Sprengel Museum Hannover bis auf Weiteres geschlossen

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„Je merz desto besser!“ (K. Schwitters 1947)

Ein Buch zur Merzkunst

Kurt Schwitters (Hannover 1887–1948 Kendal/England) zählt als bildender Künstler wie als Autor zu den einflussreichsten Protagonisten der europäischen Avantgarden. 1919 bestimmte er die Silbe „Merz“ zur Wortmarke seiner Ein-Mann-Bewegung.

Der „Merzkunst“ hat Isabel Schulz, Leiterin des Kurt Schwitters Archivs im Sprengel Museum Hannover und ausgewiesene Kennerin der Materie, nun eine einführende Monografie gewidmet.

Das handliche, optisch ansprechende Buch ist so wenig „kunsthistorisch“ geschrieben, daß es eine breite, kunstinteressierte Leserschaft anspricht. Es schöpft aus dem reichen Bestand des aktuell erforschten Künstlernachlasses und bietet auf der Basis neuester Forschungsergebnisse einen kompakten Überblick über sämtliche Bereiche von Schwitters‘ breit gefächertem Schaffen nach 1918.

Schwitters gehörte zu den internationalen Künstlern, die zwischen den beiden Weltkriegen nach neuen, zeitgemäßen Ausdrucksformen in allen Bereichen der Gestaltung suchten. Mit seiner Merzkunst, die aus kunstfremden Materialien komponiert ist, hat er einen besonderen und einflussreichen Beitrag dazu geleistet. Das Buch stellt die wichtigsten Werke seines bildnerischen, literarischen und typografischen Schaffens vor. 

Kurt Schwitters. Merzkunst, 132 Seiten, 80 Abbildungen, gestaltet von der vielfach ausgezeichneten Grafikerin Marion Blomeyer. Verlag Klinkhardt & Biermann (dt.), Hirmer Verlag (engl.), je 14,90 Euro. Erhältlich im Buchhandel und bei Öffnung des Hauses an der Museumskasse. Die Publikation wurde ermöglicht durch die Kurt und Ernst Schwitters Stiftung und das Sprengel Museum Hannover.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

28.03.2020


Das ist das Museum

Das Sprengel Museum Hannover zählt mit seiner umfangreichen Sammlung und dem vielfältigen Ausstellungsprogramm zu den bedeutendsten Museen der Kunst des 20. und 21. Jahrhunderts.

Den Anfang machte die Schenkung von Schokoladenfabrikant Dr. Bernhard Sprengel: 1969 übergab er seine umfangreiche Sammlung moderner Kunst der Stadt Hannover und unterstützte den Bau des Museums. Eindrucksvolle Akzente setzen wichtige Künstlergruppierungen wie „Die Brücke“, „Der Blaue Reiter“ sowie Stilrichtungen wie der Kubismus und der Surrealismus. Die Sammlung umfasst bedeutende Werkgruppen u. a. von Pablo Picasso, Fernand Léger, Max Beckmann, Max Ernst, Paul Klee, Emil Nolde, und Kurt Schwitters.

Niki de Saint Phalle, die durch ihre Nana-Skulpturen bekannt geworden ist, bereichert das Museum durch ihre Schenkung im Jahr 2000. Mit über 400 Werken sind alle wesentlichen Schaffensphasen der „Jahrhundertkünstlerin“ vertreten, darunter Assemblagen, Schießbilder, Skulpturen und Zeichnungen. Eine Attraktion sind die von Künstlern gestalteten Räumen, wie die Rekonstruktion des legendären Merzbaus von Kurt Schwitters und die Lichträume von James Turrell. In den vergangenen 30 Jahren ist der Bestand des Museums um wesentliche Werke wie z. Bsp. von Andy Warhol, Alexander Calder, Gerhard Richter und Sigmar Polke. Darüber hinaus stellt die Fotografie einen wesentlichen Sammlungsschwerpunkt dar.


AUSSTELLUNGEN - AKTIONEN


Ausstellung Grundbausteine des Sprengel Museum und seiner Kunst

Zu seinem 40-jährigen Jubiläum präsentiert das Sprengel Museum die Ausstellung „Elementarteile“. Die Themen ergeben sich aus den Fragestellungen der Ausstellungsmacher: Was sind die Kernbestandteile der Institution? Was ist Kunst und woraus besteht Kunst? Worauf bezieht sie sich und wovon handelt sie? In zehn unglaublich informativen wie herausfordernden Themenräumen befragt sich das Museum als Institution und seine Sammlung nach grundlegenden Fragen: Welche Rolle spielt die Farbe als ein Grundbausteine in der Kunst, welche Materialien nutzen die Künstler*innen und nach welchen Form- und Gestaltungsprinzipien agieren sie? Auf welche Wirklichkeit(en) beziehen sich Werke zwischen Konzeptkunst, Abstraktion und Figuration? Welche Inhalte spielen dabei eine Rolle, welche Geschichten werden erzählt, wie spiegelt sich Geschichte in der Kunst?

Joseph Beys, Capri-Batterie, 1985, Multiple gelbe Glühbirne mit Steckfassung in Holzkiste, Zitronr5,5 cm (Glühbirne), Sprengel Museum, Foto: Herling/Herling/Werner, Sprengel Museum, Hannover, ©VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Elementarteile“ lässt mehr als 150 Werke aus dem 20. Jahrhundert und der Gegenwartskunst aufeinandertreffen und zeigt ein beeindruckend breites Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten in Malerei, Skulptur, Grafik, Fotografie und Film von Künstler*innen wie Max Beckmann, Louise Bourgeois, Grethe Jürgens, Niki de Saint Phalle, Pablo Picasso und Gerhard Richter.

Da fehlt einfach nichts und niemand, und man kann nur sagen: Es ward Licht!

Bruce Nauman, Double Slap in the Face, 1985 © Foto: Herling / Herling / Werner, Sprengel Museum Hannover

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche





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Kunstwerke und Archivalien des 20. und 21. Jahrhunderts aus dem Sprengel Museum Hannover in der Sammlung online: sprengel-museum-hannover/sammlung-online



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