Das Top-Ausflugsziel Marienburg ist geöffnet



Die Tore sind weit geöffnet

Das Schloss Marienburg, der Stammsitz der Welfen, empfängt begeisterte Besucher. Nicolaus von Schöning freut sich, denn es gibt spektakuläre Neuerungen.

Die Burg-Betreiber öffnen in dieser Saison rund zehn Zimmer und Säle mehr. Im Schloss öffnet sich ein einzigartiger Blick auf das adlige Leben vor gut 150 Jahren. So wurde die Bibliothek des Königs, einst mit allen möglichen Utensilien zugestellt und nicht nutzbar, in altem Prunk wieder hergerichtet. Und der atemberaubende Speisesaal mit seiner langen Tafel war in dieser Pracht so noch nie zu sehen.

Dazu der Schloss-Betreiber: "Wir haben viele Gänge geöffnet, so ergibt sich ein ganz neuer Blick auf die Marienburg, und das macht die Größe des Gebäudes anschaulicher."

Auch soll es eine Restaurierungs-Werkstatt geben, in der die Besucher live miterleben können, wie die Schätze der Marienburg - Gemälde und Mobiliar -  restauriert werden.

Was sicherlich bei den Besuchern der Marienburg gut ankommt:  sie dürfen die Gemäuer jetzt auch ohne Führung erkunden. Veranstaltungen können vorläufig nur sparsam stattfinden.

Das Programm und mehr ist unter: schloss-marienburg zu finden.


Urlaub in der Heimat - Schloss Marienburg – schön und nah!

Öffnungszeiten: 

Bis 25. Oktober 2020: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr

29. Oktober bis 22. November 2020: Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr

26. November bis 20. Dezember 2020: Donnerstag bis Sonntag, 10 bis 20 Uhr (Wintermärchen)

21. Dezember 2020 bis 10. Januar: Montag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr (24. bis 26. und 1. Januar geschlossen)

Schlossbesichtigung:

Eintrittspreise: Erwachsene 12,50. Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre) 9,50 Euro, Kinder bis 5 Jahre Eintritt frei. Zusatzangebot: Schlossführung 2.50

Dienstag Vormittag und Freitag Nachmittag sind die Führungen Kostümführungen! 

Schloßparkbesichtigung - Turmaufstieg (zur Zeit nicht möglich)

schloss-marienburg/fuehrungen/turmaufstieg


Das bietet der Schlossbesuch - Veranstaltungen

Veranstaltung in der Kutschenremise 28. Oktober 2020, 19 Uhr: Swutsch - Theater, Harfe und mehr ...: Wechselnde Künstler und leckeres Fingerfoodbuffet versüßen den Feierabend! Weitere Formate werden zurzeit noch entwickelt.

Bei individuellen Schlossbesichtigungen flanieren Besucher durch Prunk- und Privaträume, die die königliche Familie damals auf dem Schloss genutzt hat. In Führungen bewundern Besucher den Schlosspark oder die noch nahezu vollständig ausgestatteten Schlossküche, die bei ihrem Bau als eine der ersten bereits mit Warmwasserversorgung glänzte.

Der Turmaufstieg über 160 Stufen auf die Aussichtsplattformist zur Zeit leider nicht möglich - wegen der Abstandsregeln.

Die Führung durch den Schlosspark ist nicht Bestandteil einer Schloss-, Gruppen- oder Sonderführung. Die Teilnehmerzahl ist aus Sicherheitsgründen zurzeit auf 10 Personen pro Gruppe begrenzt. 

Alle Informationen zum Kauf von Tickets und für Ticketinhaber finden sich unter schloss-marienburg! Weitere geplante Großveranstaltungen unter freiem Himmel können wegen der Corona-Beschränkungen leider erst wieder 2021 stattfinden. 


So kommen sie hin

Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln: Mit der Bahn aus allen Richtungen: Der Bahnhof Nordstemmen ist aus Richtung Hildesheim, Hannover, Hameln bestens erreichbar. Von Nordstemmen zum Schloss wandern dauert 45 - 60 Minuten.

Das Schloss wird aus Richtung Hannover mit der RegioBus-Linie 300/310 direkt angefahren. Infos: regiobus oder GVH- Hotline 0511-5909000.


Urlaub an einem Schloss

Auch gibt fertig geschnürte Pakete für den Urlaub auf Schloss Marienburg inklusive Hotelübernachtung: Eintrittskarten und mehr ab 79 Euro p.P. visit-hannover.

Aktuelle Informationen unter schloss-marienburg.


Zur spannenden Geschichte des Schlosses: Die Königin geht ins Exil

Vor 150 Jahren fiel Schloss Marienburg in seinen Dornröschenschlaf    

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1867, versammelte die letzte Königin des Königreichs Hannover ihren 40-köpfigen Hofstaat um sich, um ihren Getreuen Adieu zu sagen und ihr geliebtes Schloss gen Österreich zu verlassen. Im Alter von 49 Jahren folgte sie ihrem Gemahl, König Georg V, nach langem Zögern ins Exil. Der König war nach Österreich ins Exil gegangen, nachdem das Königreich Hannover von den Preußen annektiert worden war. Auf seine Bitte war die Familie im Königreich geblieben, das er seit 1851 regiert hatte.

Doch im Sommer 1867 verlangten die Preußen, dass die Königin einen preußischen Hofstaat erhalten sollte. Man hoffte, die Demütigung, mit dem Feind unter einem Dach leben zu müssen, würde auch die Königin bewegen, das Land zu verlassen. So kam es dann auch.     

In der Nacht zum 23. Juli 1867 trat die Königin mit Prinzessin Mary die Flucht an. Prinzessin Friederike war schon vor Weihnachten zu Vater und Bruder nach Wien gereist. Nach der Überlieferung soll sie zu Pferde den Marienberg hinunter über die Leinebrücke zum königlichen Bahnhof Nordstemmen geprescht sein. Dabei soll das Pferd ein Hufeisen verloren haben, das der Hausmeister fand und als Erinnerung an das Nordosttor nagelte.

Im Schutz der Nacht sollen Königin Marie und Prinzessin Mary unerkannt den Zug bestiegen und über Göttingen nach Wien gereist sein. 

Die treue Magd Helene verhilft der Königin zu Flucht. Foto: Patrice Kunte

Nach dieser Nacht fiel die Sommerresidenz der Welfen in einen fast 80 Jahre währenden Dornröschenschlaf.

Marie von Sachsen-Altenburg (1818-1907) war die älteste von sechs Schwestern, geboren im thüringischen Hildburghausen. Im Alter von 21 Jahren lernte die fromme Protestantin den blinden Kronprinzen und späteren König Georg V. in seiner Sommerresidenz Schloss Monbrillant in Hannover kennen. Die beiden verliebten sich unsterblich bei einem Sommerurlaub auf der Insel Norderney - die heute noch von dem Glanz der Welfenkrone profitiert -  ineinander. Sie heirateten am 18. Februar 1843 in der Schlosskirche von Hannover.

Die Kronprinzessin war dem Pietismus zugeneigt, womit sie mit ihrem Schwiegervater in Widerspruch geriet. Das junge Paar lebte zurückgezogen und bescheiden, was König Ernst August als zu bürgerlich empfand. Da Marie ihre Kinder selbst stillte, wofür einer Adligen gewöhnlich Ammen weigerte sich ihr Schwiegervater, mit ihr an einer Tafel zu speisen. Außerdem missbilligte er, dass Marie und Georg zusammen in einer Kutsche fuhren.

In der Bevölkerung war das Kronprinzenpaar jedoch äußerst beliebt. So gilt als überliefert, dass Marie ihren Gatten zärtlich „mein Männi“ oder „Engelsmann“ nannte und daraus keinen Hehl machte.

Von 1851 bis 1866 war Marie an der Seite ihres Mannes die letzte Königin auf Hannovers Thron.

In diesen Jahren erlebten das höfische und das bürgerliche Musikleben Hannovers einen großen Aufschwung. König Georg gab als Pianist und Komponist dazu entscheidende Anregungen. Und auch die Königin liebte und förderte die Musik. Wie fortschrittlich und bürgernah sie war, zeigte sich auch in ihrem karitativen Wirken. Im Jahr 1859 legte sie den Grundstein für das evangelisch-lutherische Diakonissenmutterhaus mit angeschlossenem Krankenhaus in Hannover.

In Gedenken an ihre Großmutter nannte sie es Henriettenstiftung. Das Krankenhaus finanzierte sie weitestgehend aus ihren privaten Mitteln, aus dem Erbe ihrer Großmutter Henriette von Württemberg, der „Diakonissin im Fürstengewand“. Auch ist Marie Namenspatronin des Marienhospital Osnabrück, das sie zu seiner Gründung im Jahr 1859 und darüber hinaus finanziell unterstützte. Zusammen  mit ihrem Gemahl war sie Namensgeberin der heutigen Stadt Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Als die Königin dem König am 23. Juli 1867 ins Exil folgte, konnte noch niemand ahnen, dass der Liebesbeweis ihres Gemahls eines Tages zu den eindrucksvollsten neugotischen Baudenkmälern Deutschlands gehören würde.

In Österreich lebte die königliche Familie zunächst in Wien, bald schon wurde Gmunden am Traunsee zur neuen Heimat der Familie. Nach dem Tod Georgs V. (1878) wählte Königin Marie die Villa Thun in Gmunden als ihren Witwensitz, seither wird diese Villa „Königin von Hannover“ oder einfach „Königinvilla“ genannt. Die Villa befindet sich trotz der preußischen Annexion immer noch im Privatbesitz des Welfenhauses. 1907 starb Königin Marie in Gmunden, sie wurde in einem Mausoleum neben Schloss Cumberland beigesetzt, wo drei Jahre vor ihr auch ihr Nesthäkchen, Tochter Mary, ihre letzte Ruhe fand.

Seit einigen Jahren, erwacht aus seinem langen Dornröschenschlaf, verzaubert Schloss Marienburg seine Besucher immer wieder aufs Neue. Es beeindruckt mit seiner märchenhaften Erscheinung, seiner nahezu vollständig erhaltenen Innenausstattung und den unzähligen Türmchen und Zinnen. Das Schloss befindet sich heute im Besitz des Urururenkels von Königin Marie und König Georg V., S.K.H. Ernst August Erbprinz von Hannover.         

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe