130 % mehr Sprengel

Unter dem „Slogan 130% Sprengel“ hat das Museum richtig was zu bieten

Sprengel-Direktor Reinhard Spieler  setzt  auf  große Ausstellungen, möchte  aber auch mit kleineren und feineren Exponaten punkten. Das Museum bietet auch ein vielfältiges Veranstaltungs- und Vermittlungsprogramm.

Öffnungszeiten
Dienstags 10 - 20 Uhr, mittwochs bis sonntags 10 - 18 Uhr, montags geschlossen.


Rineke Dijkstras ist eine herausragende Fotografin der Gegenwart

Rineke Dijkstras Fotos und Videos im Sprengel Museum zu bewundern

Ganz schön gelenkig: Das Video „The Gymschool 2014“ von Rineke Dijkstras im Sprengel Museum dauert ganze 15 Minuten. Die Künstlerin vermittelt mit ihren Video und Porträts das Gefühl jung zu sein: Ob Jungen oder Mädchen mit Strandklamotten angezogen blicken scheu und doch selbstbewusst den Betrachter an. Wie es nun mal am Strand aussieht, wenn das Wetter gut ist, die Sonne scheint, der Himmel ist blau genau wie das Meer - entstanden sind ihre „Beach Portraits“ über mehrere Jahrzehnte am Schwarzen Meer, in den Niederlanden oder auch in den USA.

Die ab 1992 aufgenommenen Porträts stehen für die international bekannte und gefeierte Bildsprache der Foto-Künstlerin, für den sie den Hasselblad-Preis – eine Art Nobelpreis der Fotografie- bekommen hat.

Das Sprengel Museum überreichte Rineke Dijkstras den mit 15 000 Euro dotierten internationalen Spectrum-Preis der Stiftung Niedersachsen.

Dieser Preis ist mit einer großen Schau im Sprengel Museum und einem Künstlerbuch verbunden.  

Rineke Dijkstra, Vondelpark, Amsterdam, June 10, 2005, C-Print, 151,8 x 178,4 cm
Sammlung Niedersächsische Sparkassenstiftung im Sprengel Museum Hannover

“Figuren“ (Titel) präsentiert Rineke Dijkstras 60 Werke in einem – das ist das Besondere – fesselnden Dialog mit Werken der Sammlung des Hauses, das die Künstlerin schon 1998 zeigte. „Für uns typisch“, so Sprengel-Direktor Reinhard Spieler, “entdecken, dranbleiben und dann den internationalen Star wieder ausstellen.“

Von der Künstlerin werden viele Arbeiten gezeigt, die man aus internationalen Ausstellungen kennt oder auch meint, sie schon gesehen zu haben. Die fotografische Signatur der Niederländerin ist unverkennbar – und macht sie zur sicherlich wichtigsten Porträtfotografin der Gegenwart.

Seit Jahren porträtiert sie Menschen – für sich nimmt die Künstlerin in Anspruch, nicht fotografiert zu werden, jedenfalls nicht einfach nur so! Und schon gar nicht mit einem Smartphone! Rineke Dijkstras benutzt eine Großformatkamera und lässt sich ohne wenn und aber auf die Jugendlichen ein: „Wenn ich ein Foto mache, versuche ich, so offen wie möglich zu sein.“ Auch für die Aktionen des lebenden Motivs: „Die Posen kommen von den Menschen selbst.“

Material und Motiv sind bei ihr nun einmal oft Jugendliche, sie ist von ihnen  fasziniert,  weil sie noch nicht so festgelegt sind: „In meinen Arbeiten geht es immer wieder um Übergänge.“ Diese sind dann in einem künstlerischen Akt festgelegt.

Übergänge, Zwischenräume, Posen, Haltung, das alles zeichnet auch die von ihr ausgewählten Skulpturen aus, wie zum Beispiel die „Watcher III“ von Lynn Chadwick, oder das, wie schon erwähnt „Beach Porträt“.  Es wird als Kombi gezeigt, mit einer Skulptur von Kurt Lehmann „Hirtenjunge“, oder die Bronze „Made in USA“ von  ShinkichiTajiri, die verblüffend mit den Fotografien kombiniert sind. Ganz tief ist die Künstlerin in die Sprengel Sammlung eingestiegen und hat stets die passenden Stücke herausgesucht – und beweist ihre geniale Kombinationsgabe bei einer Videoarbeit, die mit einem Gemälde von Max Beckmann korrespondiert.

Die Ausstellung ist bis zum 6. Mai zu bewundern.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe

„Hundert Hoffnungen“ im Sprengel Museum

Werke von zehn Künstlern in einer wunderbar arrangierten Ausstellung

Das Ende des 2. Weltkrieges  - der schien weit weg zu sein in den Sechziger- und Siebzigerjahren in Deutschland, als sich der Wohlstand rasend schnell entwickelte.

Da fing es an, dass die Menschen öfter an die Vorzüge eines Farbfernsehers als an die Gewalt des Krieges dachten.

Sehnsüchte nach Freiheit und Frieden standen im Vordergrund aber auch der Protest – in der Gesellschaft und in der eigenen Familie.

 

Sigmar Polke, Wochenendhaus
© VG Bild-Kunst Bonn, 2017 / The Estate of Sigmar Polke, Köln, Foto: Herling / Herling / Werner, Sprengel Museum Hannover

Der Versuch die Last der Vergangenheit abzuschütteln, ist Gegenstand der kleinen, aber feinen Ausstellung „Hundert Hoffnungen“ im Sprengel Museum. Namensgeber ist das gleichnamige Werk des Düsseldorfer Malers Konrad Klapheck, der auch als Vorläufer des German Pop gilt. Dafür hat die Kuratorin Felicitas Mattheis entsprechende Werke arrangiert, die die Spannung der gegensätzlichen Arten der Vergangenheitsbewältigung zeigt.

Die von René Block veröffentlichte Mappe „Grafik des kapitalistischen Realismus“ von 1968 war Ausgangspunkt der Werkschau von Klapheck. Präsentiert mit sechs Arbeiten von Künstlern wie Klaus Peter Brehmer, Gerhard Richter oder Konrad Lueg.

Präsentiert werden auch Werke von Joseph Beuys, K. H. Hödicke, Siegfried Neuenhausen, Sigmar Polke, Heinrich Riebesehl und Wolf Vostell im Raum ‚Sprengel Focus‘ in der Unteren Sammlung.
 

Die wunderbar arrangierte Ausstellung ist noch bis zum 25. Februar 2018 zu sehen, insgesamt werden Werke von zehn Künstlern gezeigt.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Unverhofft kommt doch

Sprengel Museum ist „Museum des Jahres 2017“

Das war eine große Überraschung: Zum „Museum des Jahres“ kürte die deutsche Sektion des Internationalen Kunstkritikerverbandes (AICA) in diesem Jahr das Sprengel Museum Hannover: Besonders im Blick hatte die Jury bei der Auszeichnung die herausragende Sammlung der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts, die durch gezielte Ankäufe, Schenkungen und Dauerleihgaben – unterstützt durch wichtige Partner und Förderer – kontinuierlich wächst.

Eine wichtige Rolle spielte für den Kritikerverband zudem die Gründung des ersten Foto-Blogs im deutschsprachigen Raum (www.foto-kunst-theorie.de ) . Er bietet eine Plattform, „um unter dem Horizont der Kunst über Fotografie zu diskutieren“. Die Auszeichnung würdigt zudem einen konsequenten Blick auf die zeitgenössische Kunst, der sich das Sprengel Museum Hannover mit abwechslungsreichen Sonderausstellungen widmet.

Die Feiern anlässlich der Preisverleihung zum “Museum des Jahres 2017“ und zur „Ausstellung des Jahres“ („Surreale Sachlichkeit: Werke der 1920er und 1930er Jahre aus der „Nationalgalerie“ in der Sammlung Scharf-Gerstenberg) findet im Januar 2018 im Sprengel Museum in Hannover statt.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Fake News auch im Kunstbetreb – Original, Fälschung oder Kopie?

Eine Schau um ein heißes Thema

Nahezu jede Sammlung enthält Werke, die gefälscht, kopiert, neu gegossen oder neu abgezogen wurden. Diesem brisanten Thema widmet sich jetzt das Sprengel Museum mit Werken aus der eigenen Sammlung.

Ab 2. Februar werden vermeintliche Werke von Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Wols gezeigt, die sich nach bisheriger Beweislage als Repliken, Fälschungen und Kopien erwiesen haben, ausgestellt.

Zu diesen „Fällen“ wird der aktuelle Forschungsstand dargelegt, der durch wissenschaftlichen Austausch, durch das Erstellen von Werkverzeichnissen, durch Restaurierung und Provenienzrecherchen entstanden ist. Gegenübergestellt wird dieser Präsentation eine Arbeit von Dirk Dietrich Hennig, dessen Werk sich mit Original, Geschichte und Fälschung auseinandersetzt.

Mit diesem interessanten und brisanten Thema haben sich schon viele Museen und Kunsthäuser auseiendersetzten müssen - siehe Internet (Foto Spiegel-Online)!

Hannover Woche, Sigrid Lappe / Presse Dienst Nord, Ute Micha


KALIBRIERUNG - Bild und Wirklichkeit

Mit  „Kalibrierung 5“  werden Bild und Wirklichkeit von den Künstlern Margret Eicher und Adi Hoesler ausgelotet

Fragen, die die Ausstellung „Kalibrierung 5“  des Sprengel Museums aufwirft, sind bizarr – eine zweiteilige in mehrfachem Sinn zusammenhängende Präsentation von zwei Künstlern.

So füllt das eine Werk die gesamte Rückwand der Einblickshalle vom Eingang aus links zu sehen, sechs Meter hoch und 15 Meter lang, das andere Werk  hängt mit gut zwölf Quadratmetern auf dem ersten Werk. Das eine ist ein Computerausdruck, das andere ein äußerst kunstvoll gewebter Gobelin. Beide beziehen sich indirekt auf ältere Kunst und die jüngere auf die Mediengeschichte.

Die Künstler vor ihrem Werk. Foto U. Micha

Diese Ausstellung verspricht das Verhältnis von „Bild und Wirklichkeit“ zu durchleuchten. Die Ausstellung ist ein Gemeinschaftswerk von Margret Eicher und Adi Hoesle unter dem Titel „Kalibrierung 5“.  

Das Kalibrieren ist die Untersuchung von Messabweichungen. Sie dient normalerweise dazu, verlässlich auftretende Fehler, wie zum Beispiel bei der Reproduktion  eines Objektes, verlässlich zu korrigieren.

 

Margret Eichers Vorlage ist immerhin eine sehr aufwändige, figurative und sinnstiftende Tapisserie. Sie wurde in einer traditionsreichen belgischen Weberei angefertigt.

Adi Hoesle greift in seine Messung ein, dass kleine Fehler dann großflächig auch Fehlermachen – und das computergenerierte Ergebnis dann zwischen Bildzerstörung und einem Himmelsritt liegt.

„Kalibrierung 5. Bild und Wirklichkeit“ ist bis zum 18. Februar im Sprengel Museum, zu sehen.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Die Fotoausstellung Jochen Lempert

Der Biologe und Fotograf setzt seine Berufe in einen verblüffenden Bildkosmos.

Lemperts Honeyguides sind bis

18. Februar 2018 zu sehen.


Theoretische Auseinandersetzung im Foto-Blog

Der neue Sprengel FOTO-Blog FOTO \ KUNST \ THEORIE bietet eine theoretische Auseinandersetzung im Spannungsbereich von Fotografie und Kunst - und das ist im deutschsprachigen Raum einmalig (www.foto-kunst-theorie)

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe