Sprengel Museum Hannover

Unter dem Slogan "130% Sprengel“ hat das Museum richtig was zu bieten

Das Sprengel Museum Hannover zählt mit seiner umfangreichen Sammlung und dem vielfältigen Ausstellungsprogramm zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. Jahrhunderts und 21. Jahrhunderts.

Den Anfang machte die Schenkung von Schokoladenfabrikant Dr. Bernhard Sprengel: 1969 übergab er seine umfangreiche Sammlung moderner Kunst der Stadt Hannover und unterstützte den Bau des Museums. Eindrucksvolle Akzente setzen wichtige Künstlergruppierungen wie „Die Brücke“, „Der Blaue Reiter“ sowie Stilrichtungen wie der Kubismus und der Surrealismus. Die Sammlung umfasst bedeutende Werkgruppen u. a. von Pablo Picasso, Fernand Léger, Max Beckmann, Max Ernst, Paul Klee, Emil Nolde, und Kurt Schwitters.

Niki de Saint Phalle, die durch ihre Nana-Skulpturen bekannt geworden ist, bereichert das Museum durch ihre Schenkung im Jahr 2000. Mit über 400 Werken sind alle wesentlichen Schaffensphasen der „Jahrhundertkünstlerin“ vertreten, darunter Assemblagen, Schießbilder, Skulpturen und Zeichnungen. Eine Attraktion sind die von Künstlern gestalteten Räumen, wie die Rekonstruktion des legendären Merzbaus von Kurt Schwitters und die Lichträume von James Turrell. In den vergangenen 30 Jahren ist der Bestand des Museums um wesentliche Werke wie z. Bsp. von Andy Warhol, Alexander Calder, Gerhard Richter und Sigmar Polke. Darüber hinaus stellt die Fotografie einen wesentlichen Sammlungsschwerpunkt dar.

Öffnungszeiten: Montag geschlossen, Dienstag 10 - 20 Uhr, Mittwoch bis Sonntag 10 - 18 Uhr.

Achtung! Aufgrund einer Personalversammlung öffnet das Museum am Freitag, 14. Dezember erst um 11 Uhr. 

Eintritt: Sammlung des Museums und Sonderausstellungen 7 Euro, ermäßigt 4 Euro, freier Eintritt für Kinder bis 12 Jahre,  freitags freier Eintritt. Führungen und Sonderveranstaltungen (sofern nicht anders angegeben) zzgl. 1 Euro. Gruppen ab 10 Personen: 5 Euro, ermäßigt 3,50 Euro. Jahreskarte (Sammlung und Sonderausstellung): 35 Euro, ermäßigt 20 Euro.

Telefon (0511) 168 - 4 38 75, E-Mail: Sprengel-Museum@Hannover-Stadt.de.  

Sprengel-Museum setzt auf neues Logo

Zu sehen sind: Zwei unvollendete Kreise, darauf ist ein Schriftzug im Weißraum zu sehen. Und so sieht es jetzt aus, das neue Logo vom Sprengel-Museum. Denn im kommenden Jahr feiert das Museum seinen 40. Geburtstag, bis zu diesem Zeitpunkt soll das gesamte optische Erscheinungsbild verändert und modernisiert sein.

„Die beiden Kreise umschließen einen Raum der Kunst", erklärt Direktor Reinhard Spieler das Logo,  wobei der rechteckige Raum der Form des Anbaus nachempfunden ist.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche 


AUSSTELLUNGEN


AMÜSIERT: Florentina Pakosta im Selbstbildnis „Lachen"!

Retrospektive der österreichischen Künstlerin Florentina Pakosta im Sprengel Museum

Manchmal kann Lachen quälend sein; doch es hilft - insbesondere,  wenn man sich mit den Strukturen der Macht auseinandersetzt oder setzen muß! Und „Lachen" hat Florentina Pakosta (links. Foto Lisa Rastl)  ihr Selbstbildnis dann auch genannt. Als zentrales Motiv hängt das „Lachen" inmitten der Retrospektive der vielseitigen Künstlerin im Sprengel Museum, und es ist das einzige Frauenporträt zwischen männlichen Macht- und Widerstandsmenschen. Doch fröhlich sieht dieses Lachen nicht aus!

Mit dieser Retrospektive ehrt das Museum eine der großen feministischen Künstlerinnen mit ihrem ersten großen Museumsauftritt in Deutschland und ihrer größten Einzelausstellung zu ihrem 85. Geburtstag am 1. Oktober. 

Zuvor war die Schau schon beim Kooperationspartner, der Albertina in Wien zu sehen. Für Hannover wurde sie noch einmal deutlich erweitert.

Mit 123 Werken wird das Lebenswerk einer ungezähmten und widerspenstigen Person dokumentiert. "Die Männer haben in der Kunst jahrhundertelang auf die Frauen heruntergesehen", sagt Sprengel-Direktor Reinhard Spieler: „Florentina Pakosta aber richtet den weiblichen Blick auf den Mann." In ihren Anfängen arbeitete sie sich noch fast altmeisterlich an der männlichen Physiognomie ab. Doch später nahm sie gezielt Machtmenschen ins Visier, ganz konkrete wie den österreichischen Bildhauer Alfred Hrdlicka oder den damaligen Wiener Bürgermeister Helmut Zilk.

In der Künstlerin steckt auch eine ausgemachte Satirikerin, eine Autorin und Essayistin. Vor kurzem erschien ihr jüngster Band „Vorsicht Mensch" mit Kurzprosa. Pakosta arbeitet sich schlicht weg an der Männerwelt ab. "Männer haben alles entschieden über mich", sagt sie. Und Künstlerin wurde sie gegen den Willen ihres Vaters in Prag, wo sie als Stipendiatin studierte. Sie entschied sich gegen eine Ehe, weil das ihr Aus als Professorin bedeutet hätte. Sowohl die „Wiener Secession" wie auch die „Gesellschaft bildender Künstler Österreichs" lehnten die Aufnahme einer Frau, eben dieser Frau, ab: „Ich habe mich immer gefragt: Warum?" Und das wurde ihr Antrieb.

Viele politische Vorkommnisse hatten sich ereignet und die Methoden der Machthaber haben sich geändert, das sei ein großes Thema - und das zieht sich durch das Werk von Florentina Pakostas: Macht und Widerstand.

Forentina Pakosta, Revolverkopf, 1979, Albertina Wien, Bildrecht, Wien, 2018

Als sie nach den scheinbaren Brüchen gefragt wird, antwortet sie ein wenig süffisant: „Ich kenne nur eine Kunstrichtung, nämlich die meine. Und die ist menschlich."

Die Ausstellung läuft bis zum 13. Januar 2019. Der Katalog (Kerber-Verlag) umfasst 216 Seiten und kostet 24,90 Euro.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


The Revolution Will Not Be Televised

Im Rahmen der HANNAH ARENDT TAGE, die das Thema Protest in den Mittelpunkt stellen, zeigt das Sprengel Museum eine Ausstellung des Künstlers Benjamin Bergmann.

Der Ausstellungstitel „The Revolution Will Not Be Televised“ (Die Revolution wird nicht im Fernsehen übertragen werden) bezieht sich auf einen legendären Song aus den 1970er-Jahren des afroamerikanischen Musikers und Poeten Gil Scott-Heron. Der kapitalismuskritische Text dieses Musikstücks fokussiert die durch das Fernsehen geprägte materialistische und konsumorientierte Gesellschaft und ist gleichsam als ein Appell für Freiheit, Wandel und politische Gegenwehr zu verstehen.

Im Zentrum der Ausstellung steht eine Lichtinstallation aus fünf Bühnenscheinwerfern. Das Statement „The Revolution Will Not Be Televised“ wird hier als Lichtdramaturgie als stetig wiederkehrende Botschaft inszeniert.

Dem gegenüber „Der Traum von einer großen Sache“ – ein großformatiges Tableau aus goldenen Spiegeln aus Fassadenscheiben des damaligen Palastes der Republik in Berlin, dem Symbol des gescheiterten politischen DDR-Regimes.

Bild links: Revolution Will Not Be Televised, 2018 Studioscheinwerfer, Lichtsteuerung, Stahl, Beton Maße variabel Foto: Benjamin Bergmann Courtesy Galerie Jochen Hempel, Leipzig, Berlin © VG Bild-Kunst Bonn, 2018

 

Im Rahmen des Ausstellungsprojektes präsentiert das Museum auch das an die ortsspezifischen Gegebenheiten angepasste Werk „Beben“, das 2006 anlässlich einer Einzelausstellung des Künstlers am Königsplatz in Zusammenarbeit mit dem Lenbachhaus, München, entstand. Als skulpturales Objekt mit dem Titel „Beben, restauriert 2018“ in Form eines großen Klangtrichters auf der Museumsstraße wird es mit einem akustischen ‚Beben‘ den musealen Raum stündlich erschüttern.

Benjamin Bergmann (geb. 1968) lebt und arbeitet in München.

Ausstellung bis 10. Februar 2019 


Original und Fälschung

FAKE NEWS – Original, Repliken, Fälschungen und Kopien

In einem Sammlungsraum des Erweiterungsbaus werden Werke von Giorgio de Chirico, Alberto Giacometti, Oskar Kokoschka, Max Beckmann und Wols ausgestellt, die sich nach bisheriger Beweislage als Repliken, Fälschungen und Kopien erwiesen haben. Gegenübergestellt wird dieser Präsentation eine Arbeit von Dirk Dietrich Hennig, dessen Werk sich mit Original und Fälschung auseinandersetzt.

Dirk Dietrich Hennig C.G.Rudolf, 1998: Kurt Schwitters, Merz 1926, Cicero 1926
© Courtesy the artist, Dirk Dietrich Hennig, 2017


SKULPTUREN Sehen Zeichnen Entdecken

Die Besucherinnen und Besucher – kleine und große – sind eingeladen, mit Papier und Bleistift Skulpturen des 20. Jahrhunderts aus der Sammlung des Sprengel Museum Hannover zeichnerisch zu entdecken. Das Museum wird in einem Sammlungsraum des Erweiterungsbaus zu einem Ort des Anschauens und „Sich-Zeit-nehmens“, des aktiven Verweilens und eines „entschleunigten Blicks“.

Die durchschnittliche Betrachtungsdauer eines Kunstwerks liegt bei 11 bis 20 Sekunden, – das sind 3 bis 4 Atemzüge, oder die Dauer des Klicks auf den Auslöser der Kamera des Handys. Um dieses ästhetische Erleben zu verlangsamen und das Sehen zu intensivieren kann man in dem Ausstellungsraum Platz nehmen und sich an einem Zeichentisch den Kunstwerken annähern.

 Als ein "Gegenüber" werden Skulpturen von Jacques Lipchitz, Aristide Maillol, Julio Gonzales, Henri Laurens, Man Ray, Marini Marino, Barbara Hepworth, Lynn Chadwick und A. R. Penk präsentiert.

Juloi Gonzáles "Don Qiuichotte", 1929, Eisen 43,7 x 12 x 6,5 cm, Kunstbesitz der Stadt Hannover, Sprengel Museum Hannover. Foto: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum

 


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