OPER - SCHAUSPIEL-TANZ

 

Hamburger Ballett-Tage starten mit Shakespeare

Die 45. Hamburger Ballett-Tage werden am 16. Juni eröffnet
Mit der Uraufführung „Shakespeare-Sonette“ werden die 45. Hamburger Ballett-Tage am 16. Juni eröffnet. Und Ballettintendant John Neumeier vertraut in diesem Jahr damit drei aufstrebenden Choreografen aus den Reihen seiner Compagnie, Marc Jubete, Aleix Martinez und Edvin Revazov, die künstlerische Gestaltung der Sommerpremiere an. Sie entwickeln aus ihren jeweils eigenen Perspektiven auf Shakespeares Sonette einen durchgehenden Ballettabend zu Musik von Monteverdi, Henry Purcell und Jordi Savall.
Jedes Jahr bilden die Hamburger Ballett-Tage den Abschluss der aktuellen Spielzeit. Zu den diesjährigen Höhepunkten zählt das Gastspiel des Het Nationale Ballet aus Amsterdam am 25. und 36. Juni. Das zweiwöchige Festival bietet außerdem einen Streifzug durch das Repertoire der Spielzeit, darunter „Brahms/Balanchine“. Zum Abschluss der Ballett-Tage gibt es die internationale besetzte fünfstündige „Nijinski-Gala“ am 30. Juni.

Ballett von John Neumeier, inspiriert von Leo Tolstoi

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 11.06.2019


Die Gezeichneten zum letzten Mal auf dem Spielplan

Das spannungsgeladene Dreiecksverhältnis verabschiedet sich

Am Dienstag, 18. Juni, ist Franz Schrekers bekannteste Oper, „Die Gezeichneten“, ein letztes Mal im Opernhaus zu sehen.

Das Anfang des 20. Jahrhunderts entstandene Werk wurde für die Staatsoper Hannover von Johannes von Matuschka in Szene gesetzt. Am Pult des Niedersächsischen Staatsorchesters steht der 1. Kapellmeister Mark Rohde.

Psycho-Drama: Mit die "Gezeichneten" entstand eine der aufwändigsten Opern an der Staatsoper – mit Karine Babajanyan (links) und Robert Künzli. Quelle Jauk

„Die Gezeichneten“ handelt von dem spannungsgeladenen Dreiecksverhältnis zwischen dem „Krüppel“ Alviano Salvago – in Hannover gesungen von Robert Künzli –, der „Seelenmalerin“ Carlotta (Karine Babajanyan) und dem „Draufgänger“ Tamare (Brian Davis). Alle drei sind gezeichnet und getrieben von einer unstillbaren Sehnsucht nach Schönheit, die sie schließlich in den Abgrund der Vernichtung und des Wahnsinns treibt.

Karten für den 18. Juni 2019 sind an den Kassen der Staatstheater Hannover, im Internet oder per Telefon unter 0511 99 99 11 11 erhältlich.

Staatstheater/Ute Micha/Sigrid Lappe

Veröffentlicht 15.06.2019


Sie zeigen noch einmal was sie drauf haben

Beim „Walzertrauma“ oder Synchronschwimmen in der Donau

Stehende Ovationen und eine gute Viertelstunde Applaus und Jubel im Opernhaus. Da muss man den Kopf schon ganz schön oben behalten: Hannovers Ballettfans verabschiedeten Jörg Mannes enthusiastisch nach seiner letzten Premiere mit  einem Stück, dass ihn schon immer beschäftigt hat und bewältigt wurde: „1-2-3... Ein Walzertrauma“ - träumt man von Wien. Die guten alten Zeiten sind hier noch lebendig - in Palästen, Kirchen und Plätzen und in den Gassen. Das Dasein wirkt beschwingter, die Luft prickelnder. Und alles ist Walzer - der Inbegriff von Lebenslust gepaart mit Eleganz. Denn Hunderttausende werden zu jeder Ballsaison in die Donaumetropole gelockt. Und hier wollen sie dann auch ihren Walzertraum erleben.

Wie dann zum Beispiel der „Donauwalzer“, bei dem den Tänzern sprichwörtlich das Wasser bis zum Halse steht. Eine wahnsinnig aufwendige Projektion, denn alles fließt, wie Wasser eben - und das alles über dem Orchestergraben (darüber wurde eine durchlässige Leinwand gespannt bis zur Flussoberfläche), in die die Tänzer dann ein- und untertauchen. Synchronschwimmen in der Donau eben! Ein toller Effekt, da gab es auch Szenenapplaus.

Denis Piza, Catherine Franco

Das Ballettstück besteht aus Variationen zum Thema Walzer und natürlich zu Wien, die alles zusammenfassen, was die Kunst von Jörg Mannes widerspiegelt, wunderschöne Bilder, und ein attraktiver Tanz der das Bild komplettmacht.

Das Ballett startet mit Nietzsche, der auch Kompositionen ins Leben gerufen hat. Hier geht es um den Wiener Stadtpark, mit Knutschereien, neckischen Liebeleien zu gemütlichen Wiener-Dialektgesängen von Ostbahn-Kurti, die Musik ist sehr glücklich gewählt, mit Max Richter, Arvo Párt, Johann Strauss, Schönberg, mit schrägen Schrammeltönen und gebrochenen Walzern von Neutöner Wolfgang Rihm.

Davide Sioni, Chiara Pareo und Lauren Anne Murray. Fotos © Gert Weigelt

Der zweite Teil hat es mit dem Prater, der manchmal blutrot oder auch violett ins Licht getaucht wird (für die Bühne zuständig: Thomas Rupert, Licht: Sascha Zauner).

Das Walzerthema wird jetzt tänzerisch deutlich von der dunkleren Seite her betrachtet - und die notorische Josefine Mutzenbacher (Giada Zanotti) brilliert hier mit einem eindrucksvollen Einzelauftritt. 

Und die Compagnie kann an diesem Abend mal wieder zeigen, was sie drauf hat. Mit fantastischen Sprüngen (Giovanni Visone), schönen Soli (Chiara Pareo), Duos Catherine Franco und Denis Piza).mit einer ausgesprochen tollen Ensembleleistung.

Wie bei Mannes üblich, kommt auch an diesem Abend der Humor nicht zu kurz - wenn sich zwei Tänzerinnen (Steffi Waschina und Michèle Stéphanie Seydoux) auf recht aberwitzige Weise um einen Platz auf einer Parkbank und um die Parkbank selbst streiten, das hat schon etwas Prickelndes...

Und zum Schluß tauchen zwei Hände aus der Donau auf und dirigieren charmant und zuerst leise den „Radetzy-Marsch“ und dann immer lauter werdend. Das Publikum ist kaum noch zu halten und donnert im Takt mit. Der Abschied fällt doch schwer, Mannes und seine Compagnie haben Hannover wundervolle Premieren geschenkt, die immer anders waren und stets tosenden Beifall bekamen.

1-2-3... Ein Walzertraum hat das Zeug mal wieder Publikumsliebling zu werden.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht am 20.05.2019


„Die Krönung der Poppea“ in der Staatsoper

Eine der bedeutendsten Opernschöpfungen des 17. Jahrhunderts kommt in die Oper

Als vorletzte Oper in dieser Spielzeit steht eine der bedeutendsten Opernschöpfungen des 17. Jahrhunderts auf dem Programm: Claudio Monteverdis „Die Krönung der Poppea“. Es ist die Geschichte einer skrupellosen Liebe jenseits von Gut und Böse, einer Liebe zwischen dem römischen Kaiser Nero und der ebenso schönen wie ehrgeizigen Poppea. Beide sind vergeben, doch das hindert sie nicht daran, eine Beziehung zueinander einzugehen. Es beginnt ein Konflikt zwischen Moral, Leidenschaft und Vernunft, dessen Ende nichts Gutes verheißt…

Die Uraufführung fand zur Karnevalsaison 1642/1643 statt.

Karten für die Aufführungen sind an den Kassen der Staatstheater Hannover, per Telefon unter 0511 99 99 11 11 und auch im Internet erhältlich.

Titelblatt des Librettos, Venedig 1656

Presse Staatsoper/U. Micha/S. Lappe

Veröffentlicht 27.05.2019


Das Lieblingsstück mit nach Hause nehmen

Öffentlicher Verkauf der Fotografien im Schauspielhaus-Foyer

Noch schmücken zahlreiche Fotos, Bilder und Banner der vergangenen zehn Jahre das Pausenfoyer des Schauspielhauses Hannover. Bevor sich das Schauspiel zur Spielzeit 2019/2010 neu aufstellt, haben Theaterfans die Möglichkeit, diese einzigartigen Werke verschiedener Größen und Materialien zu erwerben.

Im Rahmen des BURN-Finales vom 27. Mai bis 15. Juni können alle Fotografien im Pausenfoyer bei einem Vorstellungsbesuch im Schauspielhaus besichtigt werden, eine Liste der Fotografie-Titel und ihrer Preise ist beim Abendpersonal erhältlich. Den verbindlichen Kauf bestätigen Kunden vor Ort mit ihrer Unterschrift, Abholung und Bezahlung (nur Bargeld) finden am Ende des Festivals statt.

Details folgen ab Ende Mai vor Ort oder auf der Website des Schauspiels unter schauspielhannover.

Die Einnahmen der Verkäufe werden der Klassenkasse übergeben, dem Projekt des Schauspiel Hannover und der Gesellschaft der Freunde des Schauspielhauses (GFS) zur Unterstützung von Theaterbesuchen sozial schwacher Kinder und Jugendlicher.

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlicht 16.05.2019


Movimentos bietet in Hafen 1 dieses Jahr ganz viel Tanz

Der Umzug vom VW-Kraftwerk schadet der 17. Auflage des Festivals nicht

Die Macher des Kulturfestivals Movimentos haben ihren Umzug vom VW-Kraftwerk zur neuen Wirkungsstätte Hafen 1 im VW-Werk in Wolfsburg voll im Griff. Bei der 17. Auflage gastieren fünf internationale Tanzgruppen im Hafen 1.

Und das einmalige und renommierte Event findet vom 19. Juli bis 25. August statt. Insgesamt bieten die Macher des Festivals eine Weltpremiere sowie sechs nationale Premieren an.

Der Vorverkauf läuft.  

Die Movimentos haben ein neues Zuhause: 2019 legt die Veranstaltung im „Hafen 1“ am Hafenbecken der Autostadt an. Quelle: Fontomontage: Autostadt + Matthias Leitzke

Die São Paulo Dance Company. Foto: Silvia Machado

Den Auftakt in Hafen 1 gestaltet der kanadische Choreograf Edouard Lock mit der São Paulo Dance Company, einem jungen Ensemble. Obwohl es erst 2008 gegründet wurde, gehört es bereits zur Weltspitze des internationalen Tanzes. Im Herbst 2018 wurde zwischen den Movimentos Festwochen und der São Paulo Dance Company die Koproduktion einer künstlerischen Arbeit über das Themenfeld „Erinnern und Vergessen“, über das kulturelle Gedächtnis der Menschheit und dessen Gefährdung verabredet, für die der kanadische Starchoreograf Éduard Lock gewonnen wurde. Hintergrund und Anlass für diese Kooperation war die Brandkatastrophe im Brasilianischen Nationalmuseum in Rio de Janeiro, bei der das kulturelle Erbe Lateinamerikas praktisch komplett vernichtet wurde.

Am 19.07.2019 wird diese Auftragsarbeit der Movimentos Festwochen in Wolfsburg uraufgeführt. Musikalische Basis der Choreografie sind zeitgenössische Bearbeitungen des romantischen Opernrepertoires, das Repertoire der Company umfasst sowohl klassischen als auch zeitgenössischen Tanz. 55 Choreografien sind seit der Gründung der Company für sie entstanden, darunter Arbeiten von Choreografen wie Éduard Lock, Marco Goecke, Rodrigo Pederneiras und Henrique Rodovalho. Einstudierungen berühmter Choreografien von Jirí Kylián, William Forsythe, George Balanchine, Nacho Duato und anderen vervollständigen das Repertoire.

Die zweite Aufführung des Abends ist „Gnawa“, ein Meisterwerk des spanischen Choreografen Nacho Duato, in dem er anhand der vier Grundelemente – Wasser, Erde, Feuer und Luft – die vielfältigen Beziehungen aufzeigt, die den Menschen untrennbar mit dem Universum verbinden. In der Choreografie finden sich Elemente aus den rituellen Tänzen der Gnawas, einer in Marokko beheimateten mystischen Bruderschaft, deren Religion Verbindungen zum Islam, aber auch zu traditionellen Religionen des afrikanischen Kontinents aufweist.

Die dritte Inszenierung ist „Agora“, eine Europapremiere. Hier untersucht die junge brasilianische Choreografin Cassi Abranches unter dem Titel „Agora“ (Jetzt) den Begriff der Zeit in seinen unterschiedlichen Bedeutungen: Dynamik und Klang in der Musik, Erinnerungen und Erwartungen im Denken und Fühlen der Menschen, Tempo und Intensität im Tanz. Mit ihrem neuen Stück vermittelt Abranches in suggestiven Bildern und Bewegungen die Lebenskraft des lateinamerikanischen Seins und erlaubt einen tiefen Blick in die Kultur ihrer Heimat.

(19. und 20. Juli jeweils 20 Uhr, 21. Juli  18 Uhr, Werkeinführung am 19. Juli, 19.15 Uhr im Foyer Hafen 1. Spieldauer einschl. Pausen ca. 2 Stunden.

Les Ballets Jazz de Montréal widmet sich Leonard Cohen.

BJM – Les Ballets Jazz de Montréal. Foto Thierry du Bois 

Die Company gilt in Kanada als Institution und ist ein angesehener Kulturbotschafter des französischsprachigen Landesteils. Gegründet 1972, richtete Louis Robitaille, Künstlerischer Leiter seit 1998, das Ensemble auf neue choreografische Formen aus. Verstärkt wurde auch die Verbindung zu anderen künstlerischen Disziplinen, darunter insbesondere Theater, Videokunst und Musik. Die Songs von Leonard Cohen sind allgegenwärtig – ob als Titelsong der Krimi-Hitserie „True Detective“, in Form von Coverversionen oder als Original seines umfangreichen Werkes. Und die Company BJM – Les Ballets Jazz de Montréal hat sich von Cohens Musik inspirieren lassen und widmet ihm einen ganz besonderen Tanzabend. „Leonard Cohen / Dance Me“ ist eine Hommage an den weltberühmten, 2016 verstorbenen Künstler, der die Choreografie noch zu Lebzeiten selbst abgesegnet hat. Für die Vorstellungen von BJM – Les Ballets Jazz de Montréal sind noch Karten unter www.movimentos.de erhältlich.

Und zum ersten Mal in Deutschland zu erleben ist die L.A. Dance Company des Ballettstars Benjamin Millepied. Der Choreograf Russell Maliphant und Komponist Oscarpreisträger Vangelis entführen gemeinsam in „The Thread“ auf ihre Weise in die Welt der sagenumwobenen griechischen Kultur.

24. – 27. Juli, jeweils 20 Uhr. Werkeinführung am 24. Juli, 19.15 Uhr, Foyer Hafen 1. Gesamtspieldauer: ca. 1 Stunde 20 Minuten ohne Pause

Mit der Sao Paulo Dance-Company und der Compania de Danca Deborah Colker sind 2019 zwei der bedeutendsten Tanzensembles aus Brasilien zu Gast in Wolfsburg.

Das Programmheft: Movimentos+Programmheft

Die Festwochen waren in den vergangenen Jahren mit Tanz, Theater, Lesungen und Konzerten ein Zuschauermagnet . Nun konzentriert man sich - das ist auch eine Folge des Umzuges des Movimentos-Festivals - ganz auf den Tanz, sagte Claudius Colsman von der Autostadt: „Es war uns wichtig, daß unser größtes Kulturfestival stattfindet.

Der künstlerische Leiter Bernd Kaufmann: „Ich kann nur meiner lauten und leisen Freude Ausdruck geben, daß die Movimentos jetzt im neuen Hafen 1 vor Anker gehen können." Infolge des Dieselskandals bei Volkswagen war das Movimentosbudget 2015 nach Angaben der Veranstalter erstmalig um 20 Prozent gekürzt worden.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche

Veröffentlichung 25.05.2019


Im Theater an der Marschnerstraße in Hamburg geht es rund

Hamburg Players  mit „Calendar Girls"

Im Jahr 2003 kam „Calendar Girls" von Nigel Cole in die Kinos. Die britisch-amerikanische Erfolgskomödie mit Helen Mirren und Julie Walthers erzählt von einer Gruppe älterer Hausfrauen, die für ihren jährlichen Kalender statt Blumenbilder oder Fotos von regionalen Brücken und Kirchen sich selbst in Pin-up-Posen bei hausfrauentypischen Verrichtungen zeigen.

Die Hamburg Players präsentieren die Bühnenfassung in der Regie von Mathilde Berry, Premiere ist am Mittwoch (19.30 Uhr) im Theater an der Marschnerstraße. Vorstellungen bis 2. Juni, Karten sind an der Abendkasse erhältlich: 10 bis 16 Euro.

Info und Tickets: hamburgplayers-current-production

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche
Veröffentlicht 20.05.2019


Magisch schillernde Klangwelten

 „Die Gezeichneten“ erzählt von einem spannungsgeladenen Dreiecksverhältnis

100 Jahre nach der Uraufführung bringt die Staatsoper Hannover „Die Gezeichneten“ von Franz Schreker auf die Bühne. Das von 1913 bis 1915 entstandene Werk ist die bekannteste Oper des Komponisten.  Schreker hat die Musik komponiert und das Libretto verfasst. Die Handlung basiert auf dem Theaterstück Hidalla oder Sein und Haben (1904) von Frank Wedekind, und spielt im Genua der Renaissance-Zeit. Die Oper wurde 1918 in der Frankfurter Oper uraufgeführt.

Psycho-Drama: Mit die "Gezeichneten" entstand eine der aufwändigsten Opern an der Staatsoper – mit Karine Babajanyan (links) und Robert Künzli. Quelle Jauk 

Sie erzählt von dem spannungsgeladenen Dreiecksverhältnis zwischen dem „Krüppel“ Alviano Salvago (gesungen von Robert Künzli), der „Seelenmalerin“ Carlotta (Karine Babajanyan) und dem „Draufgänger“ Tamare (Brian Davis). Alle drei sind gezeichnet und getrieben von einer unstillbaren Sehnsucht nach Schönheit, die sie schließlich in die Vernichtung und den Wahnsinns treibt.

Nach der Zemlinsky-Oper „Der Traumgörge“ ist „Die Gezeichneten“ die zweite Regiearbeit von Johannes von Matuschka in Hannover, die er gemeinsam mit Bühnenbildner Christof Hetzer und Kostümbildnerin Florence von Gerkan realisiert. Die Musikalische Leitung liegt bei dem 1. Kapellmeister der Staatsoper, Mark Rohde, der das Sängerensemble, den Chor der Staatsoper und das Niedersächsische Staatsorchester durch die berauschende und fesselnde Partitur Schrekers führt. In dem Werk verschmelzen die Sinnlichkeit Debussys, die Leidenschaft Puccinis, die Handlungsdramatik Wagners und die Doppelbödigkeit Zemlinskys zu magisch schillernden Klangwelten.

Die Aufführung wurde bei der Premiere gefeiert. Große Begeisterung für das überragende Bühnenbild, die großen Stimmen, die musikalischen Höchstleistung des Orchesters unter Mark Rohde und der Chöre. Auch die schauspielerischen Leistungen wurden mit Beifall bedacht. Eine gelungene, ausdrucksvolle Inszenierung von Johannes von Matuschka.   

Tickets für die letzte Vorstellung am 18. Juni sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99-11 11 erhältlich.

Presse Staatsoper

Veröffentlicht 06.06.2019


App-Oper geht in die heiße Phase

Einblick in die Liebesgeschichte „Eurydike Forever“

Am 30. März zeigten 100 Jugendliche im Lister Turm, was sie geschafft haben.  Dass Orpheus in die Unterwelt hinabsteigt, um „seine“ Eurydike in die Welt der Lebenden zurück zu holen, erfordert Mut – und zeugt von großer Liebe. Doch wie kam diese Beziehung überhaupt zustande, welche Geschichte verband diese beiden tragisch Liebenden, bevor der Tod Eurydike aus dem Spiel nahm?

Mit dieser Frage haben sich die 100 Jugendlichen, die die erste App-Oper „Unterwelt“ entwickeln, in den letzten Wochen in Workshops beschäftigt. Sie geben nun in einer kleinen Werkschau im Stadtteilzentrum Lister Turm Einblick in ihre Ideen zu dieser Liebesgeschichte unter dem Titel „Eurydike Forever“.

Ab den Osterferien geht dann die Arbeit an der App-Oper „Unterwelt“, die in Kooperation von Staatsoper Hannover, MusikZentrum Hannover und der Landeshauptstadt Hannover in der Regie von Martin G. Berger und Jonas Egloff entsteht, in die heiße Phase. An deren Ende stehen drei Aufführungen im Opernhaus, in denen Jugendliche auf Opernsänger und Tablets auf Staatsorchester treffen. Premiere ist am Sonnabend, den 29. Juni 2019 im Opernhaus.

Presse Staatsoper

Veröffentlicht 23.03.2019


Die letzte Premiere der Spielzeit im Schauspiel steht an

Die Schauspielcrew läutet krachend ihre letzte Spielzeit ein 

Mit Rotkäppchen und der Wolf, „Ein Drama“, bringt Tom Kühnel die letzte große Premiere unter der Intendanz von Lars-Ole Walburg auf die Bühne. Dabei gibt das Schauspiel noch einmal alles: Gespielt wird mit dem gesamten Ensemble und einigen weiteren Mitarbeiter*innen des Hauses.

Zu sehen ist das fulminante Ereignis ab dem 23. Mai im Schauspielhaus.

Das ABC der Demokratie wird in der kommenden Spielzeit fortgeführt.

Schon mal den Auszug üben: Rainer Frank, Dennis Pörtner, Christoph Müller © Frederieke Tambaur 

Der Vorverkauf für „BURN" (inkl. aller Stücke im Schauspielhaus im Mai und Juni) läuft. Die Produktionen im Rahmen von »BURN« in Cumberland kosten 20, erm. 12 € (mit der Cumberland Card 10. erm. 6 €).  An jedem Tag gibt es zusätzlich ein Tagesticket, den so genannten „BURNER!". Mit ihm kosten mehrere „BURN"-Vorstellungen in Cumberland an einem Tag 24 € (mit Cumberland Card 12 €).

Alle spontanen Programmpunkte sind kostenfrei, die Platzkapazität ist begrenzt.

Informationen zu sämtlichen Projekten unter schauspielhannover.

Schauspiel Hannover / Sigrid Lappe, Hannover Woche / Ute Micha / Presse Dienst Nord

Veröffentlicht 28.05.2019


Der Vatikan tanzt wieder

Mannes begibt sich mit „Inferno – Eine Italo-Revue“ an den Ort des Unheils

Der Vatikan als Schauplatz von „Sex and Crime“ – das war im 15. Jahrhundert Realität. Choreograf Jörg Mannes begibt sich mit „Inferno – Eine Italo-Revue“ an den Ort des Unheils und nimmt Zustände ins Visier, die auch heute zu den Gepflogenheiten der Mächtigen gehören.

Seit dem 8. März ist der Ballettabend wieder an der Staatsoper Hannover zu erleben. Zur Musik von Adriano Celentano, Ennio Morricone, Dmitri Schostakowitsch und anderen taucht das Ballett der Staatsoper ein in die Prunksucht und die rauschenden Feste des Borgia-Papstes. Dieser brüstete sich – ebenso wie seine Söhne – mit der ausgeprägten sexuellen Leistungsfähigkeit und entspricht damit dem herrschenden Männlichkeitsideal. Rodrigo Borgias schreckt in seiner Maßlosigkeit und Unersättlichkeit selbst vor Mord nicht zurück.

Doch er bleibt kein historischer Einzelfall, sondern scheint sich den Machtgierigen in aller Welt zur Nachahmung zu empfehlen.

Foto © Gert Weigelt

Tickets für das gefeierte Ballett am 3. und 5. Juli sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511/99 99 11 11 erhältlich.

Presse Staatsoper

Veröffentlicht 15.04.2019



Beliebte Opern und Musiktheaterstücke noch auf dem Spielplan

Eine Sängerin und neun Rollen

Oper Babbel im Ballhof Zwei für Alle ab acht Jahren

In der neuesten Musiktheaterproduktion der Jungen Oper - „Babbel“ - übernimmt die Mezzosopranistin Marlene Gaßner neun Partien und verkörpert neben einem größenwahnsinnigen König, einem Faulenzer, dem Lehmziegel Zacharias, dem zornigen Gott, der titelgebenden Figur Babbel noch drei heimatlose Tiere.

Musikalisch begleitet wird sie dabei von einem Posaunisten und einem Schlagzeuger des Niedersächsischen Staatsorchesters Hannover.

Seit Januar ist die Oper „Babbel“ von Paula Fünfeck für Menschen ab fünf Jahren im Ballhof Zwei zu erleben.

 

Die Sprachverwirrung, Bibelillustration von Gustave Doré (1865), Quelle Wikipedia

Frei nach der alttestamentarischen Erzählung vom Turmbau zu Babel ist das Werk eine zugleich witzige – man erinnert sich noch an die biblische Geschichte, in der Gott den anmaßenden König mit der Sprachverwirrung - eben dem Babbeln – bestraft und somit den Turm nicht in den Himmel wachsen läßt. Die Oper erzählt vom Verlust des (Sprach-)Paradieses und seiner Wiederentdeckung in Klängen und Tönen. Inszeniert wird „Babbel“ von Neil Barry Moss, der auch für das Kostümbild verantwortlich zeichnet. Das Bühnenbild, eine Art Pop-up-Buch, wurde von Veronika Kaleja entworfen.

Tickets sind an den Kassen der Staatstheater Hannover oder per Telefon unter 0511 99 99 11 11 erhältlich.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche 


Und hier singt das Gemüse - ein perfekter Opernspaß

König Karotte regiert in der Staatsoper Hannover

Aufwändig inszeniert und mit viel Spielwitz präsentierte die Staatsoper Hannover Jacque Offenbachs „König Karotte". Und sollten sie beim nächsten Mal den Kühlschrank öffnen, erwarten sie bitte nicht, daß die Karotten ihnen so einen Spaß bereitet wie Offenbachs komische Oper im Opernhaus.

Achtung ist geboten, es könnte vom Kühlschrank eine Revolte ausgehen! 

Und das sieht dann so aus: Karotten, Zwiebeln, Tomaten, Rote Beete, Radieschen und Lauch wollen, gesteuert von der Hexe Kalabasse, die Macht übernehmen und den eitlen, sebstsüchtigen, verschwenderischen Herrscher  Fridolin XXIV, der es mit seinen Regierungsgeschäften nicht so genau nimmt, verjagen.

Noch ist Fridolin von der weltgewandten Kunigunde begeistert...  

Und damit er sich wieder um die Sorgen seiner Untertanen kümmert, will der gute Geist Robin ihn läutern. Da trifft es sich doch so richtig gut, dass die böse Kalebasse das wunderbare Gemüse aufwiegelt und so mir nichts, dir nichts, einen veganen Aufstand-und Umsturz in Gang setzt.

Köstlich zu verfolgen, wie der eitle Hofstaat inklusive der Prinzessin Kunigunde dem Gemüse um König Karotte (Sung-Keun Park) verfällt - zu sehen in der vergnüglichen Neuproduktion mit dem Titel "König Karotte". Einfach schräg, mit schriller Story und rasanter Musik.  Ende des 19. Jahrhunderts war Paris von dem Opernspaß "Le Roi Carotte" total begeistert. Natürlich war Napoleon Bonaparte mit König Karotte gemeint. Die Uraufführung war pompös ausgestattet mit unendlich vielen Kostümen und Spielorten bis hin zu einem prächtigen Krönungspalast und dauerte sechs Stunden. In Hannover zeigt Regisseur Matthias Davids etliche Elemente, die Handlung ist gekürzt auf angenehme drei Stunden (mit einer Pause) und mit deutschen Texten versehen (Neuübersetzung Jean Abel).

Kunigunde und Hofstaat - der Tanz ums goldene Kalb, hier König Karotte, hat begonnen

Jedenfalls schien nichts zu fehlen - 20 Solisten standen auf der Bühne und ein wunderbarer Chor und Statisten vervollständigten das Geschehen.

Richtig gut machen es Prinz Fridolin (Eric Laporte), ein lebensbejahender Lebemann, mit seiner Kunigunde (Stella Motina). 

Mit der Hexe Kalebasse (köstlich gruselig Daniel Drewes) bekommt Jacques Offenbachs Gemüseeintopf was von „Ein Käfig voller Narren“. Ist aber gelungen und bereitet eine Menge gute Laune und Spaß und die geraffte Inszenierung bringt die durchgeknallte Story auf den Punkt.

Highlights sind zum Beispiel auch der Geschichtsunterricht für die Pompeianer, die nicht wissen, was eine Eisenbahn ist und die dann vom Prinzen und seinem Gefolge als Mitmachpolonäse zu laufen beginnt. Ja, das ist Offenbach, der Rhythmus und die Leichtigkeit, das wirkt noch, auch wenn man schon in Hut und Mantel ist. Extraapplaus für das Orchester unter der Musikalische Leitung vonValtterii Rauhalammi.

Noch hat die Hexe Kalabasse das Gemüse fest im Griff!

Das Bühnenbild (Mathias Fischer-Diskau) ist sehr gefüllt und lebt von der High-Tech und Farbenfülle, so wenn sich der Ameisenstaat in ein grün-neon-laser-gestütztes kleines Wunder verwandelt. Und es gibt unendlich viel zu sehen. Der Hofstaat und das Gemüse (Kostüme Susanne Hubrich) sind perfekt gestaltet, daß man den Machtverfall von König Karotte deutlich an seiner mehr und mehr schrumpelnden Möhre erkennen kann, und endlich das Happy-End, wenn sich der geläuterte Fridolin mit der Grafentochter Rosée (Amthanasia Zöhrer), die so viel für ihn getan und durchgestanden, vermählt (Foto links).

Ein unglaublich vergnüglicher Operettenabend, der noch lange nachhallt. Noch ein Tipp: Unbedingt das üppige Programmheft (3,50 Euro) erstehen!

 

Ute Micha, Presse Dienst Nord/Sigrid Lappe, Hannover Woche/Fotos: Jörg Landberg


Mit dem „Theater-O-Mat“ ins Schauspiel

Online-Entscheidungshilfe für den nächsten Besuch im Schauspiel Hannover

Das Schauspiel Hannover bietet auf seiner Homepage den „Theater-O-Mat“ an. Dieser soll bei der Auswahl eines Theaterstücks helfen, das man sehen möchte. Zuerst können Theaterstücke, die bereits gesehen wurden, aus der Auswahl entfernt werden und gleichzeitig kann eine Rückmeldung zu den bereits gesehenen Stücken gegeben werden.

Im zweiten Schritt können Nutzer*innen aus einer Vielzahl von Attributen wählen, denen das nächste Stück entsprechen soll – als Kriterien stehen unter anderem „lustig“, „politisch“, „Literaturklassiker“, „Hannover-Bezug“, „Live-Musik“ oder zum Beispiel auch „abgedreht“ und „blutig-brutal“ zur Verfügung. Die Attribute können frei kombiniert werden – mit jedem gewählten Attribut schränkt sich die Anzahl der Stücke ein. Am Ende steht für den Theaterinteressierten eine auf seinen Geschmack zugeschnitte, übersichtliche Auswahl einer oder mehrerer Produktionen des aktuell laufenden Repertoires, inklusive einer kurzen Beschreibung. Mit dem „Theater-O-Mat“ soll die Entscheidung für ein Stück leichter fallen und gerade auch für Besucher*innen, die seltener ins Theater gehen, eine inhaltliche Hürde abgebaut werden.

Das Tool wurde im Rahmen eines Masterkurses im Studiengang „Software Engineering“ an der Leibniz Universität programmiert, der von Prof. Dr. Kurt Schneider geleitet wird.

Zu finden ist der neue „Theater-O-Mat“ im Internet unter schauspielhannover.

Ute Micha, Presse Dienst Nord / Sigrid Lappe, Hannover Woche


Partyreihe „Cumberland Bar x“

Die Bar in Cumberland hat vor und nach den Vorstellungen geöffnet

Die Bar in der Cumberlandschen Galerie hat mit Christopher Faust einen neuen Betreiber und den Namen: Bar Cumberland. Zum einen finden regelmäßig Partyreihen statt, zum anderen ist die Bar jeweils eine Stunde vor sowie mit „Open End“ nach den Vorstellungen im Schauspielhaus und in Cumberland geöffnet.

Die Partyreihe „Bar Cumberland x“ steht unter dem  Motto: „Soul, Funk, House und gute Drinks im schönsten Treppenhaus von Hannover“. Die Partys werden von Christopher Faust in Kooperation mit Demir Cesar, DJ und Inhaber der Kommunikationsagentur Push it!, veranstaltet. Demir Cesar ist unter anderem auch an den etablierten Partyreihen „ThisKO!“, „Blessings“, „Club Crémant“ und „WayBack“ beteiligt.

Faszinierend: Das Treppenhaus im Cumberland mit Bar

Karten gibt es immer an der Abendkasse (zu Preisen zwischen 5 und 10 Euro). Infos unter schauspielhannover und cmbrlnd

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Die Näh- und Singegruppe

Das Kultduo Die Bösen Schwestern singen ihre liederlichen Chansons

Die Näh- und Singegruppe ist in der Marlene (Prinzen-/Ecke Alexanderstraße) immer wieder die  zu Gast.

Magda „Matitschku" Anderson ist ihrem Pastor Engel katholisch ergeben, Anita Palmerova kippt lieber ein paar Likörchen und singt liederliche Chansons. Wenn nur Bruder Benedick endlich käme, dessen frommen Vortrag die beiden Weiber von der Näh- und Singegruppe „Nähen für den Hunger" künstlerisch begleiten sollen. Aber der wartet am Flughafen auf sein Gepäck. 

Mit frommen Liedern, viel Eierlikör und Sahnekuchen, erbaulichen Gesprächen und fliegenden Teekannen warten Magda und Anita auf Pastor Engel, den falschen Bruder und das jüngste Gerücht....

Buch, Regie und die musikalischen Arrangements stammen aus der Feder des Hannoveraners Adrian Anders, der sich auf der Bühne in Magda verwandelt. Ihm zur Seite steht wie immer Chris Palmer, der in die Rolle der „Exil-Chansonette" Anita Palmerova schlüpft. Als Kult-Duo Die Bösen Schwestern ziehen Anders und Palmer einen Lacher nach dem anderen für das Publikum aus dem Hut.

Infos und weitere Termine: boeseschwestern.

Veröffentlicht 26.05.2019