Das Top-Ausflugsziel Schloss Marienburg hat viel zu bieten

Öffnungszeiten:

bis 3. Nov. Di.-So. von 10 Uhr bis 18 Uhr,

ab 4. Nov. bis 22. Dez. Mi.-So. 11 - 16 Uhr.   

Schlossführungen finden regelmäßig zu den Öffnungszeiten statt.

Während der obligatorischen Führung durch die königlichen Gemächer erfahren die Besucher Wissenswertes über das Königsschloss, seine Bewohner und die Geschichte des Hauses Hannover.

Mehrmals Schlossführung auch in historischem Kostüm.

Eine der adligen Damen, die Prinzessin von Ahlden, Prinzessin Mary von Hannover oder Königin Friederike von Hannover, führt in historischer Gewandung durch das Schloss.

Schlosseintritt inkl. obligatorischer Führung: Erwachsene 9.50, Kinder/Jugendliche 6 bis 17 Jahre 7,50 Euro, Kinder bis 5 Jahre frei.

Eintrittskarten für Führungen können telefonisch reserviert werden unter Tel. 05069-34 800 0, montags bis freitags von 10.00 - 17.00 Uhr.

Turmaufstieg ist wieder möglich! 

„200 Jahre Marie und Georg von Hannover“ während der Öffnungszeiten: „Mal amüsant, mal tragisch–königliche Geschichte(n)“ Jubiläumsausstellung zum 200. Geburtstag von Königin Marie von Hannover. Ihr und ihrem blinden Gemahl, König Georg V., ist die Ausstellung mit historischen Dokumenten und Exponaten aus dem Privatleben des königlichen Paares gewidmet.  Werden Sie als Besucher Teil der höfischen Gesellschaft und begleiten Sie König Georg V. und seine Frau Königin Marie in ihren Tagesabläufen.

Unter Einsatz aller Sinne erfahren Sie, wie sich der blinde Monarch durch seine Welt bewegt, wie er sich in einem 140-Zimmer-Schloss zurechtfindet und wie ein Alltag im 19. Jahrhundert unter höfischer Etikette aussieht. Ganz privat wird es, wenn der leidenschaftliche Musiker und Komponist Georg V. gefühlvoll in die Tasten seines Flügels greift und seine geliebte Marie nicht nur ihn mit ihrem Gesang verzaubert.

Die Theaterführung zum 200. Geburtstag von König Georg V. von Hannover entführt Sie in das Jahr 1865. Ein Jahr später verliert Georg V. sein Königreich und die politische Situation verändert sich bereits jetzt spürbar. Geeignet für Kinder ab 14 Jahren, ca. 75 Minuten. 25 Euro, Anmeldung unter 05069-34 800 0 erforderlich, Termine erfragen.

Theaterführung „Familien-Porträt“ Eine interaktive Theaterführung zum 200. Geburtstag der Königin Marie. Sie selbst steigt aus dem Familien-Portrait, um die Besucher durch eine multimedial – interaktive Theaterführung zu begleiten. In Erzählung, Musik und Gesang, aber auch durch Film und Hörspiel weiß die Königin und ehemalige Hausherrin viel Spannendes, Romantisches, Tragisches und fast Geheimes aus dem Leben diverser Welfen-Charaktere zu berichten. Aus ferner Vergangenheit bis in die nahe Zukunft wird, bei diesem Streifzug durch die Portraits der Welfen- Familie, für die Gäste so manches Schicksal lebendig! Geeignet für Kinder ab 14 Jahren, ca. 90 Minuten. 19 Euro, Anmeldung unter 05069-34 800-0 erforderlich, Termine erfragen.

An Wochenenden und Feiertagen können die Besucher die Jubiläumsausstellung individuell ohne Führung zu normalen Preisen erkunden.

Kinder-Ferien-Führungen in den Herbstferien dienstags und donnerstags  10.15 und 11.45 Uhr, Anm. erforderlich unter Tel. 05069 34 800 0

Tipp: Sparen mit Kombiticket (Schlossführung + Jubiläumsausstellung) Erwachsene 13, Kinder 6 bis 17 Jahre 11 €.

Der Eintritt in den Innenhof mit Schlossrestaurant ist frei.

So kommen Sie zum Schloss Marienburg

Mit dem regiobus aus Hannover (Linien 300 und 310) sowie dem Metronom über Nordstemmen ist Schloss Marienburg bequem erreichbar 


„Mal amüsant, mal tragisch – Königliche Geschichte(n)“

Anlässlich des 200. Geburtstages von Königin Marie am 14. April 2018 widmet Schloss Marienburg der letzten hannoverschen Königin und ihrem Mann König Georg V., der im nächsten Jahr 200 Jahre geworden wäre, eine Jubiläumsausstellung. Man lernt Marie und Georg näher kennen: als Herrschende, Bauherren und Privatpersonen. Kleine Geschichten und mediale Elemente zeichnen die facettenreichen Persönlichkeiten des Paares nach. Historische Dokumente und persönliche Besitztümer zeugen von der dramatischen Erblindung des zukünftigen Königs, dem Erblühen einer Liebe und dem Leben einer königlichen Familie. Da freut man sich über persönliche Gegenstände, Kinderspielzeug und den Briefwechsel zwischen Marie und Georg, durch den man einen Einblick in das Leben am hannoverschen Hof erlangt. 

Besucher erhalten Antworten auf Fragen wie „Woher kamen diese facettenreichen Persönlichkeiten?“, „Warum erblindete Georg und wieso konnte er trotzdem König werden?“, „Wie lernten sich Marie und Georg kennen?“, „was prägte ihr Leben bis zum Gang ins Exil im Jahr 1866?“

Der stolze Urururenkel stellte die Ausstellung persönlich vor. Foto Wegener 

Ein Großteil der über 50 Exponate ist erstmals zu sehen.

Eines der spektakulärsten Ausstellungsstücke ist die kostbar verzierte Schenkungsurkunde, mit der König Georg V. seiner Gemahlin an ihrem 40. Geburtstag die Marienburg zum Geschenk machte. 

50 Minuten wandelt man mit kompetenter Führung durch die Räume des Obergeschosses im Königinnenflügel (Termine siehe oben).

Die Schenkungsurkunde. Foto Norbert Lümmen


Erhalt von Schloss Marienburg

Landesregierung schlägt Finanzierung mit Bundesmitteln für Haushalt 2020 vor

Schloss Marienburg ist ein national bedeutendes Kulturdenkmal und eine der Hauptsehenswürdigkeiten in der Region. Von der Sicherung des Gesamtkunstwerks und dem Weiterbetrieb von Museum und Gastronomie hängen 60 Arbeitsplätze ab. Vor diesem Hintergrund hatte das Niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur (MWK) im März 2019 eine umfassende Lösung zur Sicherung von Schloss Marienburg für die Öffentlichkeit vorgestellt.

Voraussetzung für die Umsetzung der vorgestellten Lösung ist die Gegenfinanzierung der vom Deutschen Bundestag bereits beschlossenen Mittel für die Sanierung des Schlosses in Höhe von 13,6 Millionen Euro. Der auf der Klausurtagung des Kabinetts beschlossene Vorschlag der Landesregierung für den Haushalt 2020 sieht deshalb folgendes Vorgehen vor: Die Gegenfinanzierung soll gestaffelt über die Jahre 2020 bis 2025 erfolgen. In 2020 sollen erstmals 100.000 Euro bereitgestellt werden – die vom Land ab 2021 zu leistenden Zahlungen in Höhe von 13,5 Millionen Euro sollen durch eine Verpflichtungsermächtigung im Haushaltsplan 2020 abgebildet werden. Das Vorgehen ist mit dem Bund abgesprochen. Der Haushalt 2020 wird im Dezember vom Niedersächsischen Landtag als Haushaltsgesetzgeber beschlossen.

Vorbehaltlich des Haushaltsbeschlusses des Landtages wird der derzeitige Eigentümer von Schloss Marienburg, Ernst August Prinz von Hannover (*1983), das Schloss sowie kulturhistorisch wertvolle Einrichtungsgegenstände im Wert von 6 Millionen Euro zum 1. Januar 2020 in eine gemeinnützige Stiftung überführen.

Die von Bund und Land bereitgestellten Sanierungsmittel sind Voraussetzung für die Genehmigung der Stiftung durch die niedersächsische Stiftungsaufsicht. Das Land Niedersachsen wird im Stiftungsrat vertreten sein und gewährleisten, dass die öffentlichen Investitionen der Öffentlichkeit zu Gute kommen.

Eine weitere Attraktion: Auf Schloss Marienburg wird gern geheiratet!

Das Landesmuseum Hannover erwirbt aus dem Inventar des Schlosses Marienburg 142 herausragende Kunstgegenstände. Der Ankauf wird von der Kulturstiftung der Länder sowie von der Stiftung Niedersachsen, der Ernst von Siemens Kunststiftung und der Landschaftlichen Brandkasse unterstützt. Auch der Niedersächsische Sparkassenverband, die Niedersächsische Sparkassenstiftung und die VGH Stiftung beabsichtigen den Kunstankauf zu fördern, sobald ihre Gremien entsprechende Beschlüsse gefasst haben. Die Kunstwerke sollen als Leihgaben dauerhaft auf der Marienburg präsentiert werden.

Zum 1. Juli hat darüber hinaus die Schloss Marienburg GmbH - der Unternehmer Carl Graf von Hardenberg und Nicolaus von Schöning - als Pächter den Geschäftsbetrieb von Schloss Marienburg von der bisherigen Betreibergesellschaft, der EAC GmbH, übernommen. Die 60 Arbeitsplätze auf Schloss Marienburg sind damit gesichert.

MWK/Ute Micha/Sigrid Lappe

Veröffentlicht 03.07.2019


Zur spannenden Geschichte des Schlosses: Die Königin geht ins Exil

Vor 150 Jahren fiel Schloss Marienburg in seinen Dornröschenschlaf    

Vor 150 Jahren, am 22. Juli 1867, versammelte die letzte Königin des Königreichs Hannover ihren 40-köpfigen Hofstaat um sich, um ihren Getreuen Adieu zu sagen und ihr geliebtes Schloss gen Österreich zu verlassen. Im Alter von 49 Jahren folgte sie ihrem Gemahl, König Georg V, nach langem Zögern ins Exil. Der König war nach Österreich ins Exil gegangen, nachdem das Königreich Hannover von den Preußen annektiert worden war. Auf seine Bitte war die Familie im Königreich geblieben, das er seit 1851 regiert hatte.

Doch im Sommer 1867 verlangten die Preußen, dass die Königin einen preußischen Hofstaat erhalten sollte. Man hoffte, die Demütigung, mit dem Feind unter einem Dach leben zu müssen, würde auch die Königin bewegen, das Land zu verlassen. So kam es dann auch.     

In der Nacht zum 23. Juli 1867 trat die Königin mit Prinzessin Mary die Flucht an. Prinzessin Friederike war schon vor Weihnachten zu Vater und Bruder nach Wien gereist. Nach der Überlieferung soll sie zu Pferde den Marienberg hinunter über die Leinebrücke zum königlichen Bahnhof Nordstemmen geprescht sein. Dabei soll das Pferd ein Hufeisen verloren haben, das der Hausmeister fand und als Erinnerung an das Nordosttor nagelte.

Im Schutz der Nacht sollen Königin Marie und Prinzessin Mary unerkannt den Zug bestiegen und über Göttingen nach Wien gereist sein. 

Die treue Magd Helene verhilft der Königin zu Flucht. Foto: Patrice Kunte

Nach dieser Nacht fiel die Sommerresidenz der Welfen in einen fast 80 Jahre währenden Dornröschenschlaf.

Marie von Sachsen-Altenburg (1818-1907) war die älteste von sechs Schwestern, geboren im thüringischen Hildburghausen. Im Alter von 21 Jahren lernte die fromme Protestantin den blinden Kronprinzen und späteren König Georg V. in seiner Sommerresidenz Schloss Monbrillant in Hannover kennen. Die beiden verliebten sich unsterblich bei einem Sommerurlaub auf der Insel Norderney - die heute noch von dem Glanz der Welfenkrone profitiert -  ineinander. Sie heirateten am 18. Februar 1843 in der Schlosskirche von Hannover.

Die Kronprinzessin war dem Pietismus zugeneigt, womit sie mit ihrem Schwiegervater in Widerspruch geriet. Das junge Paar lebte zurückgezogen und bescheiden, was König Ernst August als zu bürgerlich empfand. Da Marie ihre Kinder selbst stillte, wofür einer Adligen gewöhnlich Ammen weigerte sich ihr Schwiegervater, mit ihr an einer Tafel zu speisen. Außerdem missbilligte er, dass Marie und Georg zusammen in einer Kutsche fuhren.

In der Bevölkerung war das Kronprinzenpaar jedoch äußerst beliebt. So gilt als überliefert, dass Marie ihren Gatten zärtlich „mein Männi“ oder „Engelsmann“ nannte und daraus keinen Hehl machte.

Von 1851 bis 1866 war Marie an der Seite ihres Mannes die letzte Königin auf Hannovers Thron.

In diesen Jahren erlebten das höfische und das bürgerliche Musikleben Hannovers einen großen Aufschwung. König Georg gab als Pianist und Komponist dazu entscheidende Anregungen. Und auch die Königin liebte und förderte die Musik. Wie fortschrittlich und bürgernah sie war, zeigte sich auch in ihrem karitativen Wirken. Im Jahr 1859 legte sie den Grundstein für das evangelisch-lutherische Diakonissenmutterhaus mit angeschlossenem Krankenhaus in Hannover.

In Gedenken an ihre Großmutter nannte sie es Henriettenstiftung. Das Krankenhaus finanzierte sie weitestgehend aus ihren privaten Mitteln, aus dem Erbe ihrer Großmutter Henriette von Württemberg, der „Diakonissin im Fürstengewand“. Auch ist Marie Namenspatronin des Marienhospital Osnabrück, das sie zu seiner Gründung im Jahr 1859 und darüber hinaus finanziell unterstützte. Zusammen  mit ihrem Gemahl war sie Namensgeberin der heutigen Stadt Georgsmarienhütte bei Osnabrück. Als die Königin dem König am 23. Juli 1867 ins Exil folgte, konnte noch niemand ahnen, dass der Liebesbeweis ihres Gemahls eines Tages zu den eindrucksvollsten neugotischen Baudenkmälern Deutschlands gehören würde.

In Österreich lebte die königliche Familie zunächst in Wien, bald schon wurde Gmunden am Traunsee zur neuen Heimat der Familie. Nach dem Tod Georgs V. (1878) wählte Königin Marie die Villa Thun in Gmunden als ihren Witwensitz, seither wird diese Villa „Königin von Hannover“ oder einfach „Königinvilla“ genannt. Die Villa befindet sich trotz der preußischen Annexion immer noch im Privatbesitz des Welfenhauses. 1907 starb Königin Marie in Gmunden, sie wurde in einem Mausoleum neben Schloss Cumberland beigesetzt, wo drei Jahre vor ihr auch ihr Nesthäkchen, Tochter Mary, ihre letzte Ruhe fand.

Seit einigen Jahren, erwacht aus seinem langen Dornröschenschlaf, verzaubert Schloss Marienburg seine Besucher immer wieder aufs Neue. Es beeindruckt mit seiner märchenhaften Erscheinung, seiner nahezu vollständig erhaltenen Innenausstattung und den unzähligen Türmchen und Zinnen. Das Schloss befindet sich heute im Besitz des Urururenkels von Königin Marie und König Georg V., S.K.H. Ernst August Erbprinz von Hannover.         

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe