Soziales Engagement - FWJ - Auszeichnungen - Medizin - Gesundheit


Von wegen Spitzenmedizin

Gesundheitswesen in Deutschland feiert sich gern
In Deutschland feiert man sehr gerne das Gesundheitswesen und besonders sich selbst. Zum Beispiel: Leuchtturm-Unis, Zentren für Spitzenmedizin, Exzellenzcluster, wohin man nur sieht. Doch die „Vortrefflichkeits-Bündelung“, wie man letztgenannten Begriff auch übersetzen müsste, verstellen dann auch den Blick auf das, was die Medizin in Deutschland letztlich auch ausmacht: Mangelversorgung ist häufig, etwa bei Diabetikern oder in der Wundbehandlung auf der anderen Seite eine enorme Verschwendung personeller wie finanzieller Ressourcen durch Über- und Fehlversorgung.

Und der Pflegenotstand betrifft nicht nur Altenheime und geriatrische Abteilungen, sondern zieht sich durch die gesamte medizinische Versorgung. Denn auch in den Kliniken können Betten aufgrund von Personalnotstand nicht von Patienten belegt werden.
Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin (EbM) ist vom dröhnenden Eigenlob des Deutschen Gesundheitswesens genervt und hat eine knallharte Stellungnahme herausgegeben. Deutschland gebe mit 11,2 Prozent zwar EU-weit den höchsten Anteil des Bruttoinlandsprodukts für Gesundheit aus. Der erste Platz bringe aber keine entsprechenden Erfolge. Die Lebenserwartung liege Deutschland nur auf Platz 18 und damit vier Jahre (Männer) hinter der Schweiz und drei Jahre (Frauen) hinter Spanien.

Die Frage, wofür und wie Krankenhäuser überhaupt bezahlt werden sollen, prägt seit Jahrzehnten die gesundheitspolitische und wissenschaftliche Diskussion. © picture-alliance/dpa)

 Auch bei anderen Gesundheitsparametern findet sich die Bundesrepublik Deutschland im hinteren Mittelfeld der Industrieländer, sei es der Erhalt der Selbständigkeit im höheren Alter, die Versorgung chronisch Kranker oder die Kindersterblichkeit. Besonders hoch ist die Differenz der Lebenserwartung abhängig von der sozialen Schicht. Und wer zur einkommens- und bildungsstärksten Gruppe gehört, wird acht bis 13 Jahre älter als weniger Priviligierte desselben Jahrgangs. Nicht nur an der Bildungsgerechtigkeit mangelt es in Deutschland, auch an der gesundheitlichen Chancengleichheit.
Große städtische Krankenhäuser und Universitätskliniken nennen sich oft Orte der „Maximalversorgung“ - mit der erhofften Nebenwirkung einer Gewinnmaximierung. Tatsächlich hält Deutschland unrühmliche Weltmeistertitel in den Disziplinen Gelenkersatz, Herzkatheter und Eingriffe an der Wirbelsäule - ohne dass es den Menschen an Herz und Knochen deshalb besser ginge.

Optimal statt maximal zu versorgen wäre ein lohnendes Ziel: D.h. Patienten nicht jede, aber die beste Behandlung zukommen zu lassen und dabei nach rein medizinischen und nicht primär wirtschaftlichen Kriterien zu handeln. Ansonsten droht die „erlösgesteuerte Gefährdung des Patientenwohls“, wie das Netzwerk EbM warnt. Denn Medizin ist keine Handelsware, sondern Daseinsfürsorge. Exzellente Voraussetzungen für Spitzenmedizin hätte das hiesige Gesundheitswesen - dazu wäre allerdings vielerorts eine radikale Neuorientierung nötig.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 03.03.2019


Pflegekammer Niedersachsen in der Kritik

Verwaltungsgerichte haben nun das Wort

Die Pflegekammer Niedersachsen steht seit Wochen in der Kritik. Jetzt werden sich die Verwaltungsgerichte mit der umstrittenen Institution beschäftigen. Der Bundesverband für freie Kammern (bffk) teilte mit, dass er zwei Klagen gegen die Pflegekammer unterstütze. Das bedeutet: Der bffk leistet vor Gericht seinen Mitgliedern Beistand.
Vor dem Verwaltungsgericht Hannover klagt Stefan Cornelius. Er hatte eine Petition ins Rollen gebracht, die gegen die Zwangsmitgliedschaft in der Kammer initiiert.
Mehr als 40 000 Betroffene unterschrieben die Petition. In seiner Klage will er feststellen lassen, dass sich die Kammerpräsidentin nicht ohne Beschluss der Kammer über Binnenkonflikte äußern dürfte.
Und in einer zweiten Klage wehrt sich eine Krankenhaus-Controllerin vor dem Verwaltungsgericht Osnabrück gegen ihre Zwangsmitgliedschaft. Sie hatte vor dem Betriebswirtschaftstudium eine Ausbildung als Krankenschwester absolviert. Für bffk-Geschäftsführer Kai Boedfinghaus liegt der Verdacht nahe, dass die Institution es auf Bezieher von höheren Einkommen abgesehen habe.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 02.03.2019


Ministerpräsident Weil bezieht eindeutig Stellung

Beleidigungen, Drohungen, Hass und Gewalt sind nicht hinnehmbar

Statement von Ministerpräsident Stephan Weil (Foto Staatskanzlei) zum Landtagsbeschluss vom 27. Februar 2019: „Beleidigungen, Drohungen, Hass und Gewalt gegen kommunale Amts- und Mandatsträger, Rettungskräfte und Ehrenamtliche sind nicht hinnehmbar – Land und Kommunen müssen gemeinsam aktiv werden“, und weiter: „Es kann leider keinen Zweifel geben – der Ton in unserer Gesellschaft ist ruppiger geworden. Das bekommen gerade auch Menschen zu spüren, die sich tagein tagaus für ihre Mitmenschen einsetzen.“ Gemeint seien z. B, Polizeibeamte, Lehrer*innen, Menschen im Rettungsdienst und viele andere, die in für das Gemeinwesen einstehen. Unerträglich sei es, wenn solche Menschen beleidigt und in ihrer Arbeit behindert werden. Der Staat müsse auch mit den Mitteln der Strafverfolgung konsequent vorgehen. Aber das alleine reiche noch nicht. Weil: „Wir brauchen auch andere Bürgerinnen und Bürger, die dann intervenieren und sagen: Das geht nicht – ich solidarisiere mich ganz ausdrücklich dann eben auch mit Polizeibeamten, mit Lehrkräften, mit Menschen im Rettungsdienst und vielen anderen mehr.“

Das Statement als O-Ton unter folgendem Link: soundcloud.com/user-969915686/gemeinsam-aktiv-werden-gegen-hass

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlichung 27.02.2019


Vorsicht am Sieben-Meter-Teich

Warnung vor Blaualgen
Vorsicht ist am Sieben-Meter-Teich geboten. Denn aktuelle Messungen des Gesundheitsamtes der Region Hannover haben ein erhöhtes Aufkommen von Blaualgen in dem Gewässer der Ricklinger Kiesteiche festgestellt. Die Region warnt vor dem Schwimmen in dem Gewässer, beim Verschlucken von Wasser kann es zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Es wird auch darauf hingewiesen, dass Hunde dem Teich fernzuhalten sind. Für die Hunde können schon kleine Mengen tödlich sein.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 01.03.2019


Happy Birthday Clinic-Clowns

Lachen ist die beste Medizin

Sie zaubern seit zehn Jahren kranken und schwerstkranken kleinen Patienten des Kinderkrankenhauses „Auf der Bult" ein Lächeln ins Gesicht - die liebevollen und geliebten Clinic-Clowns. Sie nehmen sich Zeit für die kleinen Patienten - und nehmen ihnen ihre Ängste und Sorgen. Sie zeigen, daß sie Spaß und Freude an ihrer Arbeit haben, denn sie nehmen die Nöte der Kinder ernst.

Zum Jubiläum kam DJ Mousse T mal so eben vorbei. Er ist Schirmherr der „Clinic-Clowns": „Die machen eine tolle Arbeit." Zusammenmit den Clowns sang er zwei Lieder für die kleinen Patienten. Danach durften sie Selfies mit Mousse T. machen. Natürlich gab es auch eine Geburtstagstorte, die in Null Komma nichts aufgegessen war.

Alle freuen sich über hohen Besuch!

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Die Medizische Hochschule Hannover bietet zum neunten Mal ein Freiwilliges Jahr an

Vorab gibt es eine Informationsveranstaltung    

Erfolgreich und gern angenommen: MHH bietet auch in diesem Jahr für Abiturientinnen und Abiturienten ab September zum neunten Mal ein Freiwilliges Jahr in der Wissenschaft (FWJ) an.

Interessierte Schulabgänger haben die Möglichkeit ein Jahr lang Forschungsprojekte ihrer Wahl in Biomedizin, Chemie, Physik oder Ingenieurswissenschaften zu begleiten.    

Bewerbungsschluss ist der 31. März 2019. mh-hannover.de/29728.html

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Kompromiss bei Pille und Abtreibungen

GroKo  auf dem richtigen Weg

Leichter sollen sich Schwangere künftig über Möglichkeiten für eine Abtreibung informieren können. Zudem können junge Frauen die Verhütungspille zwei Jahre länger,  nämlich bis zum 22. Geburtstag von der Krankenkasse bezahlt bekommen. Das sieht ein Referentenentwurf vor, auf den sich die Bundesregierung nach langem Streit um das Werbeverbot für Abtreibungen verständigt hat.

„Wir stellen sicher, daß die betroffenen Frauen in einer persönlichen Notsituation an die Informationen gelangen, die sie benötigen", sagte Justizministerin Katarina Barley (SPD). Und in Zukunft dürften Ärzte „über die Tatsache informieren, daß er oder sie Schwangerschaftsabbrüche durchführt".

Und daß die Krankenkassen die anfallenden Kosten bei der Pille künftig länger übernehmen sollen, helfe jungen Frauen, ungewollte Schwangerschaften zu vermeiden, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

Katarina Barley. Foto SPD

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Zecken-Gefahr steigt jetzt auch im Norden

Robert-Koch-Institut empfiehlt frühzeitige Impfung

Milben waren früher die Überträger der FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis/Hirnhautentzündung) meist nur im Süden Deutschlands. Jetzt nimmt das Risiko auch in Norddeutschland zu.

Aktuell hat das Robert-Koch-Institut das Emsland zum FSME – Risikobereich erklärt. Hier wurden bereits seit 2016  acht Fälle registriert. Das Landesgesundheitsamt beobachtet die Entwicklung der FSME in Niedersachsen genau.

Die FSME-Impfung bietet daher eine gute Vorsorgemaßnahme, um das Risiko einer FSME-Erkrankung nach einem Zeckenstich zu verringern. Um sich zu schützen, sollte eine frühzeitige Impfung erfolgen, bevor die Zeckenaktivität im Frühjahr beginnt.

zecken.de/de/die-zecke

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Preis für Alzheimer-Forscher

Göttinger Alzheimer-Forscher erhalten Inge-und Fritz-Klekamm-Preis 2018
Den Inge-und-Fritz-Klekamm-Preis 2018 der Alzheimer-Stiftung Göttingen, dotiert mit 50 000 Euro, erhalten die Göttinger Wissenschaftler Oliver Wirths und Björn Tampe. Die beiden Wissenschaftler wurden für ein Forschungsprojekt ausgezeichnet, das sich mit Auswirkungen von Nierenfunktionsstörungen auf Alzheimer beschäftigt, teilte die Universitätsmedizin Göttingen mit. Wirths lehrt und forscht an der Klinik als Professor für Psychiatrie und Psychotherapies, sein Kollege Tampe ist dort Mitarbeiter der Klinik für Nephrologie und Rheumatologie.

medizin-aspekte.de/105998-alzheimer-forschung-inge-und-fritz-kleekamm-preis-2018

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Projekt: Für einen Abend die Demenz vergessen

Ein wichtiges Projekt: „Für einen Abend die Demenz vergessen“

Die Band Klang und Leben weckt Erinnerungen und bringt Lebensfreude zurück: Ein kostenloses Konzertereignis für alle Generationen mit und ohne Demenz.

Was die Musiker Oliver Perau (Juliano Rossi und Terry Hoax), Peter Jordan (Running Wild), Karsten Kniep (Terry Hoax), Jens Eckhoff (Wir sind Helden), Andreas Meyer und Initiator Graziano Zampolin auf die Beine stellen, ist in Deutschland einzigartig.

Klang und Leben – Band © Klang und Leben e.V. 

"Für einen Abend die Demenz vergessen". Anfragen unter der Tel. 0511 616-23668 oder per E-Mail an hoerregion@region-hannover.de. Weitere Informationen über Klang und Leben unter klangundleben.org

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Zuhause für Kinder in Not gesucht

Bereitschaftspflege für einen befristeten Zeitraum

Der Fachbereich Jugend und Familie der Landeshauptstadt Hannover sucht für die Bereitschaftspflege dringend Familien aus dem Stadtgebiet oder dem Umland.

Die Familien sollten bereit sein, Kinder vom Säuglingsalter bis zum Alter von zehn Jahren aus Notsituationen für einen befristeten Zeitraum aufzunehmen.  Im Gegenzug bietet der Fachbereich Jugend und Familie Schulung, Beratung, Supervision und auch eine finanzielle Aufwandsentschädigung.

Informationen unter den Telefonnummern (0511) 168-40272 oder -48912.

Sigrid Lappe, HaWo / Ute Micha, PreDiNo


Zukunft braucht Familie – Leben mit Pflegekindern

Der nächste Informationsabend am 14. Mai in Langenhagen

Interessierten sind am Dienstag, 14. Mai, 18 Uhr, in Langenhagen, Langenfortherplatz 1, eingeladen, um sich über die Voraussetzungen und Aufgaben einer Pflegefamilie zu informieren.

Aktuell werden insbesondere auch Bereitschaftspflegefamilien gesucht, die einem Kind für einen kurzen, befristeten Zeitraum ein Zuhause zu geben.

Der Pflegekinderdienst der Region Hannover stellt vor, aus welchen Gründen Kinder in eine Pflegefamilie kommen, welche Rechte und Pflichten Pflegeeltern haben und wie sie vom Jugendamt unterstützt werden. Außerdem wird besprochen, wie sich das Leben mit Pflegekindern verändert, wie Besuchskontakte mit den leiblichen Eltern geregelt sind und für welche Kinder Pflegeeltern gesucht werden.

Die Teilnahme ist unverbindlich und kostenfrei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. Weitere Auskünfte erteilt der Pflegekinderdienst der Region Hannover unter Telefon (0511) 616-22129, E-Mail: Pflegekinder@Region-Hannover.de.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Hilfe wenn Eltern sich trennen

Gruppenangebot für Kinder in schwierigen Situationen 

Wenn Eltern sich trennen, wird für die Kinder vieles anders: Um mit den Veränderungen zurechtzukommen, brauchen sie Hilfe, Anregung und Unterstützung.

Daher bietet die Familien- und Erziehungsberatungsstelle Ronnenberg der Region Hannover auch in der Außenstelle Laatzen eine Gruppe für betroffene Kinder im Alter von 8 bis 11 Jahren an, um bei der Bewältigung ihrer Trennungserfahrungen zu unterstützen. Dort haben die Kinder die Möglichkeit, über die Veränderungen, die sich aus der Trennung oder Scheidung ergeben, zu sprechen und sich mit anderen Kindern auszutauschen. Gemeinsam mit dem psychologisch-pädagogischen Team soll nach Wegen gesucht werden, wie es den Kindern trotz der Trennung ihrer Eltern gut gehen kann.

Das Team der Beratungsstelle. Foto Region Hannover 

Die Gruppe trifft sich an sieben Termine immer montags von 16 bis 17.30 Uhr in der Außenstelle der Familien und Erziehungsberatungsstelle Ronnenberg, Würzburger Straße 17, in Laatzen. Anmeldungen: Familien- und Erziehungsberatungsstelle Ronnenberg, Tel. (0511) 616-23630.

Das Team der Familien- und Erziehungsberatungsstellen der Region Hannover ist  zuständig für das Versorgungsgebiet Süd. Sie finden das Team Hauptstelle in Ronnenberg und in den Außenstellen in Barsinghausen,  Laatzen und Springe. In Gehrden, Hemmingen, Pattensen und Wennigsen finden Sprechstunden vor Ort satt. Neben der Familien- und Erziehungsberatung werden auch Frühe Beratung für Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern, Jugendberatung und Trennungsberatung angeboten.

Info: hannover.de/Leben-in-der-Region-Hannover...

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Wenn die Nerven blank liegen

Aufklärungskampagne gegen das Schütteltrauma

Schlaflose Nächte und ein Baby, das gefühlt durchgehend schreit – gerade die ersten Monate mit einem Säugling können ganz schön anstrengend sein. Nicht selten sind die übernächtigten und überforderten Eltern verzweifelt, wenn sich das Kind nicht beruhigen lässt. Lang anhaltendes Babyschreien gilt als Hauptauslöser für das gewaltsame Schütteln von Säuglingen.

Bis zu 200 Kinder werden jährlich wegen Schütteltraumata in Deutschland in Kliniken behandelt, die geschätzte Dunkelziffer liegt weitaus höher. Krampfanfälle, körperliche und geistige Behinderungen können Folgen des Schüttelns sein, bis zu 30 Prozent sterben sogar daran. Nur etwa 10 bis 20 Prozent der Säuglinge überleben ein festgestelltes Schütteltrauma ohne bleibende Schäden. Mit einer gemeinsamen Aufklärungskampagne wollen die Region und die Landeshauptstadt Hannover Eltern informieren und Unterstützungsangebote bekannter machen.

„Aktuelle Umfragen des Nationalen Zentrums Frühe Hilfen zeigen, dass der Aufklärungsbedarf bei den Eltern hoch ist: Zwei Drittel wissen nicht, dass es intensive Schreiphasen im Säuglingsalter geben kann, fast 20 Prozent können sich sogar vorstellen, dass Babys manchmal nur schreien, um die Eltern zu ärgern! Über 40 Prozent haben den Begriff Schütteltrauma noch nie gehört – unsere Kampagne soll betroffene Eltern frühzeitig informieren und sensibilisieren“, so Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region.

„Es geht uns vor allem darum, dass sich alle Eltern darüber klar werden, dass es zwar anstrengend, aber eben auch normal ist, wenn Babys in den ersten Monaten viel schreien. Und dass es schnelle und professionelle Hilfe gibt, um mit der Situation zurechtzukommen“, erklärt Rita Maria Rzyski, Personal-, Bildungs-, Jugend- und Familiendezernentin der Stadt.

Um die Eltern zu erreichen, sollen Flyer regionsweit in Kitas, Kinderarztpraxen, Kliniken, Familienbildungs- und Kindertagesstätten sowie Familienzentren ausgelegt sowie den „Willkommen-Baby“-Paketen beigelegt werden. Die Flyer informieren über die Schreiphasen der Kinder, geben praktische Tipps zum Umgang mit schreienden Babys und was Eltern in belastenden Situationen für sich selbst tun können. Außerdem werden für schnelle Hilfe, wie die Jugend- und Familienberatung der Landeshauptstadt, die Familien- und Erziehungsberatungsstellen der Region, das Winnicott-Institut oder Kinderärztinnen und Kinderärzte vermittelt. Über einen QR-Code können Hilfeangebote direkt abgerufen werden.

Warum das Schütteln so gefährlich ist: Die Nackenmuskulatur von Säuglingen ist noch so schwach, dass sie ihren Kopf nicht alleine halten können. Beim Schütteln wird der Kopf unkontrolliert vor- und zurückgeworfen, wobei es zu schweren Verletzungen im Gehirn kommen kann. Nach einer ESPED-Studie des Universitätsklinikums Düsseldorf verursachen Männer – Väter (54 bis 60 Prozent), Lebenspartner der Mutter (9 Prozent) – am häufigsten das Schütteltrauma, Mütter zwischen 23 und 30 Prozent. Vielfach aus Unwissenheit um das hohe gesundheitliche Risiko – „genau dort setzt die gemeinsame Aufklärungskampagne der Region und der Landeshauptstadt an“, so Dr. Hanke.

Ute Micha, Presse Dienst Hannover / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Diese Tradition muss gepflegt werden!

Mit fast 165 000 Euro fördert die Volksbank viele Projekte
Und Tradition muss gepflegt werden. Denn seit vielen Jahren fördert die Hannoversche Volksbank soziale, kulturelle und Sport-Projekte in der Wirtschaftsregion Hannover-Celle.

Zu Jahresbeginn gibt es für 107 Projekte einen angenehmen Geldsegen. Gefördert wurden aus den Reinerträgen der VR-Gewinnpartnergemeinschaft, deren Lose bei der Volksbank erhältlich sind. Sozial-, Sport- und Kultur-Projekte von 164 844,40 Euro. Rund 55 000 Euro entfallen davon wieder auf fünf VW up!, die im April übergeben werden.

Einige Initiativen kamen zur symbolischen Scheckübergabe in die Unternehmenszentrale an der Kurt-Schumacher-Straße. Insgesamt wurden dort 9000 Euro vergeben. So erhält der Verein Bürgerinitiative Raschplatz 5000 Euro für die Erneuerung der Sitzpolster der Pavillon-Stühle. „Wir wollten im Sinne der Nachhaltigkeit die Stühle nicht einfach wegwerfen und erneuern die Polster nun bei einem Projekt mit der Werkakademie Gestaltung“, erklärte Susanne Müller-Jantsch vom Pavillon. Das Museum August Kestner bekam finanzielle Mittel für Bastelmaterialien, die beim Museumsfest für Kinder gebraucht werden. Und die Hannoverschen Werkstätten fertigen von ihrem Zuschuss Türschilder in Brailleschrift an. „Wir wollen blinden Menschen eine besser Orientierung bieten und die Selbstständigkeit fördern“, sagte Geschäftsführerin Vera Neugebauer.

Gewinnsparer der Volksbank unterstützen lokale Vereine: Vera Neugebauer (v.l.), Pia Drake und Susanne Müller-Jantsch nahmen die Zuwendungen symbolisch von Vorstandssprecher Jürgen Wache entgegen. Quelle: Samantha Franson

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Zahl von Organspenden erstmals wieder gestiegen

Gesundheitsminister Spahn begrüßt die Zunahme

Die Zahl der Organspenden ist im vergangenen Jahr gestiegen. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn zeigte sich darüber erfreut.

Informationskampagnen zeigten Wirkung, so der Gesundheitsminister. Auch die Debatte über neue Regeln sorge dafür, dass sich mehr Menschen Gedanken über dieses Thema machten: „Die steigenden Zahlen sind gut. Aber nicht gut genug. Noch warten 10 000 Menschen auf ein Spenderorgan."

Denn nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) ist die Zahl der Spender erstmals seit 2010 wieder deutlich angestiegen. Insgesamt haben im vergangenen Jahr  955 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet. Im Vergleich zu 2017 mit 797 Spendern eine Steigerung von nicht ganz 20 Prozent.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Problem Aids: „Jugendliche frühzeitig informieren“

Gesundheitsamt der Region bietet Beratung und kostenlose, anonyme HIV-Tests 

Laut Robert-Koch-Institut lebten in Niedersachsen Ende 2017 rund 4.400 Menschen mit einer HIV-Infektion, damit haben sich im vergangenen Jahr etwa 170 Menschen neu infiziert. „Entscheidend ist, Jugendliche hinsichtlich HIV frühzeitig zu sensibilisieren“, so Dr. Mustafa Yilmaz, Leiter des Fachbereiches Gesundheit der Region Hannover.

Die Beratungsstelle für AIDS und sexuell übertragbare Krankheiten (STI) des Fachbereichs Gesundheit bietet neben den herkömmlichen kostenlosen HIV-Labortests auch gebührenpflichtige HIV-Schnelltests.

Letztere auch als Kombination mit einer Schnelltestung auf Syphilis. Sämtliche Testungen erfolgen anonym. Diese Angebote richten sich an alle Einwohner*innen der Region und haben das Ziel, über Übertragungswege von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen zu informieren.

Die Sprechzeiten für die kostenlose und offene HIV-Sprechstunde: Montag von 12.30 bis 14.30, Dienstag von 12 bis 15, Donnerstag von 16 bis 17.30, Freitag von 8.30 bis 11 Uhr beim Fachbereich Gesundheit Region Hannover, Weinstraße 2, Tel.: 0511 616-43148

An allen Tagen ist im Rahmen der üblichen Beratungsgespräche auch ein kostenloser HIV-Test sowie ein kostenpflichtiger HIV-Schnelltest möglich. Eine Anmeldung dazu ist nicht nötig. Alle Sprech- und Untersuchungszeiten gibt’s auch online unter aidsberatung-hannover.de


Jetzt Demenz- und Alzheimer-App schalten!

Arzt aus Hildesheim entwickelt Spiele-App für Demenz-und Alzheimer-Erkrankte

Ein Nichtbetroffener probiert die Demenz- und Alzheimer-App aus und findet sie gut!

Die Erkrankungen Demenz und Alzheimer beginnen mit Vergesslichkeit. Keine Gesichter, Namen und Wörter mehr parat, sie verschwinden einfach aus dem Gedächtnis - die Erinnerung verblasst! Der Frust darüber und der verzweifelte Versuch, sich zu erinnern, machen den Alltag schwer - nicht nur für die Patienten, auch für die Angehörigen.

Doch jetzt kommt die App gegen das Vergessen: „Auguste". Entwickelt hat die App Dr. Konstantin Lekkos (43), Chefarzt der Altersmedizin am Helios-Klinikum Hildesheim und Sascha Becker hat sie im Rahmen einer Bachelorarbeit an der Uni Hannover programmiert. „Ich werde häufig von Angehörigen gefragt, was sie zu Hause für die betroffenen Patienten tun können, wie sie sich mit Demenz- oder Alzheimer- Erkrankten Patienten beschäftigen können. „Die Antwort von mir lautet: „Spielen!"

Dr. Lekkos, Vize-Vorsitzender der Alzheimer Gesellschaft Niedersachsen, entwickelte eine Art Memory für die Betroffenen. Es gibt fünf verschiedene Varianten von leicht bis schwer. Mal ist es das klassische Memory (Karten umdrehen und Bildermerken), dann wieder das Zuordnen von Fotos zu Begriffen.

Das Besondere: Stadt der installierten Bilder können Nutzer Fotos der Familie, von Haus, Garten, Haustier etc. hinzufügen. „So trainieren sie nicht nur das Gehirn, sondern erinnern sich auch an die wirklich wichtigen Dinge", so Dr. Lekkos. Der Mediziner: „Hirnleistungstraining ist immer wichtig. Studien zeigen, wer sein  Gehirn regelmäßig trainiert, bleibt länger fit, ist weniger anffällig für Demenz und Alzheimer.

Die App gibt es gratis für Android und Apple, sie heißt „Auguste", benannt nach Auguste Deter (1906 verstorben), der ersten Patientin, bei der Alzheimer beschrieben wurde. alzheimer-niedersachsen.de/

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche