WISSENSCHAFT – UMWELT – AUSZEICHNUNGEN


Im Videoportal: "November der Wissenschaft" 1. bis 30. November

"November der Wissenschaft" wird "Viewember" 

In diesem Jahr ändert aufgrund der Corona-Pandemie der Wissenschaftsmarathon "November der Wissenschaft" sein Format. Es finden keine Veranstaltungen statt,vor Ort können Interessierte auf dem Videoportal  www.wissen.hannover.de  vom 1. bis 30. November täglich und kostenlos stets ein neues Video ansehen, auf dem Studierende und Forschende der hannoverschen Hochschulen und Forschungseinrichtungen Einblicke in ihren Alltag sowie aktuelle Projekte geben.    

So zeigt die Tierärztliche Hochschule Hannover am 6. November, wie Hunde das Coronavirus erschnüffeln. Das Studentenwerk informiert am 18.November angehende Studierende darüber, wie viel ein Studium in der Stadt Hannover überhaupt kostet. Zu finden ist das vollständige Programm für Zuschauer*innen unter wissen.hannover/viewember.

Veranstaltet wird der "Viewember" von der Initiative Wissenschaft Hannover, die die Reihe schon seit 2008 alle zwei Jahre für angehende Studierende organisiert. 

Ute Micha, PreDiNord/Sigrid Lappe, HaWo


Der Umwelt zuliebe: Mehrweg soll Pflicht werden

Es betrifft den Außer-Hausverkauf

Cafés, Kioske bieten Kaffee zum Mitnehmen in Mehrweg-Pfandbechern an - ab 2022 soll das aus Sicht von Bundesumweltministerin  Svenja Schulze (SPD) Pflicht werden.

Aber auch wer Speisen "to go" in Einwegverpackungen aus Plastik anbietet, soll ohne Aufpreis eine Mehrweg-Verpackung anbieten.

Es  falle einfach zu viel Verpackungsmüll in Deutschland an, sagte Staatssekretär Jochen Flasbarth. Die Pfandpflicht soll ausgeweitet werden auch auf  Einwegplastikflaschen und Getränkedosen.

 Allerding sieht der Gesetzentwurf Ausnahmen vor: wenn ein Geschäft sowohl höchstens drei Mitarbeiter hat als auch eine Fläche von höchstens 50 Quadratmetern - dann soll es reichen, auf Wunsch den Kunden die

Produkte in mitgebrachte Mehrwegbehälter abzufüllen. Wer Essen nur auf Tellern oder etwa eingewickelt in Alufolie verkauft, ist ebenso ausgenommen wie Pizzerien, die Pizza im Karton verkaufen.

Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo  


Auszeichnungen zum Gewässerprojekt „Bach im Fluss“

Umweltminister Lies und NLT-Präsident Wiswe zeichnen Gewässerprojekte aus

Die Sieger des diesjährigen Niedersächsischen Gewässerwettbewerbs „Bach im Fluss“ stehen fest: In der Kategorie „Hauptamt“ geht die „Bachperle 2020“ an die Casa Projekt GmbH für die Renaturierung der Sule bei Stehlen. Bei dieser Kompensationsmaßnahme wurde ein neuer Bachlauf mit Einbau von vielfältigen Ufer- und Sohlstrukturen geschaffen. In der Kategorie „Ehrenamt“ kann sich die Angelsportgemeinschaft Müden/Örtze e.V. über den Gewinn der Bachperle freuen. Durch den Rückbau eines angestauten Teiches mit dem Einbringen von Kies- und Totholz ist wieder ein durchgängiges Fließgewässer entstanden. Mit geringen Mitteln wurde an dem Gewässer 3. Ordnung viel erreicht.

Der Sonderpreis der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung wird an die Aktion Fischotterschutz e.V. verliehen. Ausschlaggebend war die intensive und langjährige Netzwerkarbeit mit unterschiedlichen Akteuren in diesem großen Gesamtprojekt.

Zusätzlich wurde dieses Jahr der Sonderpreis „Blaues Klassenzimmer“ an den Verein zur Revitalisierung der Haseauen e.V. für das vorbildliche Umweltbildungsprojekt mit der Realschule Bramsche verliehen.

Coronabedingt fand die Preisverleihung am 23.11.2020 via Livestream statt.

„Die Beiträge belegen eindrucksvoll das große Engagement, das technische Können und die Kreativität mit denen Gewässerprojekte in unserem Land vorangebracht und umgesetzt werden“, so Umweltminister Olaf Lies. „Mit diesen Maßnahmen sind wir auf dem richtigen Weg, die Anforderungen an modernen Gewässerschutz zu erfüllen. Mein großer Dank geht an die vielen haupt- und ehrenamtlich Tätigen, die die naturnahe Gewässerentwicklung umsetzen und dabei unsere Bäche und Flüsse wieder zu einem Lebensraum für unzählige Tiere und Pflanzen machen und nicht zuletzt einem Ort, an dem auch wir Menschen gerne verweilen.“

Der Gewässerwettbewerb wird vom Niedersächsischen Ministerium für Umwelt, Energie, Bauen und Klimaschutz und der Arbeitsgemeinschaft der kommunalen Spitzenverbände Niedersachsens unterstützt. Geschäftsstelle des Wettbewerbs ist die Kommunale Umwelt-AktioN UAN. Er wurde 2010 ins Leben gerufen und findet alle zwei Jahre statt.

Haupt- und ehrenamtliche Teilnehmende aus Kommunen, Landkreisen, Verbänden, Unternehmen oder Vereinen reichten insgesamt 27 Beiträge für den diesjährigen Wettbewerb ein.

NMU/S. Lappe, HaWo/U. Micha, PrDiNo


Minister Thümler verleiht Wissenschaftspreis 2020

17 Persönlichkeiten an niedersächsischen Hochschulen ausgezeichnet

Der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler, hat heute 17 Persönlichkeiten niedersächsischer Hochschulen mit dem Wissenschaftspreis Niedersachsen 2020 ausgezeichnet. Der Preis ist mit insgesamt 119.000 Euro dotiert. Der Minister verlieh die Preise für Forschung, Lehre und Studium an fünf Professorinnen und Professoren, eine Nachwuchswissenschaftlerin und neun Studierende, darunter ein Team. Alle Preisträger*innen sind an einer niedersächsischen Hochschule tätig. 

„Wir ehren mit dem Wissenschaftspreis herausragende Persönlichkeiten, die sich ebenso durch außerordentliche Leistungen in Forschung und Lehre als auch für ihre Kooperationen und Netzwerke auszeichnen“, so Thümler. „Mit dem Sonderpreis würdigen wir besonderes Engagement bei der Bewältigung der durch die Covid-19-Pandemie entstandenen Herausforderungen.“

Den mit 25.000 Euro dotierten Preis als herausragender Wissenschaftler einer niedersächsischen Universität erhält Professor Kai Ambos (Foto I). Seit 2003 hat er die Professur „Strafrecht und Strafprozessrecht“ an der Georg-August-Universität Göttingen inne. Spezialisiert ist Prof. Ambos auf Grundlagenforschung im Bereich des internationalen Strafrechts und Strafprozessrechts.

Als herausragende Wissenschaftlerin einer Fachhochschule wird Professorin Martina Hasseler(Foto II) ausgezeichnet. Sie ist seit April 2019 als Professorin für Klinische Pflege an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften tätig. Sie beteiligt sich an der Entwicklung von Delegationsmodellen und erarbeitet Handlungsempfehlungen für den Umgang mit Covid-19-Patienten in Pflegeheimen. Auch dieser Preis ist mit 25.000 Euro dotiert.

Den Preis für Nachwuchswissenschaftler*innen, dotiert mit 20.000 Euro, erhält Professorin Stefanie Kroker (Foto III). Sie ist seit 2016 Juniorprofessorin für Funktionale Nanostrukturen für die Metrologie an der TU Braunschweig und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt.

Zum dritten Mal wurde dieses Jahr der Wissenschaftspreis in der Kategorie „Lehre“ vergeben (dotiert mit 25.000 Euro). Verliehen wird dieser Preis an Professorin Kathrin Ottink (Foto IV), seit 2017 Professorin für Maschinenbau und Konstruktion an der Hochschule Emden/Leer. In ihrem Seminar entwickeln und fertigen Studierende neue Produkte für ihre spezifische Alltagswelt.

Der mit 10.000 Euro dotierte Sonderpreis für kooperative Innovationen in der digitalen Lehre geht an Professorin Katharina Müller und ihr Team. Seit Februar 2018 ist sie Professorin für Schulpädagogik mit dem Schwerpunkt Lehr- und Lernforschung an der Leibniz Universität.

Für ihre fachlichen Leistungen oder ihr gesellschaftliches Engagement geehrt wurden folgende Studentinnen und Studenten: Michael Perk (TU Braunschweig, Foto V), Katharina Paul (Universität Göttingen, Foto VI), Lisa Grützmacher, Felix Przesdzink, Lina Müller, Brigitte Streanga, Jasmin Vlasak-Drücker (Universität Osnabrück), Rebecca Nathalie Henkel (Leibniz Uni), sie erhalten jeweils bzw. im Team ein Preisgeld von 3.500 Euro.

Die Preisträger*innen wurden von den niedersächsischen Hochschulen vorgeschlagen. Die Auswahl übernahm die Wissenschaftliche Kommission Niedersachsen. Für die Kategorie „Lehre“ und den Sonderpreis wurde eine gesonderte Jury eingesetzt. Der Wissenschaftspreis wurde zum vierzehnten Mal vergeben.

U.Micha / S. Lappe / Fotos: MWK/brauers.com

17.11.2020


Wirtschaftsminister Althusmann stellt Startup-Strategie vor

Innovative Ideen sollen gefördert werden

Das Land Niedersachsen will junge, innovative Unternehmen mit einer neuen Strategie stärker fördern und so auch in Niedersachsen halten. "Startups stärken die Innovationskraft der Unternehmen und geben Impulse für die gesamte Wirtschaft", sagte der Niedersächsische Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) im Hafven in Hannover. "Wir wollen die Gründungsinfrastruktur stärken, Startup-Gründungen von Frauen fördern und den Zugang zu Wagniskapital verbessern, damit die hier gegründeten Unternehmen auch in Niedersachsen bleiben." 

Bernd Althusmann will Startups stärken. Foto R. Salimi-Asl

So sollen zur Finanzierung Fonds mit 100 Millionen Euro Kapital gebildet werden. Aus dem zweiten Corona- Nachtragshaushalt gibt das Land  50 Millionen Euro dazu. "Die Corona-Pandemie zeigt uns gerade eindrücklich, wie wichtig es ist, dass Forschungsergebnisse in Wirtschaft und Gesellschaft ankommen", sagte Sabine Johannsen, Staatssekretärin im Wissenschaftsressort.

Junge Unternehmen mit innovativer Geschäftsidee gelten als Startups, viele von ihnen arbeiten in der digitalen Wirtschaft, ein auf Wachstum angelegter Geschäftszweig. 380 solcher Unternehmen werden in Niedersachsen angesiedelt. Sie entwickeln Navigationssysteme, Stadtbusse mit Wasserstoffantrieb oder Software, die Satelliten vor dem Weltraumschrott schützt. Auch gibt es in Niedersachsen Startups für moderne Agrarwirtschaft.

Den Wissenschaftlern soll es mit der neuen Strategie einfacher gemacht werden, Ideen in eigenen Firmen zu Geld zu machen. Zu Zeiten der Pandemie verzögern sich viele die Neuentwicklungen.

Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo 


Innovationspreis Niedersachsen 2020 verliehen

Coronabewältigungen und Digitalisierung vorantreiben

Niedersachsens Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann und Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler haben am 28.September 2020 gemeinsam mit Prof. Josef von Helden, Vorstandsvorsitzender des Innovationsnetzwerks Niedersachsen, visionäre Ideen, Kooperationsgeschichten und wirtschaftliche Erfolge mit dem Innovationspreis Niedersachsen geehrt. Es wurde ein besonders starker Bezug zu aktuellen gesellschaftlichen Problemen deutlich: Zwei der drei Preisträger arbeiten an Lösungen zur Bewältigung der Corona-Pandemie.

„Die Vielzahl der Innovationen trotz oder gerade in Krisenzeiten zeigt die Leistungsfähigkeit und Stärke der Unternehmen und Forschungseinrichtungen unseres Landes”, so Wirtschaftsminister Dr. Bernd Althusmann.

Niedersachsen hat ein hohes Potenzial an Innovationen! Foto Henning Scheffen

„Der Transfer von Forschung in die Praxis ist ein Kernziel der niedersächsischen Forschungspolitik. Die prämierten Projekte verdeutlichen einmal mehr, dass in Niedersachsen zukunftsweisende Lösungen entwickelt werden“, gratuliert Wissenschaftsminister Björn Thümler.

In der Kategorie „Vision“ gewinnt die MIP Technology GmbH aus Garbsen mit dem Projekt „Magnetic Information Plattform“ (MIP). Die magnetische Speichertechnik als Datenträger soll in das industrielle Umfeld integriert werden. Ziel: Automatisierung der Produktion, Produktverfolgung, Plagiatschutz, Intelligenz in Bauteilen und Produkten. Magnetic Information Platform ist eine alternative zu den RFID- und Visuellen-Systemen.

Mit dem Projekt „Entwicklung eines Covid-19 Heilmittels“ gewinnt in der Kategorie „Kooperation“ das Corona Antibody Team des Instituts für Biochemie, Biotechnologie und Bioinformatik der Technischen Universität Braunschweig in Kooperation mit der YUMAB GmbH. In Zusammenarbeit mit dem Helmholtz-Zentrum, dem Fraunhofer-Institut sowie zahlreichen Forschern und Institutionen aus Niedersachsen und ganz Deutschland haben sie ihr Projekt auf die Beine gestellt. Mit Unterstützung des Landes Niedersachsen und in enger Absprache mit den Zulassungsbehörden wird die Entwicklung weiter vorangetrieben.

In der Kategorie „Wirtschaft“ gewinnt die Abcalis GmbH aus Braunschweig mit dem Projekt „Multiclonals – Komposition rekombinanter Antikörper als Ersatz von Tierblutprodukten“. Die Antikörper ersetzen aus tierischem Blut gewonnene Antikörper und machen diese somit überflüssig. Im Fall von SARS-CoV-2 arbeitet das Team mit Antikörpern zur direkten Erkennung der verschiedenen Coronavirusproteine. Diese werden bereits in diagnostischen Schnelltests eingesetzt und leisten so ihren Beitrag zur Bekämpfung der Pandemie.

S. Lappe


Drei niedersächsische Unternehmen werden ausgezeichnet

Kennzeichnung „Wir sind dabei.“ für nachhaltige Betriebsführung

Den Unternehmen Büfa, LifeStyle Frisurenmanufaktur und Arthur Wulf Fasshandel wurde die Kennzeichnung „Wir sind dabei.“ der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit verliehen.

Die Kennzeichnung würdigt besonderes Engagement in der betrieblichen Nachhaltigkeit.

Übergeben wurde der Preis von Frank Doods, Staatssekretär des niedersächsischen Umweltministeriums, und Yannick Heringhaus, Leiter der Geschäftsstelle der Niedersachsen Allianz für Nachhaltigkeit. Die ausgezeichneten Unternehmen setzten erfolgreich Maßnahmen zur nachhaltigen Betriebsführung um und nehmen so eine Vorbildfunktion ein.

Büfa aus Oldenburg erhält die Kennzeichnung für die Zertifizierungen seines Qua­li­täts­ma­nage­ments und seines Umwelt­ma­nage­ment­sys­tems. Im sozialen Bereich kann Büfa das Zertifikat „Demo­gra­fie­fest 4.0 – Sozi­al­part­ner­schaft­li­cher Betrieb“ vorweisen. Außerdem überzeugt es durch eine Betriebs­ver­ein­ba­rung für Mit­ar­bei­ter zur Unterstützung bei Pflegefällen in der Familie und eine über­durch­schnitt­lich hohe Aus­zu­bil­den­den-Quo­te im Niedersachsenvergleich.

Der Life­Style - Frisurenmanufaktur aus Uelzen wur­de die Kennzeichnung für die erfolg­rei­che Durch­füh­rung des Nach­hal­tig­keits-Checks der Hand­werks­kam­mer Braun­schweig-Lüne­burg-Sta­de verliehen. Die dabei entwickelte Nachhaltigkeitsstrategie wird bereits umgesetzt.

Das familiengeführte Unternehmen Arthur Wulf Fasshandel aus Buchholz in der Nordheide wird mit seiner Investition in eine Photovoltaikanlage besonders den ökonomischen und ökologischen Ansprüchen an Betriebsführung gerecht. Außerdem setzt sich der Betrieb mit einer überdurchschnittlich hohen Schwerbehindertenquote im Niedersachsenvergleich für das Thema Inklusion ein.

Das niedersächsische Umweltministerium gratuliert zur Kenn­zeich­nung und freu­t sich über das außer­or­dent­li­che Enga­ge­ment der Betrie­be.

MU/S. Lappe, HaWo/U.Micha, PreDiNo


Landespreis „Grüne Hausnummer“ 2020 vergeben

„Grüne Hausnummer“ für energieeffizientes Sanieren und Bauen

Vier vorbildlich sanierte Wohngebäude und zwei Neubauprojekte werden in diesem Jahr mit dem niedersächsischen „Landespreis Grüne Hausnummer 2020“ ausgezeichnet. Der Preis wird zum fünften Mal für energieeffizientes Sanieren und Bauen verliehen. Heute hat der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies die Preisträger*innen bekanntgegeben, die feierliche Preisverleihung wird im kommenden Jahr nachgeholt.

Der erste Preis in der Kategorie Sanierung geht an Swantje und Martin Theben aus Hitzacker, die das Gesindehaus einer alten Herrenmühle aus dem 18. Jahrhundert mit ökologischen und regionalen Baumaterialien saniert haben. Den zweiten Preis erhält Gerd Brummund aus Breese in der Marsch/Dannenberg für die Sanierung eines Zweifamilienhauses aus dem Jahr 1910 auf den für Altbauten sehr guten KfW-Effizienzhausstandard 55. Den dritten Platz hat die Jury zweimal vergeben: An Meike und Volker Gärtner für die aufwändige Sanierung eines denkmalgeschützten Fachwerkhauses aus dem 17. Jahrhundert in der Goslarer Altstadt und an die Wohnungseigentümergemeinschaft Bahnhofstraße 32 aus der Wedemark, die ihr 70er-Jahre Wohnhaus gemeinsam energetisch saniert hat.
Auch den Neubaupreis „Zukunftshaus“ teilen sich zwei Gebäude, die für unterschiedliche Aspekte zukunftsfähiger Neubauten exemplarisch sind. Familie Heinrich aus Lehrte hat ein Passivhaus mit hohem Effizienzstandard und nachhaltigen Dämmmaterialien errichtet und dabei auch auf weitere nachhaltige Elemente Wert gelegt. Der Neubau der Eheleute Markert aus Uelsen ist ein technisch innovatives KfW-Effizienzhaus 40 Plus. Das Haus eignet sich gut als Beispiel für andere Bauwillige.

Die feierliche Verleihung der Auszeichnungen durch Umweltminister Olaf Lies wurde aufgrund der Covid-19-Pandemie verschoben und ist nun für das kommende Jahr geplant.

Die „Grüne Hausnummer“ ist eine Auszeichnung der Klimaschutz- und Energieagentur Niedersachsen und ihrer regionalen Partner. Sie zeichnet Hauseigentümer*innen aus, deren Neubau mindestens dem Standard „KfW-Effizienzhaus 55“ entspricht oder die ihren Altbau besonders energieeffizient saniert haben. Erfolgreiche Bewerber erhalten eine hochwertige Grüne Hausnummer für die Hausfassade. Inzwischen gibt es die Auszeichnung in 21 Regionen Niedersachsens. Über 1.200 Hausnummern wurden bereits vergeben. Einmal jährlich wird an herausragende Projekte der „Landespreis Grüne Hausnummer“ verliehen. Aus den teilnehmenden Regionen werden Vorschläge eingereicht, die Auswahl trifft eine Fachjury.
Weiter Informationen zur Grünen Hausnummer unter 
klimaschutz-niedersachsen/gruenehausnummer

Stromspeicher nehmen im Energiesystem Schlüsselrolle ein

Bundesrat verabschiedet einstimmig Bundesratsinitiative aus Niedersachsen

Der Bundesrat hat einstimmig einer Bundesratsinitiative des Landes Niedersachsen zugestimmt, dass der Einsatz von Stromspeichern stärker gefördert wird. In seinem Beschluss fordert der Bundesrat die Bundesregierung auf, die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Nutzung von Speichern zu verbessern und auf diese Weise sowohl den Bau neuer Speicher als auch die Weiterentwicklung bestehender Anlagen zu fördern. „Die große Zustimmung aus den anderen Bundesländern freut mich sehr“, so Niedersachsens Umwelt- und Energieminister Olaf Lies. „Stromspeicher werden in unserem künftigen Energiesystem eine Schlüsselrolle einnehmen, da sie Schwankungen von Erzeugung und Verbrauch flexibel ausgleichen können und somit ideale Voraussetzungen für immer größere Anteile von Erneuerbaren Energien schaffen.“

Stromspeicher sind ein wichtiger Baustein bei der Nutzung von Energie.

Auch soll die Vereinbarkeit von verschiedenen Nutzungsformen gefördert und neue Geschäftsmodelle für Speicherbetreiber ermöglicht werden. „Zentrales Ziel des heute gefassten Beschlusses ist, dass die Potenziale von Speichern künftig vielseitiger eingesetzt werden und somit auch zur gezielten Entlastung der Stromnetze sowie zur Stabilisierung des Gesamtsystems herangezogen werden“, so der Minister.

Er fordert die Bundesregierung und den Bundestag auf, die gesetzlichen Vorgaben für die Nutzung von Speichern so schnell wie möglich zu überarbeiten und dafür insbesondere auch bereits laufende oder in Kürze beginnende Gesetzgebungsverfahren zu nutzen, beispielsweise die anstehende Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG). „Das Thema darf nicht länger aufgeschoben werden“, so der Energie- und Umweltminister. 

Die niedersächsische Bundesratsinitiative kann hier heruntergeladen werden.


Hochschullranking: Göttingen und Bremen schließen gut ab

Uni Göttingen und Jacobs Universität Bremen bei ausländischen Forschern beliebt

Bei ausländischen Wissenschaftlern sind die Universität Göttingen und die Jacobs University in Bremen gehören zu den beliebtesten deutschen Standorten für Forschungsaufenthalte. Das geht aus einem Hochschulranking der Alexander- von-Humboldt-Stiftung hervor.  Lediglich fünf Hochschulen in Berlin und München waren demnach noch beliebter. Mit dem zwölften Platz schnitt auch die Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) gut ab. Insgesamt sind in dem Ranking 83 Hochschulen gelistet.

Ute Micha, PreDiNord/Sigrid Lappe, HaWo

Umspannwerk und 30 Kilometer Stromtrasse in Betrieb

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg in die Zukunft der Erneuerbaren Energien

Energieminister Olaf Lies ist sehr froh über das jüngste Projekt des Netzbetreibers TenneT in Niedersachsen. Bei der feierlichen Inbetriebnahme des Umspannwerks Fedderwarden - verbunden mit einer neuen rund 30 Kilometer langen 380-kv-Stromtrasse von Wilhelmshaven nach Conneforde im Landkreis Ammerland - sprach der Umweltminister von einem „weiteren sehr wichtigen Schritt auf dem Weg in die Zukunft der Erneuerbaren Energien“ und von einer „großen Bedeutung für den gesamten europäischen Stromhandel“.

Diese Stromtrasse sichere nicht nur den Transport von umweltfreundlichem Strom von See zu den Abnehmern im Süden der Republik. Sondern damit würden auch die Voraussetzungen, um im Zuge die Produktion von Wasserstoff voranzutreiben. „Ausreichend erneuerbare Energie sind Voraussetzung für eine klimaneutrale Wirtschaft. Industrie folgt Energie und damit legen wir die Grundlage für Zukunftsinvestitionen wir z.B. der Stahlindustrie. Als niedersächsischer Energieminister setze ich mich intensiv dafür ein, dass alle Chancen genutzt werden, um die Rolle Niedersachsens als Energieland Nummer 1 in Deutschland zu stärken.“ so Lies.

Ute Micha, PreDiNo/Sigrid Lappe, HaWo


Wirtschaftsminister Altmeier will Carta für das Klima

Weltweiter CO2-Ausstoß muss in zehn Jahren jährlich um 7,6 Prozent sinken.

Nicht nur Wirtschaftsminister Altmeier (CDU) auch Wissenschaftler wollen eine Carta für das Klima und drängen zur Eile: Der weltweite CO²-Ausstoß muss nach Berechnungen der Vereinigten Nationen in den kommenden zehn Jahren jährlich um 7,6 Prozent sinken.

Wenn das nicht passiert, so die UN-Forscher, wird Anfang der 2030er-Jahre eine CO2-Konzentration in der Atmosphäre von 450 ppm (Teile auf eine Million) überschritten werden. Bei dieser Konzentration würden verschiedene Kipppunkte im Erdsystem ausgelöst werden – wie beispielsweise das Auftauen der methanhaltigen Permafrostböden in der Arktis. Das hätte dann zur Folge, dass sich die Erderwärmung verselbständigen würde. In diesem Fall hätte die Menschheit praktisch keine Chance mehr, die weitere Klimaerwärmung auszuhalten.

 Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Organersatz aus dem Labor

Innovationswettbewerb: MHH erhält drei und die UMG zwei Millionen Euro

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) und die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) sind die Sieger im bundesweiten Innovationswettbewerb „Organersatz aus dem Labor“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Projekt „3D-Heart-2B“ der MHH erhält für den ersten Platz für drei Jahre eine Bundesförderung in Höhe von drei Millionen Euro. Das Projekt „IndiHEART“ der UMG ist zweiter Sieger und wird über drei Jahre mit zwei Millionen Euro unterstützt, teilte  das Wissenschaftsministerium mit.

Die Forscher aus Hannover wollen ein Einkammer-Herz-Implant entwickeln, das Patienten helfen soll, denen erblich bedingt eine Herzkammer fehlt. Und in Göttingen geht es um die automatisierte Herstellung von menschlichem Herzmuskelgewebe für Patienten mit Herzmuskelschwäche. Die Knappheit von Spendenorganen sei ein großes gesellschaftliches Problem, sagte Niedersachsens Wissenschaftsminister Björn Thümler (CDU).

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


8 Mio. Euro für die Digitalisierung von Niedersachsens Hochschulen

Lehre und Forschung made in Niedersachsen soll zu einem Markenzeichen werden

Sofortprogramm für Digitalisierung von Lehr- und Prüfungsangeboten gestartet

Die Corona-Krise zwingt die Hochschulen dazu, die Digitalisierung ihrer Lehr- und Prüfungsangebote mit hohem Tempo voranzutreiben. Neben Einzelmaßnahmen, die ad hoc gefördert werden, wird es die langfristig angelegte Gesamtstrategie „Hochschule.digital Niedersachsen“ geben.

Das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) und die VolkswagenStiftung unterstützen diesen Innovationsschub kurzfristig mit acht Millionen Euro in zwei Phasen.

 Die Hälfte der Fördersumme soll in Phase 1 umgehend an Hochschulen bewilligt werden, die leistungs- und zukunftsfähige digitale Lehrangebote neu oder weiter entwickeln möchten. Weitere 4 Mio. Euro stehen für Phase 2 bereit, um den gegenwärtigen Digitalisierungsdruck in eine langfristig angelegte Gesamtstrategie zu überführen. Dazu werden MWK und VolkswagenStiftung gemeinsam mit den Hochschulen in der Dachinitiative „Hochschule.digital Niedersachsen“ beraten, wie die neu geschaffenen digitalen Strukturen fest etabliert und konsequent weiterentwickelt werden können. Das gemeinsame Ziel ist es, das niedersächsische Hochschulsystem zu einem Treiber für die Digitalisierung von Studium, Lehre, Forschung und Selbstorganisation auszubauen – auch im Vergleich mit anderen Bundesländern.

„Mit dem Sofortprogramm unterstützen wir die niedersächsischen Hochschulen dabei, die Herausforderungen aus der aktuellen Corona-Situation zu bewältigen. Dies ist zugleich Teil einer langfristig angelegten Gesamtstrategie, den Hochschulstandort Niedersachsen im Bereich der digitalen Lehre nachhaltig zu stärken“, sagt der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Björn Thümler.

„Als private Wissenschaftsförderin steht die VolkswagenStiftung für Schnelligkeit, Flexibilität und höchste Qualität“, sagt Dr. Georg Schütte, Generalsekretär der VolkswagenStiftung. „Das Sofortprogramm soll dem digitalen Sommersemester an niedersächsischen Hochschulen weiteren Schub geben. Auf lange Sicht soll es die niedersächsischen Hochschulen dabei unterstützen, voneinander zu lernen und ihre Kräfte zu bündeln. Erstklassige Lehre und Forschung made in Niedersachsen soll zu einem Markenzeichen im digitalen Zeitalter werden.“

Weitere Informationen zum Niedersächsischen Vorab unter  volkswagenstiftung/vorab.

MWK/Sigrid Lappe, HaWo/Ute Micha, PreDiNo


Verbesserter Schutz für Wildkatzen durch GPS-Sender

Ehrenamtliche engagieren sich im Forschungsprojekt „Wildkatzensprung“.

Insgesamt sind sechs Wildkatzen gefangen und mit GPS-Halsbändern ausgestattet worden.  Denn jedes Jahr würden viele der Wildkatzen an Straßen tot aufgefunden, erklärten Projektforscher, organisiert im BUND-Forschungsprojekt „Wildkatzensprung". Mit dem Sender an einem Halsband könne herausgefunden werden, "inwiefern die Katzen Verbindungswege nutzen, ob sie Straßen überqueren und in welcher Frequenz", sagte Projektmitarbeiterin Teresa Nava. Mit den Daten könne man dann Schutzmaßnahmen für die Tier vornehmen, beispielsweise Wildkatzenzäune aufstellen.

 

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Foto: Deutsche Wildtierschützer


Stiftungsprofessur für Radverkehrsmanagement

Mit der Förderung will das  BMVI die Forschung zum Thema Radverkehr stärken 

Die Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften hat den Zuschlag für eine vom Bund geförderte Stiftungsprofessur mit dem Schwerpunkt Radverkehr erhalten. Mit der Förderung will das  Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Forschung zum Thema Radverkehr stärken und dem Radfahren als eigenständige Verkehrsart in Deutschland mehr Aufmerksamkeit und Bedeutung verleihen.

Wissenschaftsminister Björn Thümler gratuliert der Hochschule: „Nachhaltige Mobilität spielt im Fahrradland Niedersachsen eine herausgehobene Rolle. Bei Themen der Mobilität oder etwa der Verkehrsplanung steht noch immer meist das Auto im Mittelpunkt. Es liegt auf der Hand, das Fahrrad als klimafreundliches Verkehrsmittel deutlich stärker in den Fokus zu nehmen. Daher begrüße ich es sehr, dass die Ostfalia Hochschule für die Fakultät Verkehr-Sport Tourismus-Medien am Standort Salzgitter sehr erfolgreich eine eigene Professur für Radverkehrsthemen einwerben konnte und diese auch dauerhaft weiterführt. Das Thema Radverkehrsmanagement wird sicherlich viele junge Menschen dazu motivieren, ein zukunftsträchtiges Studium in diesem Bereich aufzunehmen.“

Auch Verkehrsminister Dr. Althusmann begrüßt die erfolgreiche Bewerbung der Ostfalia: „Wir wollen den Radverkehr stärken. Dazu gehören auch eine starke Wissensbasis und eine gute Forschung. Daher habe ich die Bewerbung der Ostfalia schon frühzeitig unterstützt – dass sie jetzt erfolgreich gewesen ist, freut mich besonders.“

Insgesamt haben sich sieben deutsche Hochschulen erfolgreich um die vom BMVI geförderte Stiftungsprofessur beworben. Sie erhalten hierfür Unterstützung in Höhe von bis 400.000 Euro pro Professur. Die Ostfalia will die Professur unter dem Titel „Radverkehrsmanagement“ an der Fakultät Verkehr-Sport-Tourismus-Medien am Standort Salzgitter einrichten.

MWK/Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche


Sie haben ein Wildtier gesehen? Bitte mitteilen!

Wie viele wildlebende Säugetiere gibt es in Europa?

Ein internationales Forscherteam möchte mit Hilfe von Bürger*innen erfassen, welche und wie viele wildlebende Säugetiere es in Europa gibt.

Luchse, Rehe, Wildschweine, Iltisse, Biber oder Mufflons – in Europa leben etwa 250 verschiedene Säugetierarten. Welche und wie viele in welchen Regionen leben, ist oftmals unbekannt.

Mit dem Kooperationsprojekt MammalNet möchten acht europäische Forschungsinstitutionen diese Lücke gemeinsam mit Hilfe von Bürger*innen schließen.

Sie sind aufgerufen, die Tiere, die sie auf Wanderungen oder beim Spaziergang sehen, über eine mobile App oder über zwei Internetseiten mitzuteilen: Die App iMammalia läuft auf Android und iOS und kann in den jeweiligen Stores heruntergeladen werden – und dann ab mit der Meldung!

Für die beiden Internetseiten mammalweb und agouti ist es erforderlich, sich zu registrieren. Sie richten sich eher an fortgeschrittene Naturbeobachter. So laden Forscher*innen auf agouti beispielsweise auch Bilder aus Fotofallen hoch. Nutzen kann die Plattformen aber trotzdem jeder.

Das Projekt läuft über zwei Jahre und startet zunächst in Deutschland, Spanien, Kroatien und Polen. Ab Mai 2020 soll es auf die übrigen Regionen Europas ausgeweitet werden.

Auf deutscher Seite leitet Dr. Oliver Keuling aus dem Institut für Terrestrische und Aquatische Wildtierforschung der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover (TiHo) das Projekt.

Sigrid Lappe, Hannover Woche/Ute Micha, Presse Dienst Nord