Mit “Schluß jetzt!" ins Jahr 2018

Alles das und noch viel mehr im Museum Wilhelm Busch zu entdecken

Es macht immer wieder große Freude, das Wilhelm Busch-Museum zu besuchen – und mit einem Schmunzeln auf dem Gesicht verlässt der Besucher diese wunderbare Institution Museum!

Bis 2. April heißt es „Schluss jetzt! – Das Alter im Spiegel der Karikatur“, einer Partnerausstellung der Ausstellung „Silberglanz. Von der Kunst des Alters“ im Landesmuseum.

Hier sind Zeichnungen von Ernst Kahl - brutal, lustig, manchmal an der Grenze des guten Geschmacks, zu sehen und gleichzeitig zeigt sich eine liebevolle Hommage an die Eigenschaften des Alterns. Wie auch das Heiraten von wohlhabenden Partnern in Manfred Deix „Männliche Prostitution nimmt zu“, ebenso Thema wie die „Eitelkeit bis zum Tod“ von Francisco de Goya. Wie de Goya war auch Wilhelm Busch kein Karikaturist, aber ein scharfer Beobachter menschlicher Dilemmata, wie er z.B. in der Ausstellung „Zeit I, II, III“ und anderen beweist.

Tomi Ungerer (*1931): „Die Schönste im ganzen Land“. 1963. Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst

Diese Ausstellung läuft noch bis zum 2. April -  und ist einmalig und sehenswert.                                

 

Wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein

Die wundersame Welt der „Zahmen Viecher & wilde Bestien"

Plakatmotiv: Günter Kunert: Für Marianne, 1971 © Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst

Tierische Karikaturen und große Ehrung für Fritz Wolf im Museum Wilhelm Busch zu sehen

Mit „Zahme Viecher & wilde Bestien“ wird die wunderbare Welt der Tiere im Reich der Karikatur  gezeigt. Eine Super-Schau mit 220 Bildern von 68 Künstlern, von 1800 bis heute – diese Ausstellung gestattet nicht nur ein Überblick darüber, wie Humoristen immer wieder das Verhältnis von Mensch und Tier komisch und kritisch betrachten, sondern auch über die Geschichte der Zeichenkunst. Außerdem sind die Ausstellungen immer wieder ein weiterer Beleg des kapitalen Fundus des Museum Wilhelm Busch, Deutsches Museum für Karikatur & Zeichenkunst, aus dem der größte Teil des Gezeigten stammt: „Vieles war noch nie zu sehen“, sagt Museumsdirektorin Gisela Vetter-Liebenow, die mit ihrer geschätzten Kollegin Ruth Brunnengraber-Malottke, die Ausstellung konzipierte.

„Das Tier ist der Spiegel des Menschen“, sagt Museumsdirektorin Vetter-Liebenow. „Es zeigt unsere Schwächen, Eitelkeiten und Fehler – und gerne mal mehr Ähnlichkeiten, als uns lieb ist.“

Einsamkeit und Zweisamkeit: Wolf-Rüdiger Marundes Schweine bewundern im siebten Himmel die „Arschwolken“ und Ronald Searles Vogel, der eckige Eier legt, spürt den Preis des Andersseins. Im Zentrum der neuen Ausstellung "Zahme Viecher & wilde Bestien" im Museum Wilhelm Busch steht Marundes „Arschwolken.

 

Ronald Searle: The Square Egg, 1966 © Museum Wilhelm Busch – Deutsches Museum für Karikatur und Zeichenkunst, Dauerleihgabe der Stiftung Niedersachsen

Die reichhaltig ausgestattete Ausstellung ist in sechs Kapitel unterteilt.

Da ist zu sehen, wie man sich bereits im 19. Jahrhundert über die Ähnlichkeit mancher Zeitgenossen mit dem lieben Vieh amüsierte, wie zum Beispiel mit den Wappentieren der Völker - vom gallischen Hahn über den englischen Löwen bis hin zu unserem Bundesadler, alles vorhanden – und als nationale Sinnbilder wurden sie in der Karikatur verwendet. Und  auch die Politik spielt eine Rolle im tierischen Reigen – daran erinnern „Die roten Strolche“ aus den 90ern, die mit „Ziege“ Rudolf Scharping und der damaligen SPD-Führung gemeine Fabeln in der „Titanic“ erzählten. 

Es sind große Namen vertreten: Da schwingt zum Beispiel bei Ernst Kahl das zutiefst erboste Federvieh die „Gänsekeule“, Toni Ungerer steckt einen eitlen Mandrill in Stöckelschuhe und Strapse und F.K. Waechters berühmte Gans hadert einmal mehr „Wahrscheinlich guckt  wieder kein Schwein“ – und das wird einfach widerlegt. Das ist doch wirklich Klasse.

Wenn der Mensch auf die Tiere schaut, erkennt er sich selbst: das war wohl schon immer so und wird hier überdeutlich, in dieser wunderschön konzipierten Ausstellung.

Fritz Wolf – ein Überblick über ein Lebenswerk

Eine Reise durch die bundesdeutsche Geschichte bietet die Ausstellung in der Ensmann-Galerie des Museums, die gleichzeitig bis 21. Mai gezeigt wird: Sie ist dem Karikaturisten Fritz Wolf (1918-2002) gewidmet, der im Mai diesen Jahres 100. Geburtstag feiern würde – von Adenauer bis Merkel begleitet er das politische Geschehen der Bundesrepublik Deutschland.

Pikant der Brief, den Konrad Adenauer am 28. August an den Uwe Breker-Verlag, Köln, schickte: „Ihren Karikaturenband‚ 'Adenauer, M Sein Leben‘ finde ich recht wenig gut“, und „ich behalte mir vor, Schritte gegen die Verbreitung einer solchen Persiflage zu tun.

Zu den Ausstellungen werden jede Menge Veranstaltungen angeboten: Führungen, Workshops (17.2., 4., 10. + 17.3., 14. 4. Und 5.5.)und am 5.5. ist das Krokodiltheater mit „Frau Meier, die Amsel, einem Figurentheater nach dem Kinderbuch von Wolf Erlbruch zu Gast. (www.karikatur-museum.de)

Im Kinderkabinett auf der Sammlungsebene können Kinder ihren Spaß haben mit Lesen, Stöbern und Staunen!

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe

 

Das Museum Wilhelm Busch hat ein erfolgreiches Jahr hinter sich

Das vergangene Jahr lief so gut wie seit Loriot nicht mehr

In 2017 hat das  Wilhelm Busch-Museum für Karikatur- und Zeichenkunst 63 000 Besucher angezogen. Nur 2014 hatte, dank der Loriot-Ausstellung „Spätlese“, noch mehr Liebhaber der Karikaturen angezogen. 

„Wir sind sehr stolz auf unsere Arbeit“, erklärt Geschäftsführerin Gisela Vetter-Liebenow. Der jedoch größte Erfolg waren die Ausstellung „Think Big“ mit Karikaturen des Österreichers Gerhard Haderer - einfach unvergesslich!

Sicherlich ist es auch diesem Erfolg zu verdanken, daß 2018  zwei Ausstellungen rund um weltpolitische Karikaturen im Museum zu sehen sein werden. Ein Hochgenuss! Wie z.B. eine von Gerald Scarfe über Weltpolitiker: 120 Werke aus mehreren Jahrzehnten werden vom 26. Mai bis 12. August im Großformat unter dem Begriff „Big  Heads“ zu sehen sein. Nicht nur Trump ist das Ziel der gnadenlosen Zeichnungen – auch andere Größen wie Obama, Merkel oder Kennedy müssen herhalten.

Beginnen wird der Ausstellungsmarathon mit Fritz Wolf, der auch für den „Stern“ gearbeitet hat, am 10. Februar mit der Ausstellung „Zahme Viecher & wilde Bestien“ – einer Sammlung von Tierkarikaturen.

Freudig erregt wartet das Museum auf „Sammel und Surium“, die Werkschau der Illustratorin Rotraut Susanne Berner: „Vorfreude“ heißt die recht skurrile, aber auch offen gelassene Illustration von ihr, bei der eine Familie samt Tieren in den Himmel starrt. Das Wilhelm Busch-Museum widmet der 70-jährigen Künstlerin eine Werkschau aus ihren 40 Jahren als Illustratorin.

Vom 17. August bis zum 4. November werden Bücher und Bilder der mit dem Hans-Christian Andersen-Preis ausgezeichneten Künstlerin gezeigt.

Zu sehen sein werden auch Menschen, die in keiner Weise vom Künstler verschont werden, wie der ostdeutsche Porträtkarikaturist Harald Kretschmar zeigt. Ab dem 14. April ist die Sammlung „Kleine Leute, große Leute“  rund um prominente Figuren der Menschheitsgeschichte zu sehen.

Ab dem 19. November werden zum Abschluss des Jahres die Zeichnungen des 2004 verstorbenen Bernd Pfarr gezeigt.

                                                                                      

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe