Soziales Engagement - Medizin - Gesundheit


Bürger*innenpreis für ehrenamtliches Engagement

Vorschläge zur Ehrung bis zum 15. Oktober 2019

Der Bezirksrat Mitte lobt jährlich einen „Bürger*innenpreis für besonderes ehrenamtliches Engagement“ aus. Dafür werden Vorschläge zur Vergabe bis zum 15. Oktober erbeten. Mit diesem Preis werden Einzelpersonen oder Personengruppen geehrt, die sich für soziale oder kulturelle Belange eingesetzt haben oder sich in anderer Weise um den Stadtbezirk verdient gemacht haben. Das Preisgeld beträgt 1.000 Euro.

Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch freut sich auf viele Bewerbungen.

Bezirksbürgermeisterin Cornelia Kupsch bittet Einwohner*innen, Vereine und Institutionen aus dem Stadtbezirk (Stadtteile Mitte, Calenberger Neustadt, Oststadt und Zooviertel) sowie die im Bezirksrat vertretenen Parteien, bis Dienstag,15. Oktober, Vorschläge einzureichen.

Vorschläge für den Preis sind mit ausführlicher Begründung schriftlich einzureichen bei:

Landeshauptstadt Hannover, Rats- und Stadtbezirksratsangelegenheiten, Stadtbezirksrat Mitte, z.Hd. Anja Stricks
Theodor-Lessing-Platz 1, 30159 Hannover.

Veröffentlicht 18.08.2019

Studie im ländlichen Raum: „Wie können Parks gesund machen?“

Land fördert Modellprojekt in Lauenbrück mit 179.000 Euro

Doppelt Grund zum Feiern für den Landpark Lauenbrück: Einen runden Geburtstag sowie die Zusage über Fördergelder vom Land. Einen persönlichen Glückwunsch und die Zusage über Fördergelder brachte Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast am 9. August mit zur Jubiläumsfeier. Unter dem Titel „Gesunde Parks und Gärten“ unterstützt das Landwirtschaftsministerium eine Praxisstudie, die die Potenziale und Wirkungen von Gesundheitsaspekten im Bereich Parks und Gärten betrachten soll, mit rund 179.000 Euro.

Ein Grund zur Freude für Katharine und Friedrich-Michael von Schiller: Ministerin Barbara Otte-Kinast (Mitte) hatte einen Projektzuschuss in Höhe von 179 000 Euro im Gepäck. Foto ML

„Zahlreiche Studien belegen, dass der Aufenthalt in der freien Natur gesundheitsfördernd ist. Dennoch wird ihre Wirkung in der medizinischen Therapie und Gesundheitspflege oft unterschätzt“, so die Ministerin im Rahmen der 50-Jahr-Feier des Landparks Lauenbrück. Gärten und Parks seien als gestaltete Natur und als Kulturgut verschiedener Epochen aus unserer Lebenswelt nicht mehr wegzudenken. „Aber inwieweit können Parks und Gärten in den ländlichen Räumen auch die Gesundheitsförderung ergänzend unterstützen?“ Diesen und weiteren Fragen will die Studie, die in der Gesundregion Wümme-Wieste-Niederung durchgeführt wird, nachgehen. Gesucht werden unerkannte Potenziale sowie Strategien, diese auszuschöpfen. Dabei sind neben der Gesundheitsförderung auch die Ernährungs- und Gesundheitsbildung im Fokus.

„Wir erwarten von der Studie zudem Hinweise für die Weiterentwicklung unserer Förderinstrumente wie etwa der Dorfentwicklung. Auch aus gartenbaulicher Sicht sei die Studie hoch interessant. “ so die Ministerin. Und nicht zuletzt soll das Modellprojekt in die Region ausstrahlen und auf andere Regionen übertragen werden können.

ML/Sigrid Lappe/Ute Micha

Veröffentlicht 08.08.2019


Immer mehr Menschen steuern direkt die Notaufnahme an

Gesetz von Gesundheitsminister Spahn soll Kliniken entlasten

KVN reagiert skeptisch

Die Verletzung kann noch so klein sein - immer mehr Menschen nehmen den direkten Weg in die Notaufnahme der Krankenhäuser. Die Verletzten sind nicht mehr fähig, schwere Verletzungen von Bagatellverletzungen zu unterscheiden – und es ist ja oft auch einfacher, nicht den Hausarzt oder Spezialisten zu bemühen.

Kann nun ein erlassenes Gesetz von Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Kliniken entlasten? Das Echo fällt sehr gemischt aus.

„Vorgeschaltete Stellen, die telefonisch und durch ein Notfallzentrum die Fälle nach ihrer Schwere sortieren würden, wären erst einmal eine große Hilfe für unser Haus", sagt Björn-Oliver Bönsch, Pressesprecher des Kinderkrankenhauses Auf der Bult. „Bis jetzt schicken wir keine Eltern weg, leiten jedoch Patienten, die keine Notfälle sind, an niedergelassene Kinderärzte gemäß den seit dem 1. April 2017 geltenden Regeln für die Notfallambulanzen in deutschen Kliniken weiter."

Ebenso wie das Kinderkrankenhaus Auf der Bult, verzeichnen die Krankenhäuser der Region (KRH) eine Zunahme von Notfallpatienten. In den KRH-Notaufnahmen wird in einem ersten Gespräch die Dringlichkeit der Behandlung geprüft. Zwar sieht das Gesundheitssystem grundsätzlich vor, dass bei leichten Beschwerden ein niedergelassener Allgemeinmediziner oder Facharzt aufgesucht werden soll. Aber, so KRH-Pressesprecher Nikolas Gerdau: „Wir stellen fest, dass diese strikte Sektorengrenze aus ambulantem und niedergelassenem Bereich für den Patienten schwer zu verstehen ist."

Die Kassenärztliche Vereinigung (KVN) reagiert allerding skeptisch auf den Einwurf des KRH-Pressesprechers. Für ein abschließendes Urteil sei es zu früh. Ein Fragezeihen stehe laut Uwe Köster, stellvertretender KVN-Pressesprecher, hinter dem Sicherstellungsauftrag für die Notfallversorgung, der dann in die Verantwortung der Länder übergehen würde. „Das Land könnte den Auftrag zwar zurück an die KVN übertragen. Die Frage ist aber, zu welchen Konditionen", so Köster. Davon hänge ab, wie Ärzte für die Notfallversorgung entlohnt werden. "Da zeichnet sich eine komplette Neuordnung der Vergütung ab, die rechtlich geklärt werden muss."

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 06.082019


Rötelmäuse sind die Übeltäter

Hantavirus-Erkrankungen haben sich bis Juli mehr als verdoppelt

In diesem Jahr sind in Niedersachsen bis Ende Juli mehr als doppelt so viele Hantavirus-Erkrankungen registriert worden wie im gesamten Vorjahr. Insgesamt 108 Menschen steckten sich mit dem von Mäusen übertragenen Virus an. Das teilte das niedersächische Landesgesundheitsamt mit. Und im Gesamtjahr 2018 waren es dagegen 53 Erkrankungen.

In Jahren mit größerer Mäusepopulation steckten sich mehr Menschen mit dem Virus an. 

Und die Rötelmäuse sehen so niedlich aus...

Hantaviren werden von Rötelmäusen ausgeschieden. Die Viren bleiben mehrere Tage ansteckend und lösen, wenn sie aufgewirbelt und eingeatmet werden, innerhalb von zwei bis vier Wochen erste Symptome aus. Infizierte Menschen bekommen hohes Fieber und klagen über Muskel- und Rückenschmerzen. Bei ganz schweren Infektionen versagen nach ein paar Tagen die Nieren.

Auch geht das Landesgesundheitsamt von einer viel höheren Dunkelziffer an Erkrankten aus. Das Hantavirus könne nämlich nur dann im Blut nachgewiesen werden, wenn man gezielt danach suche. So würden viele Fälle nicht entdeckt. Seit Einführung der Meldepflicht 2001 gab es keinen  aufgezeichneten Todesfall mehr in Niedersachsen.

Und als besonders gefährdete Bevölkerungsgruppe nennt  das Landesgesundheitsamt Menschen, die sich viel im Freien aufhalten. Ein hohes Risiko bedeute auch das Aufräumen längerer Zeit ungenutzter und schlecht gelüfteter Räume, Keller, Garagen etc. hantaviruserkrankungen

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 29.07.2019


Welt-Hepatitis-Tag am 28. Juli

KVN: Hepatitis B und C eliminieren

Der 28. Juli war der Welt-Hepatitis-Tag. Er verfolgt das Ziel, die Bevölkerung für die Themen Hepatitis B und Hepatitis C zu sensibilisieren und sie zu Prävention, Diagnose und Behandlung zu ermutigen. Darauf macht die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) in Hannover aufmerksam.

„Weltweit leben laut WHO-Schätzungen 325 Millionen Menschen mit chronischer Hepatitis B oder C. Etwa 90 Prozent dieser Betroffenen ahnen nichts von ihrer Infektion. In Niedersachsen leben schätzungsweise 30.000 Menschen mit diesen chronischen Lebererkrankungen. Auch hier ist die Zahl der unerkannten Hepatitis-B- und Hepatitis-C-Infektionen hoch“, sagte der stellvertretende KVN-Vorstandsvorsitzende und Hausarzt, Dr. Jörg Berling.

Ohne Behandlung können beide Infektionen zu Spätfolgen wie Leberzirrhose und Leberkrebs, letztlich auch zum Tod führen. „Dabei gibt es seit langem eine Impfung gegen Hepatitis B und diese Infektion ist mit einer Therapie gut kontrollierbar. Dank neuer Medikamente können heute nahezu alle Hepatitis-C-Patienten geheilt werden“, so Berling.

Hepatitis B wird über Körperflüssigkeiten durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut, Sperma, Scheidensekret und gegebenenfalls Speichel übertragen, Hepatitis C vor allem durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut.

Zu den wichtigsten Risikofaktoren gehören die Verwendung von Blutprodukten aus der Zeit vor 1990 (für Hepatitis C), erhöhte Leberwerte, eine Hepatitis B oder C in der Partnerschaft oder Familie, häufiger Partnerwechsel, Tätowierungen und Piercings, gemeinsam benutztes Spritzbesteck beim intravenösen Drogenkonsum, Herkunft aus Ländern, in denen in denen Hepatitis B und C weit verbreitet sind, sowie schlechte Hygiene bei medizinischen Eingriffen.

Informationen: HepatitisB_Impfen

kvn-pr/dh/Sigrid Lappe/Ute Micha

Veröffentlicht 28.07.2019


Zahl der Krankschreibungenwegen psychischer Probleme verdreifacht

Aber jetzt gehen die Erkrankungen zurück

Wegen psychischer Erkrankungen hat sich die Zahl der Krankschreibungen in den vergangenen 20 Jahren mehr als verdreifacht. Das geht aus einer Langzeituntersuchung der DAK-Gesundheit hervor. Die Krankenkasse hat in ihrem „Psychoreport 2019“ die Fehltage ihrer Versicherten seit 1997 ausgewertet. Die Krankschreibungen von Arbeitnehmern wegen psychischer Erkrankung erreichten demnach in Jahr 2017 einen Höchststand.

Im Schnitt fiel 2017 jeder Versicherte wegen psychischer Probleme für 2,5 Arbeitstage aus. Vor 20 Jahren waren es nur 0,7 Krankheitstage pro Versichertem. Erst 2018 ging die Zahl der Fehltage wegen psychischer Leiden nach stetigem Anstieg erstmals wieder zurück. DAK-Vorstandschef Andreas Storm (Foto) führt  die Entwicklung auch auf einen offenen Umgang mit psychischen Problemen zurück: „Vor allem beim Arzt-Patienten-Gespräch sind psychische Probleme heutzutage kein Tabu mehr.“ Aus diesem Grund werde auch bei Krankschreibungen offener damit umgegangen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 28.07.2019


Stadt Hildesheim unterzeichnet Potsdamer Erklärung

Netzwerk Sichere Häfen solidarisiert sich mit der Kampagne Seebrücke

Die Stadt Hildesheim ist die erste niedersächsische Kommune, die die Potsdamer Erklärung zur Aufnahme aus Seenot gerettete Flüchtlinge unterzeichnete.

Erstunterzeichner sind Flensburg, Greifswald, Krefeld, Marburg, Potsdam, Rostock und Rottenburg am Neckar. Die Kommunen sind zugleich Mitglied im Netzwerk Sichere Häfen, das sich mit der Kampagne Seebrücke solidarisiert und die Bereitschaft bekundet, gerettete Menschen zusätzlich aufzunehmen.
Und die Potsdamer Erklärung fordert von der Bundesregierung eine schnelle Zusage, dass die aufnahmebereiten Kommunen die im Mittelmeer geretteten Flüchtlinge auch aufnehmen können. „Wir fordern die Bundesregierung und den Bundesinnenminister auf, uns Städte 'Sicherer Häfen‘ bei der praktischen Aufnahme, der Unterbringung und der Finanzierung zu unterstützen", heißt es.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 06.062019


Spendenplus für „Brot für die Welt“

Spenden und Kollekten für die Arbeit gegen Armut und Hunger 

Das evangelische Hilfswerk „Brot für die Welt“ hat in Niedersachsen 2018 mehr Spendengelder erhalten als im Jahr zuvor. Wie das Hilfswerk mitteilte, gingen in 2018 in den evangelischen Kirchen in Niedersachsen rund 7,31 Millionen Euro Spenden und Kollekten für die Arbeit gegen Armut und Hunger  in der Welt ein. Das war ein sattes Plus von mehr als 230 000 Euro gegenüber dem Vorjahr.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 25.07.2019 


Engpass bei Versorgung mit Impfstoff gegen Masern

Im Oktober soll die Knappheit behoben sein

Bei der Versorgung mit Impfstoff gegen Masern ist es zu einem Engpass gekommen. Zurzeit sei ein Vierfachpräparat nicht verfügbar, bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

Laut dem Sprecher handelt es sich um ein Kombipräparat gegen Mumps, Masern, Röteln und Varizellen. Die vorübergehende Knappheit werde aller Voraussicht nach aber im Oktober behoben sein, hieß es. Alternativen stünden zur Verfügung, hieß es.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/ Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 23.07.2019


Im Nordstadtkrankenhaus steht größere Veränderung an

Augenklinik braucht mehr Platz

Eine größere Veränderung steht im Nordstadtkrankenhaus an: Die Augenklinik soll in dem leerstehenden Gebäude R auf dem Gelände ihr neues Domizil aufschlagen. Das hat die CDU-Regionsfraktion  bei ihrem Sommertrip im Nordstadtkrankenhaus erfahren.

Der Umzug der Augenklinik sei mit der derzeitigen Enge in der Augenklinik zu erklären, sagte der CDU-Fraktionsvorsitzende, Bernward Schlossarek. Die Behandlungsräume seien nur mit Vorhängen voneinander getrennt. Bei einem Andrang von ambulanten Patienten (30 bis 50 am Tag) sei die Augenklinik zu klein beziehungsweise der Andrang zu groß geworden. Auch in den Bewertungen der Patienten wird der Bau immer wieder kritisiert.

Die Kosten für den Umzug sollen sich auf einen niedrigen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. Ein Problem wird sich stellen: „Ärzte und Pflegepersonal müssen High-Tech-Medizin in denkmalgeschützten Gebäuden betreiben“, sagte Schlossarek. Und Parteifreund Harald Lübeck spricht zudem von „räumlich völlig indiskutablen Strukturen“.

Denn die überwiegende Anzahl der Gebäude des Nordstadtkrankenhauses stammen aus dem Ende des 19. Jahrhunderts. Zum einen ist die Ensemble-Struktur architektonisch bemerkenswert, andererseits ist eine  wirtschaftliche Krankenhausführung in dieser historischen Bausubstanz nicht möglich. Auch aus diesem Grund muss das Haus R innen saniert werden. Und der Umzug der Augenklinik soll „zeitnah“ erfolgen. Lübeck fordert die Stadt auf, sich in Sachen Denkmalschutz flexibel zu zeigen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 20.07.2019  


Iberogast - ein umstrittenes Magenmittel vom Bayer-Konzern

Wie gefährlich ist es wirklich?

Das Magenmittel Iberogast steht im Verdacht, zum Tod eines Patienten beigetragen zu haben. Wie gefährlich ist eigentlich das pflanzliche Arzneimittel, und können Patienten Iberogast noch bedenkenlos einnehmen? Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

Iberogast gehört zu den meistgekauften, nicht verschreibungspflichtigen Medikamenten in Deutschland. Doch seit einigen Jahren steht die Arznei im Verdacht, Leberschäden zu verursachen. Als 2018 eine Frau in Deutschland mit innere Blutungen an Leberversagen verstarb, nachdem sie Iberogast eingenommen hatte, kam die Frage auf, ob der Todesfall hätte verhindert werden können, wenn Bayer früher vor Nebenwirkungen gewarnt hätte. Die Verbraucher sind stark verunsichert!

Das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) forderte 2008 den ehemaligen Iberogast-Hersteller Steigenwald auf, den Beipackzettel mit entsprechenden Warnhinweisen zu versehen. Doch dieser weigerte sich zunächst, ebenso wie Bayer, nachdem der Konzern das Magenmittel übernommen hatte.

Erst seit der Todesfall im Jahr 2018, der möglicherweise in Zusammenhang mit Iberogast steht,  publik geworden ist, warnt  der Bayer-Konzern im Beipackzettel!

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 20.07.2019


Spahn-Plan wird vom Kabinett gebilligt

Masern-Impfung ab 2020 Pflicht

Am Mittwoch hat das Bundeskabinett die Pläne von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für die Einführung einer Masern-Impfpflicht in Deutschland gebilligt. Kinder müssen künftig vor dem Besuch einer Kita oder Schule eine vollständige Masern-Impfung nachweisen. Der verpflichtende Impfschutz soll auch für Personen gelten, die dort arbeiten, für Flüchtlingsheime und für das Personal in medizinischen Einrichtungen.

Mit dem Gesetz will der Gesundheitsminister außerdem dafür sorgen, dass wieder mehr freiwillige Reihenimpfungen in Schulen angeboten werden. Die Krankenkassen sollen demnach verpflichtet werden, mit dem dafür zuständigen Öffentlichen Gesundheitsdienst Vereinbarungen über die Kosten zu treffen.

Ab März 2020 greift das Gesetz für die Masern-Impfpflicht. Kinder, die bereits in Gemeinschaftseinrichtungen sind, sowie das dort tätige Personal haben bis Ende Juli 2021 Zeit, den Nachweis über die vollständige Masern-Impfung zu bringen. Kinder, die nicht geimpft werden, können vom Besuch einer Kita ausgeschlossen werden. Eltern, die sich einer Impfung ihrer Kinder im Schulalter verweigern, müssen dem Gesetzentwurf zufolge mit Bußgeldern bis zu  2 500 Euro rechnen.

Von der Pflicht ausgenommen sind Menschen, die aus medizinischen Gründen keine Impfung vertragen und alle vor 1970 Geborenen. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts haben sie mit hoher Wahrscheinlichkeit die Masern durchgemacht und sind deshalb immun.

Die Viruserkrankung kann von schweren Komplikationen begleitet werden, Spätfolgen mit sich bringen oder sogar zum Tode führen.

Experten hatten sich besorgt über die Impfquote bei Masern in Deutschland geäußert. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts bekommen fast alle Kinder die erste Impfung, bei der für den Schutz notwendigen Zweitimpfung wird die Quote von 95  Prozent, bei der man von „Herdenschutz“ für die gesamte Bevölkerung ausgeht, aber n i c h t   e r r e i c h t !

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

17.07.2019


Arbeitskräfte in Sozialberufen sollen kein Schulgeld mehr bezahlen

Schulgeldfreiheit soll Lust auf Ausbildung machen

Angehende Sprachtherapeuten oder Logopäden oder Physiotherapeuten brauchen künftig kein Schulgeld mehr zu zahlen: Das Kabinett der Landesregierung hat dies beschlossen, die Schulgeldfreiheit für diese sozialen Berufe in Niedersachsen einzu- führen - und das noch in diesem Jahr. „Mit der Schulgeldfreiheit für Gesundheitsfachberufe überwinden wir das größte  Hindernis der Nachwuchsgewinnung", sagte Sozialministerin Carola Reimann (SPD).

Wer sich für einen Sozialberuf entscheidet, hat gute Chancen

Das Land stellt in diesem Jahr rund 1,5 Millionen Euro bereit. Denn die dreijährige Ausbildung eines Logopäden oder einer Sprachtherapeutin kostete die Schüler beziehungsweise deren Eltern bisher bis zu 450 Euro monatlich. Und „Schulgeldzahlungen dürfen einer Berufswahl nicht im Wege stehen", betonte die Sozialministerin. Denn mit der Schulgeldfreiheit werde man mehr junge Menschen gewinnen können, die Ausbildung zum Physio- oder Ergotherapeuten aufzunehmen, Logopäde oder Podologe zu werden.

Um zu verhindern, dass es wegen der künftigen Schulgeldfreiheit zu Schulabbrüchen kommt, sollen auch diejenigen profitieren, die in diesem Jahr vor dem 1. August ihre Ausbildung begonnen haben. Frühere Jahrgänge müssen indes weiter für ihre Ausbildung zahlen.

Mit in die Förderung aufgenommen werden auch Atem-, Sprech- und Stimmlehrer, die an der Schlaffhorst-Andersen-Schule in Bad Nenndorf ausgebildet werden. Denn diese arbeiten später als Logopäden.

Unzufrieden zeigte sich indessen die Grünen-Abgeordnete Meta Janssen-Kucz. „Gut gemeint ist noch längst nicht gut gemacht", sagte sie. „Während die Landesregierung nun zumindest diejenigen Auszubildenden entlasten will, die schon im März 2019 ihre Ausbildung begonnen haben, lässt sie Auszubildende im zweiten und dritten Ausbildungsjahr weiterhin im Regen stehen." So hätten bereits einige Azubis ihre Verträge gekündigt, um im Sommer neu zu beginnen - und dann kein Schulgeld mehr zahlen zu müssen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 07.06.2019


Pflege in Niedersachsen soll vorangebracht werden

Bis Herbst soll es Ergebnisse geben

In einer konzertierten Aktion soll es bis zum Herbst Ergebnisse geben. Das erklärte Ziel ist damit eindeutig: Die Pflege in Niedersachsen soll endlich vorangebracht werden. Sozialministerin Carola Reimann (SPD) stellte gemeinsam mit Krankenkassen, Pflegeanbietern und Kommunalverbänden die „Konzertierte Aktion Pflege“ in der letzten Woche vor.

Und „es ist kein Geheimnis, dass die Situation in der Pflege angespannt ist“, sagte die Sozialministerin in Hannover.  Es müssten Entbürokratisierung und Digitalisierung vorangetrieben werden, damit der Zustand sich schnellstmöglich verbessert. Bei einer Pflegekonferenz  im Herbst wolle man Ergebnisse und Maßnahmen vorstellen. Damit wolle man sowohl für die Pflegenden als auch für die Pflegebedürftigen bessere Bedingungen schaffen.

Sozialministerin Carola Reimann (SPD). Foto dpa

Innerhalb der Opposition wurde vor allem unter den Betroffenen Kritik laut. Björn Försterling (FDP) sagte: „Wir bleiben dabei um verlässliche Zahlen für die Pflege zu bekommen, brauchen wir endlich die von uns schon seit Langem geforderte Vollbefragung der Pflegekräfte. „Auch Meta Janssen-Kucz (Grüne) macht deutlich: „Wenn nicht endlich gehandelt wird, verschlimmert sich die Situation nur noch weiter.“ Es müsse dringend ein flächendeckender Tarifvertrag her, und die Kassen dürften sich nicht länger dagegen sträuben, die Kosten entsprechend zu übernehmen.

Hier wird die Position klar gestellt, die auch Thilo Meyer, Leiter des Pflegedienstes Horizont, vertritt und sich schon lange nicht mehr ernst genommen fühlt: „Die Politik muss die Kassen dazu zwingen, dass sie die Kosten tragen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 07.07.2019


Aus und vorbei

Online-Apotheken dürfen keine Rabatte gewähren

Nun ist es soweit: Die Bundesregierung will Apotheken besser vor der Konkurrenz im Internet schützen. Dafür hat das Bundeskabinett am Mittwoch ein entsprechendes Gesetz sowie eine Verordnung auf den Weggebracht. Das begrüßen natürlich die Apotheker, obwohl sie sich noch mehr gewünscht hätten.

Denn die 20 000 Apotheken in Deutschland sollen für Nacht- und Notdienste künftig mehr Geld erhalten. Auch das sieht die Reform von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) vor. Und außerdem dürfen Online-Apotheken aus dem Ausland bei verschreibungspflichtigen  Medikamenten für gesetzlich Versicherte keine Rabatte mehr gewähren, sondern müssen sich an feste Preise halten. Bisher konnten ausländische Versandapotheken eben solche Rabatte anbieten, deutsche Online-Händler aber nicht. Ob nun die Neuregelung europarechtlich Bestand  haben wird, ist allerdings noch unklar!

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 17.07.2017 


Das verspricht weiteren Ärger

Pflegekammer versendet 40 000 Mahnungen

Es ist gerade einmal ein Jahr nach ihrer Gründung her und die Pflegekammer kämpft nach wie vor mit ihren Mitgliedern.

Landesweit sind 97 000 Pflegekräfte von ihren Arbeitgebern an die Kammer gemeldet worden, unklar ist jedoch, wie viele von ihnen tatsächlich als Alten-,  Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger arbeiten, sagt Geschäftsführer Manuel Ahting. „Wer versehentlich falsch gemeldet wurde, soll sich gerne melden."

Und eine weitere Schwierigkeit kommt auf die Mitglieder zu: In den nächsten Wochen verschickt die Kammer mehr als 40 000 Mahnungen, weil Mitgliederbeiträge (im Schnitt 58 Euro, im Jahr) ausstehen. „Wir haben noch ein Akzeptanzproblem, vor allem bei den Altenpflegern", räumt Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke (Foto Pflegekammer Nds.) ein.

Auf heftige Gegenwehr war die Pflegekammer  von Anfang an gestoßen. Gegner versuchten sogar die Gründung mit einer Petition zu verhindern. Inzwischen beschäftigt die Kammer 34 Mitarbeiter, 54 Stellen sind vorgesehen. Kammerpräsidentin Mehmecke: "Wir suchen dringend Leute und neue Räume."

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 15.07.2019 


Ethikkommission für Pflegekammer

Kammergesetz für Heilberufe verlangt eine Kommission

Eine Ethikkommission wurde von der niedersächsischen Pflegekammer eingerichtet. Die Ethikkommission der Pflegekammer Niedersachsen ist erste dieser Art in Deutschland. Vorsitzender ist Lutz Schütze, Stellvertretender Vorsitzender ist Hendrik Graßme.

Das Gremium solle Hilfestellung geben, wenn die Pflege bei Menschen in Grenzbereiche führe und es unterschiedliche Ansichten zum Sinn und Nutzen der Pflegeschritte gebe, sagte der Pflegewissenschaftler Hendrik Graßme.

(v.l.n.r.) Nora Wehrstedt (Stellvertrende Präsidentin Pflegekammer Niedersachsen), Sandra Mehmecke (Präsidentin Pflegekammer Niedersachsen), Andreas Westerfellhaus (Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung), Dr. Carola Reimann (Sozialministerin Niedersachsen), Lutz Schütze (Vorsitzender Ethikkommission Pflegekammer Niedersachsen), Hendrik Graßme (Stellvertretender Vorsitzender).

Die Ethikkommission besteht aus 18 Mitgliedern, die ehrenamtlich tätig sind. Im Kammergesetz für Heilberufe ist eine Gründung der Kommission vorgeschrieben.

 

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 15.06.2019


Praxisärzte fordern: Kein Geld für Homöopathie

Forderung: Krankenkassen sollen diese Leistungen nicht bezahlen

Aus Sicht der Praxisärzte sollten Patienten homöopathische Leistungen nicht mehr von den Krankenkassen bezahlt bekommen. Denn wer solche Mittel haben möchte, sollte  sie auch erhalten, „aber bitte nicht auf Kosten der Solidargemeinschaft“, sagte der Vorstandschef der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Gassen, der „Rheinischen Post“. Es gäbe keine ausreichenden wissenschaftlichen Belege für die Wirksamkeit homöopathischer Verfahren.

Auch in der Koalition wird über die Finanzierung diskutiert. In Deutschland ist Homöopathie kein Bestandteil des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherungen. Allerdings erstatten viele Kassen Versicherten Behandlungskosten für Naturheilverfahren, weil es eine Nachfrage gibt. Dies ist auch ein Instrument im Konkurrenzkampf der Kassen.

Dr. Gassen will nicht, dass Krankenkassen homöopathische Arzneimittel erstatten. Foto: imago images/tagesspiegel

Vorstandschef Gassen forderte die Kassen auf, ihre Finanzmittel in die ambivalente Versorgung zu leiten, „anstatt vor allem aus Marketingzwecken Beitragsgelder für Homöopathie auszugeben“.

Allerdings soll der Anteil, den Krankenversicherungen erstatten, ab Januar 2020 von 30 auf 15 Prozent sinken.

Das französische Gesundheitsministerium erklärte hierzu: homöopathische Mittel seien wissenschaftlich gesehen nicht ausreichend wirksam. Daher sei eine Erstattung nicht gerechtfertigt.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 11.07.2019


Afrikanische Schweinepest – Reisezeit birgt Risiken

Ministerin Otte-Kinast: „Bitte passen Sie auf!“

Ein paar Würstchen aus dem Urlaub mitbringen? Das Schinken-Sandwich am Rastplatz in der Natur entsorgen? „Bitte passen sie  auf“, appelliert Niedersachsens Landwirtschaftsministerin zur Reisezeit. Denn durch Speisereste könnte auch der Erreger der Afrikanischen Schweinepest (ASP) unbemerkt ins Land gebracht werden. Experten sind sich einig, dass die größte Gefahr für Niedersachsens Wild- und Hausschweine derzeit vom Menschen ausgeht.

In Europa gibt es Zäune gegen ASP, aber andere Maßnahmen sind viel wichtiger!

Auch weil das Virus sehr lange ansteckungsfähig bleibt, können unachtsam entsorgte Speisereste von virushaltigem Reiseproviant ausreichen, um die Seuche einzuschleppen. Da die ASP sich aktuell in vielen Regionen Osteuropas sowie dem Baltikum ausbreitet, sollten Reisende Hinweise beachten, um unnötiges Tierleid sowie enorme wirtschaftliche Verluste zu verhindern.

Dazu gehören Grundregeln: Keine Fleischwaren aus Osteuropa mitbringen, Speisereste nur in geschlossene Müllbehälter entsorgen, keine Essensreste an Tiere verfüttern, von Haus- und Wildschweinen fernhalten und keine Tierkadaver anfassen.

Auch von Jagdreisenden geht ein hohes Risiko aus, so Ministerin Otte-Kinast. Sie bittet daher auch Jäger*innen, sich an die Hygienemaßnahmen zu halten, auf das Mitbringen von Jagdtrophäen zu verzichten und ihre Jagdausrüstung und Kleidung nach solchen Reisen überaus gründlich zu reinigen.

Das Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Hannover weist zudem darauf hin, dass für Transporteure und Saisonarbeitskräfte Infoblätter in verschiedenen Sprachen zur Verfügung stehen. Diese können unter folgendem Link heruntergeladen und weiterverteilt werden:

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 04.07.2019


Tag des Sonnenschutzes

Bei Kindern in der Sonne auch die Augen schützen

Der Facharzt für Kinderheilkunde, Dr. med. Gisbert Voigt, Vorsitzender der Bezirksstelle Osnabrück der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), empfiehlt, bei Kindern auf einen guten Sonnenschutz für die Augen zu achten. Denn geht es um Sonnenschutz, steht meist die Haut im Mittelpunkt – gerade bei Kindern. Denn ihre Haut ist besonders empfindlich, sodass wiederholte Sonnenbrände in der Kindheit später zu Hautkrebs führen können. Weniger bekannt ist die Gefahr von Augenschäden durch die UV-Strahlung. „Kinder haben größere Pupillen und hellere Augenlinsen als Erwachsene, denn schützende Pigmente bilden sich erst mit dem Alter“, warnt Dr. med. Gisbert Voigt, Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin. Würden die Augen der Kinder nur ungenügend geschützt, drohten besonders bei ausgiebigem Aufenthalt am Wasser, wo die Strahlung zusätzlich reflektiere, sogar sehr unangenehme und schmerzhafte Entzündungen der Hornhaut.

Kinderbrillen können sooo Cool sein!

Nicht auszuschließen seien Beeinträchtigungen der tiefer liegenden, lichtempfindlichen. Hier könne es im schlimmsten Falle zu bleibenden Schäden kommen.
Voigt empfiehlt daher, die Augen mit einer qualitativ hochwertigen Sonnenbrille abzuschirmen, die über einen hohen UV-Schutz verfüge: „Die Brille sollte alle Wellenlängen unterhalb von 400 nm herausfiltern“, rät Voigt. Die Sonnenbrille sollte auch so am Kopf anliegen, dass möglichst wenig Strahlung von oben und von den Seiten einfallen könne.

ÄKN/Ute Micha, Presse Dienst Nord

Veröffentlicht 20.06.2019


Verdacht auf Amerikanische Faulbrut in der Region bestätigt

Sperrbezirk bei Uetze eingerichtet

Tierseuche für Menschen ungefährlich

Der Verdacht auf den Ausbruch der Amerikanischen Faulbrut bei Bienen in der Region Hannover hat sich bestätigt. Seit Mitte Juni wurden Erreger der Amerikanischen Faulbrut in den Waben von fünf Bienenständen an der Regionsgrenze zum Landkreis Peine nachgewiesen. Die Laborergebnisse haben gezeigt, dass auch die Bienenbrut von den betroffenen Bienenvölkern von der Infektionskrankheit befallen ist. Die Region Hannover und der Landkreis Peine haben einen Sperrbezirk eingerichtet. Auf Regionsgebiet umfasst er in der Gemeinde Uetze die Ortschaften Dollbergen, Schwüblingsen, Katensen, Eltze und Dedenhausen.

Bienenhalter*innen im Sperrbezirk müssen alle Standorte ihrer Bienen beim Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover unter Telefon 0511/616-22095 zu melden. Es müssen auch alle Bienenvölker gemeldet werden, die sich ab 1. März 2019 vorübergehend im Sperrbezirk befunden haben.

Für den Sperrbezirk gilt: Alle Bienenvölker und Bienenstände werden umgehend kostenfrei untersucht, die Bienenhalterinnen und -halter haben bei den Untersuchungen entsprechend Hilfe zu leisten. Diese Untersuchung muss nach der Sanierung der von der Seuche betroffenen Bienenstände nochmals wiederholt werden.

Bienenvölker, lebende oder tote Bienen, Waben, Wachs, Honig, sowie Futtervorräte, und benutzte Gerätschaften dürfen nicht von einem Bienenstand entfernt werden. Dies gilt nicht für Wachs, Waben, Wabenteile und Wabenabfälle, wenn sie an wachsverarbeitende Betriebe, die über die erforderliche Einrichtung zur Entseuchung des Wachses verfügen, unter der Kennzeichnung „Seuchenwachs“ abgegeben werden, sowie für Honig, der nicht zur Verfütterung an Bienen bestimmt ist.

„Für Menschen ist diese Bienenkrankheit völlig ungefährlich“, erklärt Dr. Astrid Fietz, Amtstierärztin im Fachdienst Verbraucherschutz und Veterinärwesen der Region Hannover. „Für die Bienenvölker aber ist das eine schlimme Krankheit, da sie ganze Bienenvölker ausrotten kann. Um die Ausbreitung zu verhindern, wird das sogenannte Kunstschwarmverfahren eingesetzt. Hierbei wird das Bienenvolk ohne seine Larven in einen sauberen Bienenstock umgesetzt und kann so überleben.“ Eine Tötung der betroffenen Bienenvölker ist daher nicht erforderlich.


Paragraf 219a greift: Geldstrafe für Ärztinnen

Seit der Neuregelung wurden erstmals in Berlin zwei Ärztinnen verurteilt

Der umstrittene Paragraf 219a wurde für zwei Ärztinnen aus Berlin zum Verhängnis. Erstmals seit der Neuregelung wegen unzulässiger Werbung für Abbruch der Schwangerschaft erging gegen die Gynäkologinnen jeweils eine Strafe von 2 000 Euro.

Auf der Internetseite ihrer Gemeinschaftspraxis hätten die Ärztinnen darauf hingewiesen, dass zu den Leistungen einer der beiden Medizinerinnen auch ein „medikamentöser, narkosefreier“ Abbruch  „in geschützter Atmosphäre“ gehöre, begründete das Amtsgericht Tiergarten das Urteil. „Das ist ein Gesetzesverstoß." Allerdings halte sie diesen für „nicht sehr strafwürdig“, sagte die Richterin.

Die beiden Medizinerinnen kündigten unmittelbar nach dem Urteil Rechtsmittel an: „Wir haben jetzt einmal den Kampf gegen diesen unsäglichen Paragrafen begonnen und möchten ihn auch weiter fortführen." Es sei nicht hinzunehmen, „dass sich Frauen umständlich über irgendwelche Listen, die außerdem immer noch nicht existieren, informieren müssen, wo welche Art von Schwangerschaftsabbrüchen angeboten werden", sagte die Ärztin Bettina Gaber.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 15.06.2019


Stagnation in der Organspende

Niedersachsen braucht mehr Organspender

Die Zahl der Organspenderin Niedersachsen stagniert. Nach Angaben von Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann (SPD) wurden im vergangenen Jahr landesweit 62 Menschen nach ihrem Tod Organe entnommen. Das teilte das Ministerium anlässlich des Tages der Organspende in der letzten Woche in Hannover mitteilte. In 2017 waren es 64 und vor sechs Jahren 63 Organspender. Zwar gab es zwischendurch  eine leichte Steigerung auf bis zu 73.

So einfach ist es...

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 05.06.2019


Zeckenzeit: Sich richtig schützen

Sommerzeit ist Zeckenzeit – auch in Niedersachsen

Sie haben acht Beine, zwei Kieferklauen, einen Saugrüssel, sind gerade mal drei Millimeter groß – Zecken. Sie können bei Mensch und Tier Erreger übertragen, die eine Entzündung der Hirnhäute und des Gehirns, die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), oder Borreliose auslösen. Das Robert Koch-Institut hat den Landkreis Emsland als ersten Kreis in Niedersachsen zum Risikogebiet für Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) durch Zecken erklärt. „Anders als man im Volksmund sagt, fallen Zecken nicht von Bäumen auf Spaziergänger herab. Sie krabbeln auf Wiesen, Sträuchern, im Unterholz und sind oft auch an Gewässern zu finden“, sagt Ina Bartels, Apothekerin in Hannover. „Dabei suchen sich die gefährlichen Achtbeiner besonders dünne und gut durchblutete Hautregionen wie Kniekehlen, Achselhöhlen, die Leistengegend oder den Kopf aus.“

Um den Zecken möglichst wenig Angriffspunkte zu bieten, sollten ein paar Regeln beachtet werden: Spaziergänger oder Ausflügler sollten im Wald oder auf Wiesen lange Hosen und festes Schuhwerk tragen. Einen zusätzlichen Abwehrschutz bieten Anti-Zeckensprays. Eine Liste der Vorsichtsmaßnahmen ist auf lav-nds verfügbar.

Infos zur Zeckensituation in Niedersachsen hier

Gefährliche Zeckengruppe hat überwintert

Eine größere und für Menschen gefährliche Zeckengruppe aus den Tropen hat offenbar in Deutschland überwintert. Es wurde in Suhlendorf bei Uelzen, nach den heißen Tagen gleich sechs Exemplare der Hyalomma-Zecken entdeckt. Die Universität Hohenheim und das Münchner Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr teilten dies mit. "Nach den ersten Nachweisen dieses Jahres müssen wir davon ausgehen, dass diese Tiere bei uns in Deutschland überwintern konnten", sagte die Hohenheimer Parasitologin Ute Mackenstedt. Überwintern bedeutet aber nicht notwendigerweise auch, dass die Tiere bereits heimisch seien.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 13.06.2019

Zeckengefahr: Tierärztliche Hochschule Hannover bittet um Mithilfe

Blutsauger per Post an die TiHo schicken

Bunt- oder Auwald-Zecken übertragen Hunde-Malaria

Um Mithilfe bittet die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) die Bewohner der Region, ihr nach Zeckenbefall die leblosen Körper der Bunt- oder Auwald-Zecke per Post zuzusenden.

Die Parasiten siedeln sich immer mehr in unseren Breitengraden an. Erstmals wurden jetzt Buntzecken (Körper schimmern emaillefarben) nachgewiesen, die unter anderem Hundemalaria  übertragen. Auch entdeckt wurden die Hyalomma Zecken.  Das sind auffällig große Blutsauger mit gestreiften Beinen, sie übertragen das Krim-Kongo-Virus Foto l.).

Die mögliche Folge: richtig schweres Fieber.  Mit der Zeckenpost will die TiHo untersuchen, wie weit sich die ungewöhnlichen Arten  bereits ausgebreitet haben.

Prof. Dr. Christina Strube, Leiterin  des Instituts für Parasitologie sagte: „Die Einsendungen sollten bitte mit Angabe des Fundortes zugesandt werden."

Hier die Adresse: Tierärztliche Hochschule Hannover, Institut für Parasitologie, zu Händen Professor Strube, Bünteweg 17, 30559 Hannover.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 22.05.2019


Engagement der Hannoverschen Volksbank ausgezeichnet

Bewegungs-Pass erhält bundesweiten Anerkennungspreis

Mit dem Bewegungs-Pass setzen die Sportregion Hannover (Stadt- und Regionssportbund) in Zusammenarbeit mit der Polizei Hannover und der Verkehrswacht ein Zeichen gegen die sogenannten „Eltern-Taxis“ vor Grundschulen und Kindergärten.

Unterstützt wird die Aktion seit Beginn durch die Stiftung Hannoversche Volksbank und 2019 erstmalig auch durch die Region Hannover. Jetzt wurde dieses  bürgerschaftliche Engagement mit dem bundesweiten Anerkennungspreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft in der Kategorie „Genossenschaftsbanken“ ausgezeichnet. Dazu Marko Volck von der Stiftung Hannoversche Volksbank: „Wir sind sehr stolz auf diese Anerkennung für ein Projekt, dass von dem gemeinsamen Engagement aller Partner lebt.

Freuen sich über den Anerkennungspreis: Rita Girschikofsky, Roland Krumlin (beide Stadtsportbund), Anna-Janina Niebuhr, Ulf Meldau (beide Regionssportbund) und Marko Volck von der Stiftung Hannoversche Volksbank. Foto: Volksbank

In diesem Jahr wurden mehr als 17.000 Bewegungs-Pässe ausgegeben, 60 Grundschulen, 43 Kindergärten oder KiTas sowie 47 Sportvereine machen mit. Ein Riesenerfolg!“  

Rita Girschikofsky, Präsidentin des Stadtsportbundes ergänzt: „Der BewegungsPass funktioniert ganz einfach, es werden 20 Unterschriften der Eltern für jeden Tag, an denen das Kind zu Fuß oder mit dem Roller zur Schule oder KiTa kommt gesammelt, dann gibt es ein Geschenk.“ Zusätzlich winken durch Stempel für Aktionen der Sportvereine weitere Preise.

Mit dem Bewegungs-Pass wird die Selbständigkeit der Kinder und deren Sicherheit im Straßenverkehr gefördert. Die Bewegung an der frischen Luft ist zudem ein optimaler Start in den Schultag. Die Grundschulen und KiTas freuen sich über weniger „Eltern-Taxis“ und die Sportvereine pflegen ihre Kontakte zu den Schulen und machen ihr Sportangebot bekannt. „Der Bewegungs-Pass ist für alle Beteiligten ein Gewinn, deshalb fließt auch das Preisgeld für den Anerkennungspreis in Höhe von 1.000 Euro komplett in das Projekt“, betont Volck.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 20.05.2019


Mehr Ausbildungsplätze zur MTRA

Die Aufstockung der Schülerzahlen in der MTRA-Schule wurde genehmigt

In allen medizinischen Bereichen herrscht Mangelware an Personal, so auch bei den Medizinisch-Technischen-Radiologieassistentinnen und –assistenten (MTRA), um den Bedarf in Krankenhäusern und Arztpraxen zu decken. Auf Initiative von Professor Dr. Frank Wacker (Foto oben r.), Leiter des MHH-Instituts für Diagnostische und Interventionelle Radiologie, und Professor Dr. Peter Landwehr (Foto unten r.), Leiter des Zentrums Radiologie und Nuklearmedizin des Diakovere, wurde zum Ausbildungsbeginn im Herbst 2019 die Aufstockung der Schülerzahlen in der MTRA-Schule im Zentrum Schulen der MHH von bisher 25 auf 50 Schüler pro Jahr von der Landesschulbehörde genehmigt.

Gleichzeitig soll zum Ausbildungsbeginn im Herbst diesen Jahres die betrieblich- schulische Ausbildung vergütet werden, mit 965 Euro im ersten, 1 025 Euro in zweiten und 1122 Euro im dritten Ausbildungsjahr. „In den Kliniken und Praxen in Niedersachsen waren die MTRA aus unserer Schule immer sehr gefragt, die  Vergütung macht die Ausbildung  noch attraktiver“, sagte Professor Wacker. „Daher war der Entschluss, die Zahl der Schüler zu verdoppeln, schnell gefasst“, ergänzt Sibylle Albrecht, Schulleiterin der MTRA-Schule an der Medizinischen Hochschule Hannover.

Die MHH und die Krankenhäuser der Diakovere kooperieren schon seit Langem bei der praktischen MTRA-Ausbildung erfolgreich. Aufgabe der MTRA ist, bildgebende Verfahren zur Diagnostik und Therapie von Krankheiten anzuwenden. Dabei ist die Betreuung der Patienten besonders wichtig.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 13.05.2019


Sie pöbeln, drohen und schlagen auch zu

Patienten werden immer aggressiver, Broschüre soll helfen

In Arztpraxen und Krankenhäusern werden die Patienten immer aggressiver. Sie bedrohen Ärzte, Praxis- und Klinikpersonal. Dieses Verhalten wird unter anderem auch von der Ärztekammer Niedersachsen beklagt. „Wir spüren in den Arztpraxen und Kliniken, dass die Stimmung im Warte- und Sprechzimmer zunehmend angespannter ist“, sagte die Vizepräsidentin der Ärztekammer Niedersachsen (ÄKN), Marion Charlotte Renneberg. Nun soll die Broschüre "Übergriffe gegen Praxisteams" den Ärzten Empfehlungen geben, wie sie mit Gewalt umgehen können.

Mögliche Ursache für Konflikte benennt die Broschüre wie unter anderem die Sorge um Angehörige, vermutete oder tatsächliche Fehlbehandlungen, Zuzahlungen, interkulturelle Missverständnise, falsche Versprechungen etc. Hauptauslöser dieser bedrohlichen Situationen seien aber Wartezeiten und die Frage, in welcher Reihenfolge Patienten behandelt werden.

Renneberger befürchtet sogar, dass die tatsächlichen Anzahl von gewalttätigen Übergriffen noch viel größer ist, als die genannten Zahlen. „Viele Kolleginnen und Kollegen sprechen bisher nicht über diese Vorfälle", bedauert die Fachärztin für Allgemeinmedizin. Die Beleidigungen und gewalttätige Handlungen  kommen von sämtlichen Schichten der Bevölkerung. Die Menschen seien egoistisch und hätten einfach kein Verständnis dafür, dass Notfälle Vorrang hätten.

Mit einem Experten für Kriminalprävention und der ÄKN wurde die Broschüre mit dem Titel „Übergriffe gegen Praxisteams - vorbeugen und abwenden!“ entwickelt. Sie  richtet sich sowohl an Ärztinnen und Ärzte als auch an das Medizinische Assistenzpersonal.

Die Broschüre "Gewalt gegen Ärzte" zum Downloaden finden Sie hier

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 09.06.2019


Projekt ZwischenMenschlichkeit braucht Paten

Zwei Stunden pro Woche für einen guten Zweck

Die Bürgerstiftung sucht für ihr Projekt „ZwischenMenschlichkeit - Paten für Senioren“, ehrenamtliche Helfer. Die Bürgerstiftung möchte Menschen animieren, Bewohner von Senioreneinrichtungen  zu besuchen. Mitmachen können Menschen unabhängig vom Alter. Investiert werden sollten zwei Stunden pro Woche.

Wer sich für Seniorenbesuche entscheidet, wird gebeten, sich unter Telefon (0511) 45 00 07 72 oder per E-Mail unter guthmann@buergerstiftung-hannover.de anmelden.

Die zukünftigen Besuchspaten werden vom Bereich Seniorenarbeit der AWO Region Hannover mit fünf Schulungen am Nachmittag vorbereitet. Die Kosten hiefür übernimmt die Bürgerstiftung.

Weitere Informationen: buergerstiftung-hannover

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 15.04.2019