MEDIZIN - GESUNDHEIT - SOZIALES

 

Das wollen Kinderärzte

Impfpflicht für alle Kinder !

Der Berufsverband der Kinder-und Jugendärzte hat die Impfpflicht für  a l l e   Kinder gefordert. Der Deutsche Gesetzgeber solle damit dem italienischen Beispiel folgen. Dort hat das Verfassungsgericht eine von der Regierung in Rom erlassene Impfpflicht gebilligt. Kinder in Italien erhalten ab sofort obligatorisch zehn Impfungen, darunter fallen Impfungen gegen Diphterie, Tetanus und Masern. Bei Nichterscheinen zur Impfung gibt es sofort eine Strafe. Die Eltern riskieren eine Geldstrafe in Höhe von 100 bis 500 Euro.

In der deutschen Politik wird noch über das Für und Wider gestritten.

Besser ein Piks als krank! Foto: Imago/ Westend61

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Klappt das – Diagnose per App? Niedersächsische Kammer fordert Qualitätssiegel

Ärzte sehen Chance in digitalen Technologien

Klappt das überhaupt? Eine Diagnose per App? Einen kleinen Haken gibt es doch, die Niedersächsische Ärztekammer fordert ein Qualitätssiegel für die digitale Technologie.

Und das soll so funktionieren: Kleine Computerprogramme auf dem Handy, Apps werden sie genannt, können Leben retten, wenn sie dem Arzt helfen, die Werte seiner Patienten zu überwachen. Doch nicht bei allen Apps ist sichergestellt, dass die Daten der Patienten sicher seien, kritisierte Ärztekammerpräsidentin Dr. Martina Wenker (Foto). Sie fordert ohne Wenn und Aber einen klaren Qualitätsstandard.

Ihr geht es in der Hauptsache darum, Apps, die Patienten beispielsweise täglich nutzen, um ihre Blutdruckwerte, ihr Gewicht oder die eingenommenen Medikamente zu dokumentieren. Die App übermittelt die Daten an den behandelnden Arzt, der damit den Patienten laufend überwachen kann. „Diese Daten müssen sicher sein“, sagt Wenker. Aus diesem Grund fordert sie, dass nur solche Programme zugelassen werden, die das EU-weite CE-Siegel tragen. Dieses ist derzeit bereits für medizinische Geräte vorgeschrieben. Es soll sichergestellt werden, dass das Gerät einwandfrei und sicher läuft und auf dem neuesten Stand der Technik ist.

Die Ärztekammerpräsidentin meint natürlich nicht die Lifestyle- und Fitness-Apps, die den Großteil der 140 000 Gesundheits-Apps auf dem Markt ausmachen. Mit diesen Apps kann man beispielsweise sein Sportprogramm aufzeichnen oder seinen Schlafrhythmus überwachen. Martina Wencker hält allerdings von diesen Apps nicht viel. „Wir verlieren unser gesundes Körpergefühl, wenn wir nur auf diese Apps hören.“ Grundsätzlich seien das alles Spielereien, aber auch hier sollte jeder darauf achten, was eigentlich mit den erfassten Daten passiert.

Das Qualitätsproblem von Medizin-Apps ist nur eine der neuen Herausforderungen, die sich durch die Digitalisierung der Medizin ergeben. Auf dem ersten niedersächsischen Digitalgipfel Gesundheit wollen Ärzte in Hannover diskutieren, welche Risiken und Chancen sich durch schnelle Datenübertragung, leistungsfähigere Computer und das Internet für die Branche ergeben.

Gerade im ländlichen Raum könne eine schnelle Internetverbindung in Zukunft zwar die Fahrt zu einem weit entfernten Spezialisten ersparen, doch dürfe die Digitalisierung nicht dazu führen, dass jemand nur noch aus der Ferne versorgt werde. „Die persönliche Behandlung ist das Fundament einer Arzt-Patienten-Beziehung“ – das müsse unbedingt erhalten bleiben, betont Wencker.

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Sport in der Schwangerschaft? Und ob!

Schwangere können und sollen sich fit halten – sollten dabei ein paar Tipps beachten!

Das dürfte sich längs herumgesprochen haben, dass Schwangere ohne wenn und aber Sport betreiben können. Welche Sportarten eignen sich für die werdenden Mütter?

-      so sollten keine stoßintensiven High-Impact-Sportarten wie Springen oder extreme Kraft- und Kampfsportarten mehr betrieben werden.

-      Wassersport verringert zum Beispiel Wassereinlagerungen. Schwimmen, Aquafitness, Aquajogging oder Aquaspining. Das sind Sportarten, die im Wasser stattfinden und perfekt gegen Ödeme, denn der Wasserdruck wirke Wunder.

-      Sanftes Kardiotraining ist ideal: Pilates und Yoga wirken mobilisierend. Auch Nordic Walking ist perfekt, weil es die Gesamtmuskulaturtrainiert, ohne den Beckenboden zu beanspruchen.

-      Fußtraining ist gut gegen Rückenschmerzen: Durch das steigende Gewicht, Hormonveränderungen und Wassereinlagerungen senkt sich das Fußgewölbe ab, sodass die Füße nach der Schwangerschaft oft größer wirken – ein Phänomen, das viele werdende Mütter beobachten. Die Folge sind Rückenschmerzen. Rückentraining fängt unten an, weil die Füße den Körper tragen.

-      Gefährlich sind diese Sportarten: Auch wenn viele werdende Mütter gerne bei ihren Sportarten bleiben wollen, manches sollten sie dann doch lieber sein lassen. Dazu gehören Tiefseetauchen, Wandern über 2500 Meter Höhe, Klettern oder Skifahren.

Moderates Joggen ist erlaubt: Vom vierten bis zum sechsten Monat klappt das meist besser als in den ersten drei Monaten, da kann die Übelkeit den werdenden Müttern einen Strich durch die Rechnung machen. Foto Spiegel-Online

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Neues von der Neurologie

Studie sagt aus: Teilen ist weiblich

Vielleicht selber schon bemerkt: Frauen teilen eher als Männer  - weil ihr Belohnungszentrum im Gehirn dabei stärker aktiviert wird. Das zeigt eine neurologische Studie aus der Schweiz. Die  Forscher hatten mit einem Medikament die Aktivität des Belohnungszentrums blockiert. Frauen verhielten sich daraufhin in Verhaltenstests egoistischer, Männer wurden großzügiger.

Die Wissenschaftler nehmen nun an, dass das geschlechtsabhängige Verhalten von der Gesellschaft antrainiert wird. Die Forscher konnten erstmals neurologisch nachweisen, dass das männliche Gehirn eher egoistische Entscheidungen belohnt, das Gehirn der Frauen eher soziale Entscheidungen. Dies sei allerdings nicht angeboren. Die Forscher: „Frauen lernen, eher eine Belohnung für pro-soziales als für egoistisches Verhalten zu erwarten“.

Immer wieder verblüffend, was Forscher in unseren Köpfen herausfinden! 

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Haben die Deutschen verlernt, richtig und kompetent zu planen?

Pleiteprojekt „Elektronische Gesundheitskarte“ kostet mehrere Milliarden Euro – alles nur heiße Luft, Herr Bundesminister Gröhe?

Frühzeitig wurde vor der Gesundheitskarte und den überbordenden Kosten gewarnt.  Trotz 15 Jahre Planung, Kosten von mehreren Milliarden Euro und absolut keine Verbesserung für Patienten und Ärzte in Sicht – die elektronische Gesundheitskarte (eGK)  hat das Zeug, ein bedeutend größerer Flop zu werden als der Flughafen Berlin-Brandenburg oder der Bahnhof Stuttgart 21.

Eine zukünftige Regierungskoalition muss verantwortungsvoll darauf schauen, was bisher das Ergebnis dieses Pleiteprojektes ist und es schnellstmöglich beenden –und damit ein Schrecken ohne Ende verhindern. Das Ergebnis heißt: das Pleiteprojekt endlich zu beenden.

Im Juli diesen Jahres hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Online-Rollput des Kartenprojekts vollmundig verkündet, obwohl ihm bekannt war, das bis dato kein Gerät für die Online-Anbindung zur Verfügung steht! Der Zeitpunkt ist schlichtweg verpasst worden, an dem alle Praxen und Kliniken an die Telematik-Infrastruktur angeschlossen sein müssen, und ist nun auf den 31. Dezember 2018 verschoben. Von allen Beteiligten wird gefordert „endlich den Stecker zu ziehen.“ Es wird auch erwartet, dass die Sondierungsgespräche für eine neue Bundesregierung beim Thema Gesundheitspolitik in diese Richtungen laufen.

Auch habe der Bund der Steuerzahler das Projekt wegen massiver Geldverschwendung deutlich gerügt. Man muss bedenken, dass die Bürger ihre Beiträge zur Krankenversicherung für gute Medizin und nicht für ein Projekt zahlen, dass von Lobbyisten gesteuert wird, die dem Bundesgesundheitsminister auf dem Schoß sitzen. In erster Linie steht hier die Rendite von IT-Firmen im Raum und dem Überwachungsdrang von Krankenkassen und Politik.

Das geplante Versicherungsstammdatenmanagement sollte eigentlich eine Aufgabe der Krankenkassen sein, die bekommen von den Versicherten ja auch reichlich Kassenbeiträge – und sollte nicht die Arbeit der Arztpraxen obendrein belasten. Patienten müssten, wenn es in Arztpraxen stattfände, mit massiven Verzögerungen im Ablauf und längeren Wartezeiten rechnen.

Vielleicht sollte dem Bundesgesundheitsminister empfohlen werden, ein Jahr lang durch Praxen aller Fachrichtungen und Kliniken zu tingeln, damit er überhaupt weiß, wovon er spricht! Und obendrein sehen, wie aufwändig heute schon die Dokumentation ist, und Personal wie Ärzte noch mehr Zeit aufwenden müssen, die für den Patienten evtentuell dann fehlt.

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Versorgung an Krebs erkrankter Menschen wird verbessert

Therapien für Krebskranke werden engmaschig erfasst

In Niedersachsen soll die Versorgung an Krebs erkrankter Menschen noch genauer erfasst werden. In der letzten Woche ist ein landesweites Klinisches Krebsregister an den Start gegangen. Die Einrichtung ist fachlich unabhängig und soll alle wichtigen Daten, die im Verlauf einer Krebsbehandlung anfallen, nicht nur erfassen sondern auch auswerten, wie das Gesundheitsministerium in der Landeshauptstadt Hannover mitteilte. Ziel: Die Behandlungsqualität und die Diagnostik zu sichern und obendrein noch weiterzuentwickeln. Das Register sei eine „Chance für eine verbesserte  Qualität der Therapien“.

Start soll im zweiten Halbjahr sein

Von der zweiten Hälfte des kommenden Jahres an soll das Klinische Register die Meldungen der mehr als 5 000 onkologisch tätigen Ärzte, Kliniken und Tumorzentren erfassen. Um das zu gewährleisten, gehörten auch alle Angaben zur Diagnose, Therapie und Nachsorge – einschließlich auftretender Rückfälle  – oder sogar bis hin zum Tod dokumentiert.

Jetzt startet zuerst eine Testphase. Das Land setze damit das am 20. September diesen Jahres vom Niedersächsische Landtag verabschiedete Krebsfrüherkennungs- und Registergesetz um, das die Länder verpflichte, spätestens 2018 die klinischen Register in Betrieb zu nehmen. Die Einrichtung werde hauptsächlich von den Krankenkassen sowie aus Landesmitteln finanziert.

Enge Zusammenarbeit ist Voraussetzung

Damit ergänze das Klinische Register das bereits bestehende epidemiologische Krebsregister, hieß es aus dem Sozialministerium. Dieses Register erfasst bereits seit 2003 flächendeckend die Krebserkrankungen in Niedersachsen. Es trifft unter anderem Aussagen zu zeitlichen und regionalen Häufungen. Beide Register sollen nach Angaben des Sozialministeriums eng zusammenarbeiten.

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BMBF will eine deutschlandweite Medizin-Datenbank einrichten

Das Bundesforschungsministerium für Bildung und Forschung (BMBF) will eine deutschlandweite Medizin-Datenbank einrichten. Ziel sei es, die wachsenden Datensätze von Röntgenbildern bis hin zu Erbgut-Analysen zu verknüpfen, teilte das Ministerium mit. Damit solle eine bessere Gesundheitsforschung ermöglicht werden. Dafür sollen 17 Universitätskliniken und rund 40 Partnern,  sogenannte "Datenintegrationszentren" aufbauen. Datenschutz habe dabei höchste Priorität und sei Voraussetzung für Förderung.

Das BMBF finanziert das Projekt mit über 150 Millionen Euro (www.bmbf.de).

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Maßnahme zur Versorgungsoptimierung

Klinikum Region Hannover veröffentlicht Qualitätsdaten auf Internetportal

Die Maßnahme dient der Versorgungsoptimierung

Es geht doch! Das Klinikum Region Hannover (krh) beteiligt sich freiwillig an dem umfassenderen Qualitätsprojekt der Initiative Qualitätsmedizin (IQM).

Schon seit Mai 2017 beinhaltet dies auch die regelmäßige Information der Öffentlichkeit über die medizinischen Qualitätsergebnisse.

Das Projekt nutzt Routinedaten aus den einzelnen Behandlungsprozessen. Sie sind anonymisiert, von der Initiative Qualitätsmedizin aufbereitet und die Ergebnisse werden den Kliniken zur Qualitätsverbesserung wieder zurückgeschickt.

 Interessierte finden die Daten auf den Internetseiten des jeweiligen Klinikum Standortes unter www.krh.eu oder unter www.initiative-qualitaetsmedizin.de

Dr. Matthias Bracht, Geschäftsführer Medizin des KRH, und Dr. Christine Gernreich, Bereichsleiterin des Zentralen Qualitäts- und Prozessmanagements des KRH, testen die Darstellung der KRH Daten auf den Internetseiten. Foto krh

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MHH kann krankhaftes Herzwachstum aufhalten

Die Wissenschaftler der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) können krankhaftes Herzwachstum aufhalten, indem sie ein bestimmtes Protein zum Stoppen bringen. An einem Mausmodell und an Herzmuskelzellen hat das ein Team um Professor Jörg Heineke gezeigt. Krankhaftes Herzwachstum und infolgedessen Herzschwäche oder sogar-versagen können beispielsweise aufgrund langjährigem hohen Bluthochdruck entstehen. „Die Konzentration des Proteins in chronisch vergrößerten Herzen ist 20-fach so hoch wie im gesunden Herzmuskel“, erklärte Prof. Heineke-

Professor Heineke beim Öffnen eines Brutschranks, in dem Herzmuskel- und Endothelzellen gezüchtet werden. Foto: MHH

Unter anderem fand sein Team heraus: Das Protein kommt aus den Blutgefäßzellen des Herzens und regt die Herzmuskelzellen zum krankhaften Wachstum an. Am Beispiel der Mäuseherzen, denen es fehlt, wachsen weniger und geringere Bindegewebseinlagerungen, sie funktionieren besser und werden nicht schwach.


Apotheker: Patientensicherheit in Krankenhäusern stärken

Niedersachsens Apothekerkammer will mehr Apotheker in Krankenhäusern haben

Die Landesregierung wird von Niedersachsen Apothekern aufgefordert, für mehr Sicherheit in Krankenhäusern zu sorgen und möchten damit erwirken, dass mehr Apotheker eingestellt werden. Derzeit gebe es nur 27 Kliniken mit eigenen Apothekern in Niedersachsen.

Anlass zu diesen Forderungen ist Deutschlands größte Mordserie, die durch den Krankenpfleger Niels H., der mit einem seltenen Medikament in Delmenhorst und Oldenburg Patienten getötet hatte. Die Behörden hatten die Zahl der möglichen Opfer von sechs auf 90 heraufgesetzt.

In den kommenden Jahren müssten 150 zusätzliche Apotheker für die Kliniken eingestellt werden, forderte die Präsidentin der Apothekerkammer Niedersachsen, Magdalene Linz. Denn im Sonderausschuss zu den Klinikmorden seien sich noch alle Parteien einig gewesen, dass es die Apotheker geben müsse. Linz: „Bei Patientensicherheit kann man nicht auf Freiwilligkeit setzen.“

Dazu sagte Matthias Bohn, Vorsitzender des Landesverbandes der Stationsapotheker mit Blick auf die Mordserie: „So ein Fall hätte nicht verhindert werden können, aber die Zahl der Opfer hätte reduziert werden können.“ Von dem Pfleger wurde ein seltenes Medikament verwendet, das ein Krankenhaus üblicherweise gar nicht im Bestand habe. Man ist sich sicher,  einem Apotheker wären die Bestellungen aufgefallen.

Nach den Klinikmorden hatte sich die Landespolitik bereits auf die Einführung von Stationsapothekern geeinigt. Ob das neue Krankenhausgesetzt wegen der vorgezogenen Wahl noch verabschiedet wird, ist unklar.

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Pinke Zitronen hilft Frauen mit Brustkrebs

Beratungs- und Selbsthilfegruppen helfen Betroffenen

Nach der Statistik erkrankt mindestens jede zehnte Frau einmal im Leben  an Brustkrebs.

Selbsthilfe ist gerade in der Krebstherapie ein wichtiges Thema.

Nicola Jahnke-Sieche und Wiebke Mrowka vom Team Pinke Zitronen wollen mit ihrer neu gegründeten Gruppe jetzt vor allem jungen Frauen helfen.  “Wir möchten die jüngeren Frauen und Mütter um die 30 bis Anfang 50 ansprechen, da es bereits viele gut laufende Gruppen für etwas ältere Frauen gibt“, sagte Jahnke-Sieche.

Geleitet wird das Projekt von Betroffenen und durch Mithilfe von Fachleuten des Klinikums Siloah sowie von der AOK und Kibis Kiss unterstützt.

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Samenbank – Auskunftspflicht

Kinder haben ein Recht darauf zu erfahren, wer ihr Erzeuger ist

Wird mithilfe einer anonymen Samenspende ein Kind gezeugt, darf es später darüber Auskunft verlangen, wer sein leiblicher Vater ist (Az.: 432 C  7640/15). Zu diesem Zweck wird ein zentrales Samenspenderregister eingerichtet, ein Gesetz hierzu ist im Juli 2017 in Kraft getreten.

In dem vor dem Amtsgericht  verhandelten Fall hatte sich ein Ehepaar für eine künstliche Befruchtung entschieden. Es schloss einen Vertrag mit der Samenbank sowie eine notarielle Vereinbarung, in der es darauf verzichtet, die Identität des Spender zu erfahren. Doch Jahre nach der Geburt des Kindes klagten die Eltern sowohl in eigenem Namen als auch als gesetzliche Vertreter ihres Kindes. Sie forderten von der Samenbank, ihnen die Identität des Samenspenders zu nennen.

Das hatte auch Erfolg, wenigstens, was den Informationsanspruch des Kindes anbelangte. Denn zwischen Kind und Samenbank bestehe eine Sonderverbindung, argumentierte das Gericht. Der Behandlungsvertrag zwischen den potentiellen Eltern und einer Klinik für Reproduktionsmedizin beziehungsweise einer Samenbank habe eine Schutzwirkung für das zu zeugende Kind. Aus dieser Sonderverbindung leite  sich der Auskunftsanspruch ab. Es sei außerdem davon ausgegangen, dass das Kind ein konkretes Bedürfnis habe, Informationen über den Samenspender zu bekommen.

Das sei auch dem Samenspender zumutbar. Das verfassungsrechtlich geschützte Recht des Kindes auf Kenntnis der eigenen Abstammung überwiege das Recht auf informationelle Selbstbestimmung des Spenders. Er habe bewusst an der Zeugung menschlichen Lebens mitgewirkt und trage dafür eine soziale und ethische Verantwortung.

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Keine Unterstützung für Befruchtungskosten

Dem Land ist das Geld für finanzielle Zuschüsse ausgegangen

Mehr als 3 000 künstliche Befruchtungen bewilligte das Land Niedersachsen pro Jahr. Nun fällt die finanzielle Unterstützung für Paare mit unerfülltem Kinderwunsch weg. Das Interesse an der Behandlung war offenbar viel zu groß, dass dem Land das Geld für den Zuschuss von 800 Euro pro Paar ausgegangen ist.

Seit Anfang 2013 beteiligt sich Niedersachsen an der Bundesinitiative „Hilfe und Unterstützung bei ungewollter Kinderlosigkeit“. Das Land Niedersachsen erweiterte zum Oktober 2016 seine Förderung auf Behandlungen bei unverheirateten Paaren und auf Maßnahmen, die in benachbarten Ländern durchgeführt werden. Auf Nachfrage bestätigte das Ministerium in Hannover rund 3 000 Bewilligungen.

Rund 11 624 Paare haben seit 2013 eine Förderung in Anspruch genommen“, so eine Sprecherin aus dem Sozialministerium. Ein Teil davon sogar mehrfach. Bund und Land hätten sich je zu Hälfte an den Kosten beteiligt. In diesem Jahr jedoch seien alle bis zum 30. Juni eingegebenen  Anträge bearbeitet und beschieden worden.

Und dann tat sich plötzlich eine Lücke auf. Land und Bund schieben sich gegenseitig den Schwarzen Peter zu. Das Problem besteht darin: Der Antrag muss entschieden sein, bevor ein Versuch der künstlichen Befruchtung durchgeführt wird.

Wegen des Mehrbedarfs hat sich das Sozialministerium an das Bundesfamilienministerium gewandet. „Die Zuweisung wird in Kürze erfolgen“, teilte ein Sprecher in Berlin mit. Alle haushaltsrechtlichen Fragen seien gelöst. Über die üblicherweise gewährte Summe hinaus habe der Bund Niedersachsen 130 000 Euro zusätzlich gewährt.

Jetzt können sich betroffene Paare wieder Hoffnung auf einen positiven Bescheid aus dem Sozialministerium machen, Geld für bis zu drei Versuche nachträglich erstattet zu bekommen. Sowohl Land als auch Bund betonen, dass ihnen die Unterstützung der „assistierten Reproduktion“ ein Anliegen ist. Für 2018 habe der Bund bereits Zuschüsse veranschlagt, die dem Bedarf angepasst seien.

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Kostenexplosion bei Medikamenten

Besonders für Krebsmedikamente steigen die Kosten

Vor allem die Medikamente zur Krebsbehandlung werden immer teurer. Für knapp eine halbe Million Menschen, die in Deutschland an Krebs erkrankt sind, steigen die Kosten. Deutschland ist dabei international Spitzenreiter, wie aus einem in Berlin vorgestellten Arzneimittelreport der Krankenkassen hervorgeht. Hinterfragt wird hier, ob die Preise in Deutschland überhaupt gerechtfertigt sind. Bei den Kosten von 31 einschlägigen Krebsmedikamenten sei Deutschland international in der ersten Liga zu finden. Bei 90 Prozent dieser Mittel lägen die Preise über dem internationalen Mittelwert. Acht der Arzneimittel kosten demnach hierzulande sogar am meisten.

In der ambulanten Versorgung, wie z.B. bei den Barmer Versicherten, stiegen die Ausgaben für Krebsmedikamente laut dem Report seit 2011 um 41 Prozent. Und dieser Trend setzt sich dynamisch weiter fort. Die Kosten für andere Arzneimittel stiegen lediglich um 20 Prozent.

Fünf der zehn Arzneimittel mit den größten Umsatzsteigerungen dienen laut Studie der Behandlung von Tumorerkrankungen. Neue Präparate führten in der Regel nur zu einer Verlängerung des Überlebens.

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Botox kann mehr als Falten glätten

Von einer schwachen Blase bis hin zu Depressionen – Botox ist hierfür ein probates Mittel.

Mediziner finden immer mehr Krankheiten, bei denen sie Botox einsetzen können. Dabei profitieren sie von seiner lähmenden Wirkung.

Botox und Depressionen – diese beiden Wörter würde wohl kaum jemand zusammenbringen. Es gibt aber immer mehr Hinweise, dass das Nervengift Betroffenen über Monate helfen kann. Auch im Hinblick auf andere neurologische Erkrankungen entwickelt sich Botox, das viele vor allem als Faltenkiller kennen, immer mehr zum Allround-Genie.

In der Urologie und Neurologie kann es beispielsweise eine hyperaktive Blase stoppen, die häufigen Harndrang verursacht. Dafür wird Botox in die Blasenwand gespritzt, sodass nur noch ein Teil des Blasenmuskels aktiv ist.

Auch für eine Reihe weiterer Anwendungen ist das Mittel inzwischen zugelassen – von verkrampften Arm- und Fußmuskeln nach einem Schlaganfall über Augenzucken oder zucken einer Gesichtshälfte bis hin zu vermehrtem Schwitzen.

Nach einer einzigen Botox-Injektion sind die Symptome einer Depression um 50 Prozent weniger, besagt eine Studie. Foto Focus-online

Selbst bei chronischer Migräne dürfen Mediziner das Medikament auf Kosten der Krankenkassen verabreichen, wenn vorbeugende Arzneimittel versagt haben oder nicht vertragen wurden.

In Zukunft könnte die Liste der Botox-Therapie noch deutlich länger werden. Derzeit läuft eine Zulassungsstudie zur Behandlung des Speichelflusses bei Parkinson. Ähnliches gilt für Depressionen, bei denen Studien ebenfalls auf eine Wirkung hinweisen. Forscher aus Hamburg und Hannover erklären sich die beobachteten Effekte mit einem Wechselspiel aus Stimmung und Mimik. Gründliche Studien sind wichtig, um das Mittel einzusetzen, wenn es auch wirklich nachgewiesen hilft.

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Einstieg in die Gesundheitsbranche

Nicht jeder, der sich für Gesundheitsberufe interessiert, muss ein Medizinstudium absolvieren.

Es gibt viele Beispiele wie z.B. von Präventions-, Gesundheitshandwerks-, Körperpflegeberufen bis hin zu Berufsbildern in der Gesundheitsverwaltung und des Gesundheitsmanagements.

Auch der technologische Fortschritt ist von großer Bedeutung: Vermehrter Technikeinsatz führt zu Verbesserungen der Behandlungs- und Versorgungsqualität.

Hier ein paar Beispiele für Berufe im Gesundheitsbereich:

Medizinisch-technischer Assistent für Funktionsdiagnostik,

Zahnarzthelferin bei der Arbeit ©Pixabay Public Domain)  

Orthoptist: Dieser Berufszweig findet sich in Augenarztpraxen, Kliniken und Hochschulkliniken mit entsprechenden Fachbereichen. Veterinärmedizinisch-technischer Assistent: Hier präpariert man Proben und legt Bakterienkulturen an. Mit Laboruntersuchungen lassen sich etwa Tierkrankheiten und –seuchen diagnostizieren. Auch werden Lebensmittel überprüft, die vom Tier stammen, und Genanalysen gemacht.

Hörakustiker:. Der berät über Hörsysteme und Gehörschutz, macht Hörleistungstests und stellt Otoplastiken für Hörgeräte oder als Gehörschutz her.

Alltagsbegleiter: In dieser Sparte werden hilfsbedürftige Menschen mit psychischen oder geistigen Beeinträchtigungen betreut und assistiert. Study-Nurse und Studienassistent im Prüfzentrum: Study-Nurse unterstützen Prüfärzte und –ärztinnen bei klinischen Studien im Rahmen von Zulassungsverfahren für Arzneimittel und Medizinprodukte. Die Aufgabe des qualifizierten Studienassistenten im Prüfzentrum ist bislang nicht als gesetzlicher Ausbildungsberuf anerkannt, es gibt jedoch die Möglichkeit zur Weiterbildung.

Gesundheitsmanager: Hier dreht es sich um betriebswirtschaftliche Aufgaben und Controlling, Finanzverwaltung, Einkauf und Personalführung in Einrichtungen des Gesundheitswesens wie beispielsweise in Krankenhäusern, Versorgungszentren sowie Kranken- und Rentenversicherungen.

Einfach mal im Internet informieren, z- s. bei Aubiplus.de

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Mit dem neuen MRT in den Körper gucken

Nordstadtkrankenhaus kann mit neuem MRT präzisere Diagnosen stellen

Leistungsfähige Anlage in Betrieb genommen

Der neue Magnetresonanztomograf (MRT) im Nordstadtkrankenhaus sorgt für präzisere Diagnosen. Die Anlage ist leistungsfähiger, Untersuchungen laufen schneller und sie liefert obendrein bessere Bilder aus dem Körperinneren, die dann auch präzisere Diagnosen ermöglichen.

„Wir wollen den Patienten die Angst vor dem Gerät nehmen“, sagt Jörg Hattingen, Chefarzt der Radiologie und Neuroradiologie des Nordstadtkrankenhauses. Gemeinsam mit seinen Kollegen hat er den neuen MRT in Betrieb genommen. Es ist das leistungsfähigste Gerät in der ganzen Region.

Das neue MRT ermöglicht es den Ärzten beispielsweise zwischen gutartigen und bösartigen Veränderungen im Gehirn besser zu unterscheiden. „Dadurch können wir unnötige Operationen vermeiden“, berichtet Chefarzt Hattingen. Der neue Magnetresonanztomograf sei ein deutlicher Sprung nach vorn, einer der Schwerpunkte des Hauses sei die Behandlung des Kopfes und somit ergäben sich zahlreiche neue Untersuchungsmöglichkeiten.

Und der Chefarzt nennt noch zwei weitere Vorteile des neuen Gerätes: Die Strahlenbelastung ist deutlich geringer als bisher, und die Untersuchungszeit verkürzt sich, so dauert die Erstellung von präzisen Schnittbildern des Kopfes nur 15 bis 20 Minuten, für die Wirbelsäule wird mit einer Dreiviertelstunde gerechnet.

Auch das nimmt den Schrecken: Ältere MRT sind eng und dunkel. Die Patienten fühlten sich darin nicht sonderlich wohl. Das ändert sich nun mit dem neuen Gerät. Und noch etwas hat sich verändert: Von der Decke leuchtet ein blauer Himmel mit Schönwetterwolken, die Fototapete an der Seitenwand zeigt einen Strand mit Muscheln, und dem Patienten ist es möglich, über Spiegel auch zu beobachten, was die Ärzte hinter der Scheibe machen.

Für die neue Anlage wurde der Raum des bisherigen MRT komplett entkernt. „Wegen des stärkeren Magnetfeldes des neuen MRT musste die Kabine erneuert werden“, berichtet Hattingen. Außerdem war eine eigene Kälteversorgung nötig. Zeitgleich wurde unter anderem ein Computertomograf im Schockraum der Notaufnahme installiert.

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Bundesgesundheitsminister informiert sich in der MHH

Gröhes Interesse gilt IT-Projekt für Nierenpatienten

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe zeigte großes Interesse für ein Projekt für Nierenpatienten. Die digitale Vernetzung von Kliniken und niedergelassenen Ärzten hat  Bundesgesundheitsminister Gröhe als „eines der größten IT-Projekte weltweit“ bezeichnet. Denn in zwölf bis achtzehn Monaten sollen alle Arztpraxen mit allen Kliniken vernetzt sein, um Patientendaten schneller austauschen zu können, sagte der Minister beim Besuch der Medizinischen Hochschule in Hannover (MHH).

Gröhe besuchte die MHH während seiner Sommertour. Der CDU-Politiker  informierte sich über das MHH-Erfolgsprojekt Patientenuniversität und über die Nachsorge von Patienten, denen eine Niere transplantiert wurde. Kern dieses sogenannten Projektes NTx360Grad ist eine elektronische Patientenakte, auf die sowohl die Medizinische Hochschule als auch der behandelnde niedergelassene Arzt vor Ort und die Patienten Zugriff haben. Die Akte enthält alle Untersuchungen, Diagnosen, Medikationen und Therapien. Sie soll dabei helfen, die oft langen Anreisewege der Patienten in die MHH zu vermeiden.     Das Projekt wird von Prof. Mario Schiffer geleitet. Unterstützt und gefördert wird das Projekt  finanziell vom Gesundheitsministerium.

Die Technik der Videoschaltung mit dem niedergelassenen Arzt können so gemeinsam mit der Klinik Entscheidungen treffen, ob der Patient in die MHH kommen muss oder nicht.

Der Minister (rechts) spricht vor dem Ärzteteam des Innovationsprojektes NTx 360° an der MHH.

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Stifterpreis für Gabriele Quandt und Florian Langenscheidt

Im Rahmen der Eröffnung des Deutschen StiftungsTages 2017 in Osnabrück wurden Gabriele Quandt und Dr. Florian Langenscheidt mit der höchsten Ehrung im deutschen Stiftungswesen geehrt, dem Deutschen Stifterpreis, der von der Ministerin des Landes Schleswig-Holstein, Manuela Schwesig, überreicht wurde.

 „Gabriele Quandt und Dr. Florian Langenscheidt haben erkannt, dass die wichtigste Ressource unserer Gesellschaft Kinder und Jugendliche sind. Es lässt sich nicht oft genug wiederholen, aber mit dem Wohlergehen der nächsten Generation steht und fällt auch das Wohlergehen von uns allen“, so Daniela Kobelt-Neuhaus, Vorstandsmitglied im Bundesverband Deutscher Stiftungen.

Feierliche Übergabe des Deutschen Stifterpreises: (v. links) Manuela Schwesig, Dr. Langenscheidt, Daniela Kobelt-Neuhaus, Daniela Kobelt-Neuhausund Verbandsvorsitzender Michael Göhring

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