WISSENSCHAFT - PREISE


Jetzt gibt es eine Stiftungsprofessur für Radverkehrsmanagement

Mit der Förderung will das  BMVI die Forschung zum Thema Radverkehr stärken 

Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften hat den Zuschlag für eine vom Bund geförderte Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Radverkehr erhalten. Mit der Förderung will das  Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Forschung zum Thema Radverkehr stärken und dem Radfahren als eigenständige Verkehrsart in Deutschland mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung verleihen.

Wissenschaftsminister Björn Thümler gratuliert der Hochschule: „Nachhaltige Mobilität spielt im Fahrradland Niedersachsen eine herausgehobene Rolle. Bei Themen der Mobilität oder etwa der Verkehrsplanung steht noch immer meist das Auto im Mittelpunkt. Es liegt auf der Hand, das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel deutlich stärker in den Fokus zu nehmen. Daher begrüße ich es sehr, dass die Ostfalia Hochschule für die Fakultät Verkehr-Sport Tourismus-Medien am Standort Salzgitter sehr erfolgreich eine eigene Professur für Radverkehrsthemen einwerben konnte und diese auch dauerhaft weiterführt. Das Thema Radverkehrsmanagement wird sicherlich viele junge Menschen dazu motivieren, ein zukunftsträchtiges Studium in diesem Bereich aufzunehmen.“

Auch Verkehrsminister Dr. Althusmann begrüßt die erfolgreiche Bewerbung der Ostfalia: „Wir wollen den Radverkehr stärken. Dazu gehören auch eine starke Wissensbasis und eine gute Forschung. Daher habe ich die Bewerbung der Ostfalia schon frühzeitig unterstützt – dass sie jetzt erfolgreich gewesen ist, freut mich besonders.“

Insgesamt haben sich sieben deutsche Hochschulen erfolgreich um die vom BMVI geförderte Stiftungsprofessur beworben. Sie erhalten hierfür Unterstützung in Höhe von bis 400.000 Euro pro Professur. Die Ostfalia will die Professur unter dem Titel „Radverkehrsmanagement“ an der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien am Standort Salzgitter einrichten.

MWK/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Ermutigendes Zeichen in Zeiten des Brexit

Schottische und Niedersächsische Hochschulen vertiefen Zusammenarbeit

Die niedersächsischen und schottischen Hochschulen intensivieren ihre Zusammenarbeit in den Bereichen Forschung, Studium und Lehre. Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) hat 22 Kooperationsanträge von niedersächsischen Hochschulen mit einem Gesamtvolumen von 110.000 Euro bewilligt. Im kommenden Jahr soll die Förderung fortgesetzt werden.

„Wir füllen die Zusammenarbeit mit diesem Förderprogramm mit Leben und vertiefen sie. Die Vielzahl der Anträge zeigt das große Interesse der Hochschulen und ist ein gutes und ermutigendes Zeichen in Zeiten des Brexit. Denn gerade auf dem Gebiet der Wissenschaft ist der grenzenlose Austausch von Ideen und Wissen Voraussetzung für die Bewältigung der großen Herausforderungen unserer Zeit“, sagten Björn Thümler, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, und sein schottischer Amtskollege Richard Lochhead, Scottish Minister for Further Education, Higher Education and Science.

Sie hatten bei einem Treffen im September in Glasgow eine enge Zusammenarbeit der Hochschulen beider Länder angekündigt. Beide Seiten wollen spezielle Programme für den wissenschaftlichen Nachwuchs und gemeinsame Forschungsprojekte fördern.

Neben der Förderung von Hochschulkooperationen soll im Herbst 2020 an der Leuphana Universität Lüneburg ein schottisch-niedersächsisches Symposium stattfinden, das Wissenschaftler*innen aus allen niedersächsischen Hochschulen mit ihren schottischen Partnern zusammenbringt. Es wird organisiert vom European Centre for Advanced Studies (ECAS), einer gemeinsamen Einrichtung der Universitäten von Glasgow und Lüneburg. Geplant ist außerdem ein Fellowship-Programm, das den Austausch von Wissenschaftler*innen fördert. Insgesamt stellt das MWK für seine Schottland-Initiative zunächst rund 300.000 Euro bereit. Auch die schottische Seite hat eine finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Völlig losgelöst

Leibniz-Universität testet Einstein-Fahrstuhl

Er ermöglicht Experimente bei Schwerelosigkeit

Und das ist mal wieder Spitzen-Forschung aus Hannover! Denn mit 20 Metern pro Sekunde schießt die graue Kunststoff-Kapsel im Schacht nach oben, um nur Bruchteile später wieder nach unten abzusausen. Und diese Tatsache lässt dann in der Gondel für vier Sekunden die Schwerelosigkeit zu.

Wissenschaftler des Hannover Institute of Technology (HITec) der Leibniz-Universität haben den neuen sogenannten Einstein-Elevator erfolgreich getestet.

Das Weltraumabenteuer beginnt in Hannover. Foto GWLU

Weltweit einzigartig ist dieser Fallturm, in dem die Forscher bis zu 300 Experimente am Tag durchführen können.

Dazu sagte Projektmanager Christoph Lotz: "Wir haben gezeigt, dass wir die Motoren so präzise steuern können, dass sie den Luftwiderstand der Gondel für das Freischweben des Experimentes im Innern kompensieren." Und das heißt: Die Schwerelosigkeit entsteht nur, weil die Bewegungswiderstände der Gondel während des Falls ausgeglichen werden.

Doch wozu ist der Weltraum-Lift denn eigentlich da? Es können Experimente von Wissenschaftlern durchgeführt werden, wie z.B. unter Schwerkraftbedingungen auf Mond und Mars. Und so wird getestet, ob ein 3D-Drucker auch unter diesen Umständen funktioniert. Damit könnten bei Weltraumexpeditionen unterwegs die entsprechenden Werkzeuge gebaut werden.

Professor Ludger Overmeyer, Leiter des Instituts für  Transport- und  Automatisierungstechnik: "Wir wollen am Ende verstehen, wie sich Materie ins Nichts schreiben lässt."

Forschern soll der Einstein-Elevator auf der ganzen Welt zur Verfügung stehen und ab Frühjahr 2020 in den regulären Betrieb gehen.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Supercomputer gestartet

„Lise“ und „Emmy“ rechnen für die Spitzenforschung in ganz Norddeutschland

Der Norddeutsche Verbund für Hoch- und Höchstleistungsrechnen hat den Supercomputer HLRN-IV in Betrieb genommen.

Mit einer Viertelmillion Rechenkernen und der Spitzenleistung von 16 Billiarden Rechenoperationen pro Sekunde gehört das 30 Millionen Euro teure System der Firma Atos zu den leistungsstärksten Rechnern der Welt. In Berlin und Göttingen leisten „Lise“ und „Emmy“, benannt nach der Mathematikerin Emmy Noether und der Physikerin Lise Meitner, Berechnungen für die Forschungen an über 120 Hochschulen und 170 Forschungseinrichtungen in Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

v.l.n.r. Björn Thümler (Niedersachsen), Dr. Claudia Schilling (Bremen), Steffen Krach (Berlin), Dr. Manja Schüle (Brandenburg), Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas (BMBF), Katharina Fegebank (Hamburg), Bettina Martin (Mecklenburg-Vorpommern). Foto: ITMZ | Universität Rostock.

Die Finanzierung des Supercomputers erfolgt zu jeweils 50 Prozent durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und die beteiligten Länder.

Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, erklärt: „Exzellente Forschung braucht exzellente Rahmenbedingungen. Deutschland nimmt im Hochleistungsrechnen eine führende Rolle ein.“ Und weiter: „Wir ermöglichen die Spitzenforschung von morgen.“

Michael Müller, Regierender Bürgermeister von Berlin und Senator für Wissenschaft und Forschung, erklärt: „Vor fast 80 Jahren hat der Computerpionier Konrad Zuse hier in Berlin in seinem Wohnzimmer den Vorläufer des ersten modernen Rechners gebaut. Heute liefert der neue Supercomputer vom Berliner Zuse-Institut aus Spitzenleistung für die Spitzenforschung in ganz Norddeutschland.“

Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, sieht Möglichkeiten für die Weiterentwicklung der Spitzenforschung: „Mit der Inbetriebnahme des Hochleistungsrechners leistet der HLRN-Verbund einen wichtigen Beitrag zur Unterstützung der norddeutschen Spitzenforschung. Die Erfolgsgeschichte des Hochleistungsrechnens in Norddeutschland, speziell am Standort Niedersachsen, wird damit fortgeschrieben.“ Der neue Hochleistungsrechner sei nicht nur ein wichtiger Beitrag zur Digitalisierung in Niedersachsen, sondern stärkt gleichzeitig das wissenschaftliche Leistungsvermögen, die industrielle Wettbewerbsfähigkeit und die Unabhängigkeit Europas.“

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Sie haben ein Wildtier gesehen? Bitte mitteilen!

Wie viele wildlebende Säugetiere gibt es in Europa?

Ein internationales Forscherteam möchte mit Hilfe von Bürger*innen erfassen, welche und wie viele wildlebende Säugetiere es in Europa gibt.

Luchse, Rehe, Wildschweine, Iltisse, Biber oder Mufflons – in Europa leben etwa 250 verschiedene Säugetierarten. Welche und wie viele in welchen Regionen leben, ist oftmals unbekannt.

Mit dem Kooperationsprojekt MammalNet möchten acht europäische Forschungsinstitutionen diese Lücke gemeinsam mit Hilfe von Bürger*innen schließen.

Sie sind aufgerufen, die Tiere, die sie auf Wanderungen oder beim Spaziergang sehen, über eine mobile App oder über zwei Internetseiten mitzuteilen: Die App iMammalia läuft auf Android und iOS und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden – und dann ab mit der Meldung!

Für die beiden Internetseiten mammalweb und agouti ist es erforderlich, sich zu registrieren. Sie richten sich eher an fortgeschrittene Naturbeobachter. So laden Forscher*innen auf agouti beispielsweise auch Bilder aus Fotofallen hoch. Nutzen kann die Plattformen aber trotzdem jeder.

Das Projekt läuft über zwei Jahre und startet zunächst in Deutschland, Spanien, Kroatien und Polen. Ab Mai 2020 soll es auf die übrigen Regionen Europas ausgeweitet werden.

Auf deutscher Seite leitet Dr. Oliver Keuling aus dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) das Projekt.

Sigrid Lappe, Hannover Woche/Ute Micha, Presse Dienst Nord