MEDIZIN - GESUNDHEIT - SOZIALES


5.000 Euro für die Aktion Kindertraum

Sparkassenmitarbeiter und –vorstand helfen Kinderwünsche erfüllen

Freudige Überraschung für Ute Friese, Geschäftsführerin der Aktion Kindertraum gGmbh: Am 26. März überreichte Dr. Heinrich Jagau, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Hannover, für ihr Projekt einen Spendenscheck in Höhe von 5.000 Euro. (Foto Sparkasse Hannover). 

Seit 20 Jahren erfüllt die Aktion Kindertraum benachteiligten Kindern und Jugendlichen besondere Wünsche.

Die Benachteiligungen können bedingt sein durch schwere Erkrankungen der Kinder oder eines Familienangehörigen, durch traumatische Ereignisse, den Verlust einer nahestehenden Person oder andere gravierende Veränderungen im Leben der jungen Menschen.

„Auf diese Spende sind wir besonders stolz“, so Jagau, „denn sie ist eine gemeinsame Leistung unseres Sparkassenteams.“ Auf einer internen Digitalmesse hatten rund 1.650 Sparkassenmitarbeiterinnen und ‑mitarbeiter die Möglichkeit, eine neue Technologie auszuprobieren und nebenbei auch etwas Gutes zu tun. Mit Kwitt, der digitalen Geldsendefunktion in der Sparkassen-App, können kleine Geldbeträge direkt an alle Kontakte im Smartphone versendet werden – bis 30 Euro sogar ohne Eingabe einer TAN. Bei der Messe wurde so für die Aktion Kindertraum gesammelt – dabei kamen dabei 3.041,20 Euro Spenden zusammen. „Wir haben uns so sehr über das Engagement unserer Kolleginnen und Kollegen gefreut, daß der Vorstand die Summe auf 5.000 Euro aufgerundet hat“, berichtet Jagau.

Mit der Spende erfüllt die Aktion Kindertraum drei besondere Herzenswünsche: Ein 15-Jähriger Junge aus Hannover hat sich für sich und seine drei Geschwister – speziell für seinen Bruder, der an einer geistigen Behinderung leidet – gewünscht, einmal Real Madrid einmal „richtig live“ zu sehen: Für die vier geht es ins Stadion Santiago Bernabéu in Madrid.

Zwei traumatisierte Brüder aus Hannover erhalten jeweils ein Sportfahrrad, und das Projekt „Soziales Lernen mit Tieren“ am Landesbildungszentrum für Blinde in Hannover wird fortgesetzt. Die dort betreuten Kinder und Jugendlichen haben aufgrund ihrer Erkrankung kaum Gelegenheit zum Kontakt mit unterschiedlichen Tierarten. Mit Hilfe des Streichelzoos, der die Einrichtung regelmäßig besucht, können die Kinder Ängste und Vorbehalte abbauen. Zusammen mit den verschieden Streicheltieren entwickeln die Kinder neue Handlungs- und Sozialkompetenzen sowie Vertrauen in ihre eigenen Fähigkeiten.

Hannover Woche, Sigrid Lappe / Presse Dienst Nord, Ute Micha


Klinikum muß viel Geld in die Hand nehmen

Planungsausschuss des Klinikums der Region hat viele Maßnahmen zu bearbeiten

Kurz vor der Förderzusage steht der Neubau am Krankenhaus Großburgwedel, der rund 135 Millionen Euro kosten wird. Der Erweiterungsbau für das Krankenhaus Lehrte schlägt mit etwa 17 Millionen Euro zu buche. Um das alles zu verwirklichen braucht die Region Fördergeld vom Land. Darüber entscheidet aber noch der Krankenhausplanungsausschuss des Landtages. „Zur kommenden Sitzung des Ausschusses werden die Unterlagen eingereicht“, so ein Sprecher des Klinikums Region Hannover (KRH). 

Mittlerweile steht fest: Die medizinische Zentrenbildung im Klinikum-Ost (Laatzen, Großburgwedel, Lehrte) bleibt bestehen. Lehrte soll ein Zentrum für Altersmedizin (Geriatrie), Laatzen spezialisiert sich auf Orthopädie und Endoprothetik, Großburgwedel hat sich Aufgestellt in der Kardiologie, Viszeralmedizin, Urologie und Frauenheilkunde. Das Krankenhaus Großburgwedel bekommt schon in diesem Jahr eine teleneurologische Stroke-Unit für Schlaganfallpatienten. Auch der zeitnahe Aufbau eines Herzkatheterlabors werde angestrebt.

Steffen Ellerhoff 

Der Planungsausschuss will den Bettenaufbau im Klinikum Ost nicht ohne weiteres mittragen, obwohl das Grundkonzept steht. „Wir müssen den gestiegenen Bedarf im Betrieb nachweisen“, erklärt KRH-Sprecher Steffen Ellerhoff. Insofern habe man die ursprünglichen Pläne modifizieren müssen. Beim KRH rechnet man allerdings noch in diesem Jahr mit einer Förderzusage vom Land. Den Rest der Summe muss die Region aufbringen.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


AOK stellt Abrechnungsbetrug überwiegend im Pflegebereich fest

Insgesamt 1 675 falsche Abrechnungen in den vergangenen zwei Jahren

In den vergangenen zwei Jahren hat die AOK Niedersachsen insgesamt 1 675 Falschabrechnungen im Gesundheitswesen aufgedeckt. „Zunehmend ist ein Schwerpunkt im Pflegebereich erkennbar“, sagte Vorstandschef Jürgen Peter (Foto). Auf Pflegedienste und Pflegeeinrichtungen seien 44 Prozent der Fälle entfallen. Und in 327 Fällen hatten die AOK-Ermittler sogar die Staatsanwaltschaft eingeschaltet, da es sich nicht um geringfügige Vergehen gehandelt habe. Eine stolze Summe von 7,7Millionen Euro an Rückforderungen sind bei der Überprüfung zusammen gekommen.

Die Bekämpfung von Fehlverhalten im Gesundheitswesen ist unter anderem eine Aufgabe der Kranken-und Pflegekassen. Schon seit 1998 gibt es bei der AOK Niedersachsen eine entsprechende Ermittlungsgruppe mit inzwischen15 Mitarbeitern.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Und nun sind sie auch bei uns

Gefährliche Zecken – Gesundheitsamt rät zur Impfung

Bisher war bekannt, dass die mit FSME infizierte Zecken nur in Süddeutschland zu finden waren. Nun ist möglicherweise auch Niedersachsen davon betroffen. Und mittlerweile wächst in Niedersachsen das Risiko, sich über Zecken mit dem FSME-Virus anzustecken – sagen Experten anlässlich eines „Zeckenkongresses“ an der Uni Hohenheim (Baden-Württemberg). Die Folge der Infektion kann im schlimmsten Fall eine tödliche Hirnhautentzündung sein.

Daher rät das Landesgesundheitsamt auch in Niedersachsen flächendeckend, sich gegen FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) impfen zu lassen. „Das gilt für alle Menschen, die sich viel in der Natur aufhalten und solche, die häufig von Zecken befallen werden“, sagt Masyar Monazahian, zuständiger Virologe bei der Landesbehörde. „Die meisten Krankenkassen übernehmen die Kosten.“

Bisher war das FSME-Virus in Niedersachsen kaum ein Thema. Zuletzt hätten sich aber vermehrt Menschen im Norden auch mit FSME infiziert. Passiert an der niedersächsisch-niederländischen Grenze, so Gerhard Dobler, Leiter des Deutschen Konsiliarlabors für FSME.

Nach und nach werden aber regionale Schwerpunkte erkennbar: Schon 2016 wurden laut Landesgesundheitsamt insgesamt vier Menschen in den Kreisen Nienburg, Celle und Emsland sowie in der Stadt Wolfsburg mit FSME infiziert. Die noch unveröffentlichten Infektionsmeldungen aus 2017 beträfen fünf Menschen, vier davon wiederum aus Celle und einer im Kreis Hildesheim. Alle hätten sich im heimischen Umfeld angesteckt.

Vermutet wird, dass die mit FSME infizierten Zecken über Zugvögel als Wirtstiere nach Niedersachsen gelangten. Bei Zeckenanalysen im Emsland war nur ein in Skandinavien und Osteuropa vorkommender Virustyp aufgespürt worden. An der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) untersucht eine Projektgruppe seit dem vergangenen Jahr möglicheÜbertragungswege.

Das Robert-Koch-Institut in Berlin, das deutschlandweit alle offiziellen Impfempfehlungen ausspricht, stuft Niedersachsen bisher nicht als FSME-Risikogebiet ein.

Die FSME-Impfung hatten viele  Ärzte lange wegen möglicher Nebenwirkungen nur sehr zurückhaltend verabreicht. Nach Einschätzung des niedersächsischen Landesgesundheitsamtes geht von dem Impfstoff aber kaum noch ein Risiko aus. Die Landesforsten hätten sich bereits für eine Impfung ihrer Mitarbeiter entschieden.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Die Leibniz-Universität entwickelt Bio-Bypass

Gute Nachrichten für Bypass-Empfänger

Verengte Gefäße können zu Durchblutungsstörungen führen und es drohen Herzinfarkt und Schlaganfall. Bis dato setzen Mediziner zur Umgehung der Engstelle synthetische Bypässe ein. Nun hat ein interdisziplinäres Forscherteam der Leibniz-Universität an der Züchtung von Bypässen aus körpereigenen Blut- und Gewebezellen der Erkrankten gearbeitet. Diese körpereigenen Blut- und Gewebezellen werden Patienten – so die Hoffnung – voraussichtlich wesentlich besser vertragen.

Die Wissenschaftler der Leibniz-Universität greifen für ihre Ersatzgefäße zunächst ebenfalls auf synthetisches Material zurück. Dazu brauchen sie ein röhrenförmiges Gerüst, auf dem sie Zellen des Patienten ansiedeln und vermehren können. Ziel ist, dass sich dieses Gerüst zu einem späteren Zeitpunkt im Körper des Patienten zersetzt.

Forscher der Leibniz-Universität wollen Bypässe aus menschlichen Zellen züchten: Promotionsstudentin Stefanie Thoms beim Einsetzen einer Gerüststruktur in einen Bioreaktor. Quelle: Eberhard Franke 

„Wir testen dafür aktuell ein Material, das bereits als Wundfaden verwandet wird“, berichtet Professorin Cornelia Blume vom Institut für Technische Chemie. Die Röhren allerdings entstehen im 3-D-Druck.

Wenn dann auch noch alles gut läuft, wollen die Forscher in rund drei Jahren so weit sein, die Bypässe an Schafen zu testen. Dabei geht es um die Frage, ob die Prothese aus Biomaterial in einem größeren Säugetier funktioniert.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Röntgenstuhl für behinderte Kinder in der Kinderklinik Auf der Bult

Eine Spende hilft behinderten Kindern mit einem speziellen Röntgenstuhl

Große Freude: Als erstes Krankenhaus in Deutschland hat die Kinderklinik Auf der Bult einen Röntgenstuhl für behinderte Kinder erhalten – und das alles dank einer großzügigen Spende von Michaela und  Herbert Möller.

Für die betroffenen Kinder ist das Anfertigen einer Röntgenaufnahme oft eine große Quälerei. Sie müssen erst aus ihrem Rollstuhl gehoben und in eine Haltung gebracht werden, die dann eine optimale Röntgenaufnahme ermöglicht. Schwierig ist es vor allem dann, wenn die Patienten nicht in der Lage sind, sich selbständig zu bewegen. „Manchmal brauchen wir fünf Leute dafür“, berichtet die Leitende Röntgenassistentin Annette Wilde. Ein Kraftakt ohne Ende auch für Eltern und Kinder.“


Chefärztin Gabriele H. Engelcke (von links), Herbert und Michaela Möller

Der Spezial-Röntgenstuhl der Firma EOS besteht aus für Röntgenstrahlen durchlässigem Carbon. Jetzt ist es möglich, dass das Kind an allen notwenigen Haltungen festgeschnallt werden kann. „Diese Spende macht uns glücklich, weil wir die Kinder nicht mehr so quälen müssen und alles viel entspannter tun können“, sagt Klinikleiter Thomas Beushausen.

Die großzügigen Spender betreiben ein Luxus-Modegeschäft in der Joachimstraße. Michaela und Herbert Möller hatten zum 70. Geburtstag von Herbert Möller die Gäste um Geldspenden für einen guten Zweck  gebeten. „Es war einfach, klarzumachen, dass es besser sei, nicht in Champagner und Blumen zu investieren, sondern in Menschen, die es brauchen können“, sagte er. Und so kamen mehr als 10 000 Euro zusammen.

Bei der Nachfrage für die Verwendung des Geldes half eine Bekannte aus der Turngruppe: Dr. Gabriele Engelcke ist Chefärztin der Kinderkardiologie auf der Bult. Na ja und Alles andere ergab sich dann…

Da der Spezialstuhl 15 600 Euro kostete, wurde die Summe von anderen Spendern aufgestockt.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe


Botox kann mehr als Falten glätten

Von einer schwachen Blase bis hin zu Depressionen – Botox ist hierfür ein probates Mittel.

Mediziner finden immer mehr Krankheiten, bei denen sie Botox einsetzen können. Dabei profitieren sie von seiner lähmenden Wirkung.

Botox und Depressionen – diese beiden Wörter würde wohl kaum jemand zusammenbringen. Es gibt aber immer mehr Hinweise, dass das Nervengift Betroffenen über Monate helfen kann. Auch im Hinblick auf andere neurologische Erkrankungen entwickelt sich Botox, das viele vor allem als Faltenkiller kennen, immer mehr zum Allround-Genie.

In der Urologie und Neurologie kann es beispielsweise eine hyperaktive Blase stoppen, die häufigen Harndrang verursacht. Dafür wird Botox in die Blasenwand gespritzt, sodass nur noch ein Teil des Blasenmuskels aktiv ist.

Auch für eine Reihe weiterer Anwendungen ist das Mittel inzwischen zugelassen – von verkrampften Arm- und Fußmuskeln nach einem Schlaganfall über Augenzucken oder zucken einer Gesichtshälfte bis hin zu vermehrtem Schwitzen.

Nach einer einzigen Botox-Injektion sind die Symptome einer Depression um 50 Prozent weniger, besagt eine Studie. Foto Focus-online

Selbst bei chronischer Migräne dürfen Mediziner das Medikament auf Kosten der Krankenkassen verabreichen, wenn vorbeugende Arzneimittel versagt haben oder nicht vertragen wurden.

In Zukunft könnte die Liste der Botox-Therapie noch deutlich länger werden. Derzeit läuft eine Zulassungsstudie zur Behandlung des Speichelflusses bei Parkinson. Ähnliches gilt für Depressionen, bei denen Studien ebenfalls auf eine Wirkung hinweisen. Forscher aus Hamburg und Hannover erklären sich die beobachteten Effekte mit einem Wechselspiel aus Stimmung und Mimik. Gründliche Studien sind wichtig, um das Mittel einzusetzen, wenn es auch wirklich nachgewiesen hilft.

Presse Dienst Nord, Ute Micha / Hannover Woche, Sigrid Lappe