeichnet“ sind, stellte das Unternehmen fest. Der Leiter der Continental-Division Powertrain, Andreas Wolf (Foto lks.), sagte, die Kunden des Unternehmens setzten jetzt konsequenterweise immer energischer sowohl auf die Elektrifizierung von Verbrennungsmotoren durch Hybridantriebe als auch auf reine Batterie-elektrische Fahrzeuge. Auf dem Gebiet der elektronischen Steuerungen und dazu gehörender Funktionssoftware sei Conti schon lange eine der technologisch führenden Akteure. Wolf: „Wir konzentrieren uns jetzt im Takt unserer Kunden und Märkte noch schneller und konsequenter auf unsere Stärken und streben mit all unserer erfolgreich angewandten Erfahrung zügig in die Zukunft der Elektromobilität.“  Mit dieser Strategie und einigen Portfoliooptimierungen wolle das Unternehmen seine Finanzkraft sowie seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit im Antriebsgeschäft dauerhaft sichern, betonte Wolf.

Und er fügte hinzu, die Zukunft sei „zweifellos elektrisch“, davon sei das Unternehmen überzeugt. Die Transformationsphase auf dem Weg dahin werde von einem Antriebsmix geprägt sein, das heiße, die klassischen Verbrennungsmotoren würden noch viele Jahre weiter gebraucht. Wolf: „Vor allem in Kombination mit effizienten Hybridtechnologien werden sie einen wesentlichen Beitrag zu geringeren Emissionen leisten“. Innerhalb des Antriebsmix rechnet das Unternehmen mit einer unterschiedlich ausgeprägten Dynamik: der Markt für Hochvoltkomponenten und Lösungen für Hybridisierung wachse deutlich schwungvoller als erwartet. Dieser schnellere Produktionsanstieg führe früher als bisher angenommen zu einem wirtschaftlich attraktiven Geschäft.

Für reine Verbrennungskomponenten eröffneten sich dagegen künftig nur noch selektive Wachstumschancen, heißt es bei Conti. Deshalb habe sich Continental-Powertrain entschlossen, in sein Geschäft mit hydraulischen Komponenten immer weniger zu investieren. Dieser Teil der Strategie betreffe vor allem Injektoren und Pumpen für Benzin- und Dieselmotoren. Laut Wolf verlieren Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Produktionskapazitäten für Neuentwicklung ihre Wirtschaftlichkeit. Bestehende Verträge würden zwar erfüllt, aber neue Aufträge eine immer geringere Rolle spielen, sagte Wolf.

Wolf wies zudem daraufhin, dass Continental Abstand von früheren Überzeugungen nehme, in der Zukunft möglicherweise in die Fertigung von Festkörperbatteriezellen einzusteigen. Dieses hatte sich das Unternehmen bislang offengehalten. Der disruptive Markt biete für Continental  aber keine wirtschaftlich attraktive Perspektive mehr.                                                                             

Volker Benke

Veröffentlicht 28.09.2019


Autozulieferer Continental investiert in Mitarbeiter

Weiterbildung soll angeboten werden

Der Autozulieferer Continental will viel Geld in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter investieren. Es soll vor allem in un- und angelernten Produktionsmitarbeitern eine Weiterbildung ermöglicht werden, teilte das Unternehmen mit. „Im Zuge von Elektrifizierung und Digitalisierung  werden einfache Tätigkeiten immer mehr durch komplexe Aufgaben ersetzt, die eine Ausbildung erfordern", sagte Personalvorstand Ariane Reinhart. Im September sollen die ersten Maßnahmen beginnen. Und nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ haben zwischen 10 000 und 12 000 Conti-Beschäftigte in Deutschland keinen qualifizierten Abschluss.

Das ist ein guter Zeitpunkt für die Weiterbildungsoffensive, weil Conti zuletzt in drei niedersächsischen Standorten der Sparte Contitech Kurzarbeit angemeldet habe - in Dannenberg, Vinnhorst und Northeim. Rund 800 Mitarbeiter sind von der Kurzarbeit betroffen.

Continental gründete für die  Weiterbildung ein Institut für Technologie und Transformation ( CITT). Das Angebot soll die Themen Industrie 4.0 rund um vernetzte Produktion, neue Antriebskonzepte und Digitalisierung umfassen. Die Kosten für die Lehrgänge und den Arbeitsausfall sollten auf Politik, Unternehmen und Mitarbeiter verteilt werden, forderte der Autozulieferer.

„Wenn wir nur 20 Prozent unserer Mitarbeiter in Deutschland neun Monate lang qualifizieren wollen, kostet uns das eine Million Euro", sagte Reinhardt.

Ute Micha, Presse DienstNord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 17.09.2019