CONTINENTAL AG


SCHOCK auf der ganzen Linie

Mega Stellenabbau bei Continental

20 000 Arbeitsplätze sind weltweit betroffen

Das ist ein Schock -  bis zu  20 000 Arbeitsplätze sind betroffen - allein 7 000 Arbeitsplätze in Deutschland. Im Gespräch ist der Verkauf von Geschäftsteilen, der Konzern will seine Strukturen massiv umbauen.  

Das ist eine Hiobsbotschaft für Tausende Continental-Mitarbeiter. Der Auto Zulieferer Continental startet das größte Sanierungsprogramm seiner Unternehmensgeschichte.

Binnen zehn Jahren könnten bis zu 20 000 Arbeitsplätze wegfallen beziehungsweise von Veränderungen des Unternehmens betroffen sein - davon allein 7 000 in Deutschland. Das gab der Konzern nach einer Aufsichtsratssitzung bekannt. Und die geplanten Veränderungen sehen nicht nur einen Stellenabbau vor, sondern auch den Verkauf von Geschäftsteilen sowie Verlagerungen innerhalb des Konzerns.

Laut Unternehmen sollen in den USA  ein ganzes Werk mit 650 Mitarbeitern dichtgemacht werden. In Malaysia schließe ein Standort mit 270 Beschäftigten. Über weitere Projekte werde aber noch verhandelt. In Deutschland wird es den südhessischen Standort besonders hart treffen. Dort sollen 1 800 Arbeitsplätze wegfallen - das ist die Hälfte der Belegschaft.

Allerdings gab der Konzern nicht an, wie viele Stellen genau abgebaut werden. Dies hänge von nun startenden Verhandlungen mit den Arbeitnehmervertretungen an den einzelnen Standorten ab.

Und ab 2023 sollen die Kosten durch den Umbau dann auch jährlich um eine halbe Milliarde Euro sinken. Allerdings dürfte der Umbau insgesamt rund 1,1 Milliarden Euro kosten, der Großteil davon in den Jahren 2019 bis 2022. Parallel sollen aber Wachstumsfelder wie die Elektromobilität ausgebaut werden.

Doch trotzdem sind die Gewerkschaften sauer und kündigen Widerstand an, der Betriebsrat des Hauses Continental rebelliert.

„Die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat von Conti haben einer Schließung von Standorten in Deutschland nicht zugestimmt, sondern lediglich einer ergebnisoffenen Prüfung", sagte die stellvertretende Aufsichtsratschefin Christiane Brenner (Foto lks.) von der IG Metall. „Den vom Vorstand geplanten gravierenden Stellenabbau werden sie nicht akzeptieren.“ Allein die Beschäftigten sollten hier für Managementfehler zahlen. „Wir erwarten von Continental zukunftsweisende Konzepte.“ Konzernbetriebsratschef Hasan Allak (Foto r.): „Ich verurteile die Planungen des Vorstands auf das Schärfste!“

Conti reagiert mit dem Umbau auf den Rückgang in der weltweiten Autoproduktion und die stärkere Nachfrage der Kundschaft nach digitalen Lösungen. Und wie den anderen Zulieferern und Autobauern auch, macht den Niedersachsen die anhaltende Konjunkturschwäche zu schaffen. In den vergangenen rund zwölf Monaten wurden deshalb mehrfach die Geschäftsziele heruntergeschraubt.

Schon vor geraumer Zeit hieß es, auch Standorte würden überprüft. Seitdem verhandelte das Management mit der Arbeitnehmervertretung über das Sparprogramm. Neben dem angestrebten Teilbörsengangsteht mittlerweile auch ein Komplettverkauf der Antriebstechnik im Raum.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 24.09.2019


Auch Continental schaltet auf elektrische Zukunft um

Continental konzentriert sich schneller und konsequenter auf seine Stärken

Weil die Kunden immer energischer auf die Elektrifizierung der Antriebe setzen, wird Continental mehr Energien in die elektrische Zukunft der Mobilität stecken. Grund dafür sind auch die sich verschärfenden politischen Vorgaben. Diese führten zu einem „zunehmend disruptiven Markt“, für den die künftigen Technologien „durch Regulierungen zwangsweisevorgezeichnet“ sind, stellte das Unternehmen fest. Der Leiter der Continental-Division Powertrain, Andreas Wolf (Foto lks.), sagte, die Kunden des Unternehmens setzten jetzt konsequenterweise immer energischer sowohl auf die Elektrifizierung von Verbrennungsmotoren durch Hybridantriebe als auch auf reine Batterie-elektrische Fahrzeuge. Auf dem Gebiet der elektronischen Steuerungen und dazu gehörender Funktionssoftware sei Conti schon lange eine der technologisch führenden Akteure. Wolf: „Wir konzentrieren uns jetzt im Takt unserer Kunden und Märkte noch schneller und konsequenter auf unsere Stärken und streben mit all unserer erfolgreich angewandten Erfahrung zügig in die Zukunft der Elektromobilität.“  Mit dieser Strategie und einigen Portfoliooptimierungen wolle das Unternehmen seine Finanzkraft sowie seine Wettbewerbs- und Zukunftsfähigkeit im Antriebsgeschäft dauerhaft sichern, betonte Wolf.

Und er fügte hinzu, die Zukunft sei „zweifellos elektrisch“, davon sei das Unternehmen überzeugt. Die Transformationsphase auf dem Weg dahin werde von einem Antriebsmix geprägt sein, das heiße, die klassischen Verbrennungsmotoren würden noch viele Jahre weiter gebraucht. Wolf: „Vor allem in Kombination mit effizienten Hybridtechnologien werden sie einen wesentlichen Beitrag zu geringeren Emissionen leisten“. Innerhalb des Antriebsmix rechnet das Unternehmen mit einer unterschiedlich ausgeprägten Dynamik: der Markt für Hochvoltkomponenten und Lösungen für Hybridisierung wachse deutlich schwungvoller als erwartet. Dieser schnellere Produktionsanstieg führe früher als bisher angenommen zu einem wirtschaftlich attraktiven Geschäft.

Für reine Verbrennungskomponenten eröffneten sich dagegen künftig nur noch selektive Wachstumschancen, heißt es bei Conti. Deshalb habe sich Continental-Powertrain entschlossen, in sein Geschäft mit hydraulischen Komponenten immer weniger zu investieren. Dieser Teil der Strategie betreffe vor allem Injektoren und Pumpen für Benzin- und Dieselmotoren. Laut Wolf verlieren Investitionen in Forschung und Entwicklung sowie Produktionskapazitäten für Neuentwicklung ihre Wirtschaftlichkeit. Bestehende Verträge würden zwar erfüllt, aber neue Aufträge eine immer geringere Rolle spielen, sagte Wolf.

Wolf wies zudem daraufhin, dass Continental Abstand von früheren Überzeugungen nehme, in der Zukunft möglicherweise in die Fertigung von Festkörperbatteriezellen einzusteigen. Dieses hatte sich das Unternehmen bislang offengehalten. Der disruptive Markt biete für Continental  aber keine wirtschaftlich attraktive Perspektive mehr.                                                                             

Volker Benke

Veröffentlicht 08.08.2019


Autozulieferer Continental investiert in Mitarbeiter

Weiterbildung soll angeboten werden

Der Autozulieferer Continental will viel Geld in die Qualifizierung seiner Mitarbeiter investieren. Es soll vor allem in un- und angelernten Produktionsmitarbeitern eine Weiterbildung ermöglicht werden, teilte das Unternehmen mit. „Im Zuge von Elektrifizierung und Digitalisierung  werden einfache Tätigkeiten immer mehr durch komplexe Aufgaben ersetzt, die eine Ausbildung erfordern", sagte Personalvorstand Ariane Reinhart. Im September sollen die ersten Maßnahmen beginnen. Und nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ haben zwischen 10 000 und 12 000 Conti-Beschäftigte in Deutschland keinen qualifizierten Abschluss.

Das ist ein guter Zeitpunkt für die Weiterbildungsoffensive, weil Conti zuletzt in drei niedersächsischen Standorten der Sparte Contitech Kurzarbeit angemeldet habe - in Dannenberg, Vinnhorst und Northeim. Rund 800 Mitarbeiter sind von der Kurzarbeit betroffen.

Continental gründete für die  Weiterbildung ein Institut für Technologie und Transformation ( CITT). Das Angebot soll die Themen Industrie 4.0 rund um vernetzte Produktion, neue Antriebskonzepte und Digitalisierung umfassen. Die Kosten für die Lehrgänge und den Arbeitsausfall sollten auf Politik, Unternehmen und Mitarbeiter verteilt werden, forderte der Autozulieferer.

„Wenn wir nur 20 Prozent unserer Mitarbeiter in Deutschland neun Monate lang qualifizieren wollen, kostet uns das eine Million Euro", sagte Reinhardt.

Ute Micha, Presse DienstNord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 17.09.2019